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OMR Festival 2018: Auf der Suche nach Money Boy

Bereits zum achten Mal fand auch dieses Jahr wieder das OMR Festival in Hamburg statt. Über 40.000 Besucher, 300 Aussteller und 100 Speaker gaben sich dieses Jahr die Kante Ehre. Was wir in Hamburg so erlebt haben und welches unsere Highlights der #OMR18 waren, erfahrt Ihr in diesem Recap – und dieses Mal auch mit Name-Dropping!

Planung & kontaktloses Zahlen

Genau genommen habe ich mir im Zug erst Gedanken darüber gemacht, was ich mir überhaupt auf der Expo und Konferenz angucken will. Das lag nicht an meiner Faulheit (dafür hatte ich Netflix im Zug), sondern an der OMR18 App. Hier konnte man sich im Vorfeld über die Messe, das Programm und die einzelnen Side-Events (=Parties) genau informieren. Darüber hinaus konnte man sich auch ein individuelles Programm aus Expo und Konferenz zusammenstellen und sich auf der Karte angucken, wo der jeweilige Slot stattfand. Die App sollte sich später als sehr hilfreich erweisen, da Push Notifications in Echtzeit über das aktuelle Geschehen erinnerten. Auch interessant: Die App diente gleichzeitig als eine Art Messenger, um sich mit anderen Besuchern mit angelegtem Profil auszutauschen. Die Vorträge konnte man auch gleich in der App im Anschluss bewerten.

OMR 2018 App

Was mich positiv überrascht hat: Auf dem Messegelände wurde ausschließlich bargeldlos gezahlt. Dies war eine bewusste Entscheidung der Veranstalter und wurde von mir als alter Cashless-Payment-Verfechter sehr gut aufgenommen. Am Anfang hat man ein NFC-Bändchen bekommen, welches man bei den zahlreichen Money Boys und Money Girls (kein Spaß) unterwegs aufladen konnte. So ging es sehr fix bei der Garderobe, dem Einlass und bei den Essensständen (und später NATÜRLICH auch auf den Partys). Wer keine Geschäfte mit Money Boy machen wollte, der konnte regulär mit Karte zahlen #NoSwag.

Meine drei Highlights der #OMR18:

#1: Scott Galloway: Einblicke in seine Glaskugel ☝🔮

Prof. Scott Galloway gehörte zu den Top-Speakern der Konferenz. Umso enttäuschter war ich, als ich hörte, dass er doch nicht live vor Ort war. Ein Schneesturm machte die Reise nach Hamburg leider unmöglich. Kurzerhand haben sich die OMR-Leute aber einen Übertragungswagen gemietet und Scott die Keynote einfach per Livestream halten lassen — morgens um 6 Uhr bei ihm in NY. Inhaltlich ging es wieder um seine berüchtigten Marketing-Prognosen für das aktuelle und das folgende Jahr.

OMR 2018 - Scott Galloway

Einblick in seine Prognosen:

  • Amazon wird weitere Übernahmen im Offline-Handel tätigen
  • Luxusbrands können Amazon nicht mehr länger ignorieren
  • Alles bündelt sich um Amazon und das merkt auch Zalando
  • Facebook Messenger Bots werden sich nicht durchsetzen
  • Traditionelles Marketing wird Umsatzeinbußen erfahren
  • Alles wird sich nur noch um Voice Search drehen 🔥
  • Amazon wird den „Voice Search“-Krieg gewinnen 🔥
  • 3D-Printing und Wearables wird an Relevanz verlieren
  • Europa ist die letzte Hoffnung gegen „Big Tech“-Unternehmen

Die gesamte Keynote von Scott Galloway könnt Ihr Euch auf YouTube anschauen.

