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koks.digital 2017: Unser Recap

Die koks.digital fand dieses Jahr schon zum zweiten Mal in Bochum statt. Wir waren vor Ort und hatten mit Patrick einen echten Bochumer als Speaker im Gepäck. Was wir alles auf der Konferenz erlebt haben, erfahrt Ihr im Recap.

Programm und Learnings

Content, Conversion & Growth (David Odenthal)

David Odenthal hielt seinen Vortrag zum Thema Content, Conversion & Growth. Er stellte die Frage, wie die Wahrnehmung der Nutzer gesteuert werden kann. Die Hürde im Content Marketing sei, dass sich die meisten Nutzer nur informieren wollen und nach einer Problemlösung suchen, jedoch nur 3 % etwas kaufen. Man sollte daher die Customer Journey möglichst einfach gestalten. Wichtig ist qualitativ hochwertiger und interessanter Content, sodass die Verweildauer steigt. Außerdem sollten Call