PS: Für sein Nicht-Erscheinen hat er sich übrigens gleich zu Anfang entschuldigt:

#2: Robert Gentz: Plausch mit dem Zalando-Gründer 🚚📦

Blödes Timing: Im Vorfeld der OMR hatte Zalando angekündigt, die Werbeabteilung neu zu strukturieren und mehr auf datengetriebene Entscheidungen zu setzen. Im Zuge dessen wurden bis zu 250 Kündigungen ausgesprochen. Dieses Thema wurde im „Kreuzverhör“ zwischen Sven Schmidt (VC-Experte) und Robert Gentz (Zalando Gründer) zuerst angesprochen. Danach ging es im Grunde darum, wie Zalando es geschafft hat, in einer GAFA-Welt (Google, Amazon, Facebook, Apple) wirtschaftlich zu überleben und sogar Gewinne einzufahren. Hier gab Robert Einblick in die Strategie von Zalando. Die Diskussionsrunde könnt Ihr Euch übrigens auch auf YouTube ansehen.

Einblicke aus der Strategie von Zalando:

  • Das Unternehmen wird weitestgehend von Techies geführt
  • Bei Zalando findet man wirklich nur passende Produkte
  • Kerntreiber des Umsatzes ist die mobile App (70% der User)
  • Verbesserung der Kundenzufriedenheit liegt stets im Fokus
  • Fokus auf das Kernsegment Mode als Erfolgsfaktor
  • Personalisierung des Kundenerlebnisses steht im Vordergrund

OMR 2018 - Robert Gentz

#3: Das heftige Rahmenprogramm 🔥🎶

Als wären die zahlreichen Speaker der Konferenz und Expo nicht genug, wurde beim Rahmenprogramm noch einmal ordentlich der Swag aufgedreht, um bei Money Boy zu bleiben. Das fing an bei der Jägermeister Blaskapelle, der hauseigenen „Power Brass Band“ des Sponsors Jägermeister, welche zahlreiche Pop- und Rap-Tracks neu interpretierte. Als Showacts traten unter anderem noch Basua, Fünf Sterne Deluxe und Oli P. auf, bis am Freitag noch Marteria und Deichkind dazu kamen. Marteria war einer der zwei Secret-Acts pro Tag, welcher unangekündigt vor der Mittagspause auf die Bühne hüpfte. Auf der ziemlich heftigen After-Show-Party performten Deichkind knapp zwei Stunden lang, bis die Party irgendwann richtig los ging.

Tipp: Die restlichen Keynotes und Livestreams könnt Ihr Euch beim OMR YouTube Channel angucken!

Fazit: Alles kann, nix muss ✅

Mit dem OMR Festival haben Philipp Westermeyer und Kollegen eine feine Konferenz geschaffen, die sich von anderen Digitalmessen abhebt: Es geht hier nicht extrem ins Detail, sondern um ein „Bigger Picture“, wie sich das Online Marketing entwickeln kann. Die Auswahl der Speaker war eine gute Mischung aus deutschen und internationalen Rockstars, welche auch kritisch gegenüber Big Tech wie Facebook waren. Natürlich standen die Speaker und das Programm im Vordergrund – häufig waren es aber die vielen Kleinigkeiten, die mir einfach positiv hängengeblieben sind: Dies fing bei dem kontaktlosen Zahlen bereits an, oder dass die Crew allesamt mit OMR Snapbacks und T-Shirts rumlief. Auch dass die zahlreichen Helfer allesamt als Minions (Gelbe Beanies/Pullover, blaue Overals) verkleidet waren und für Ordnung gesorgt haben, ist mir positiv aufgefallen. Das Corporate Design von OMR (realisiert von Rocket & Wink) kam auch besonders gut auf der großen Konferenz-Bühne zur Geltung.

Wäre Scott Galloway vor Ort gewesen, hätte er Facebook auch mehr zersägt.

Im nächsten Jahr sind wir natürlich auch wieder bei der OMR dabei!

René Dege hat Medienmanagement in Salzgitter studiert und ist jetzt Consultant SEO bei morefire. Neben SEO interessiert er sich in seiner Freizeit für gute US-Serien, Podcasts und Fotografie. Mehr von René gibt es auf www.renedege.com oder bei Instagram.

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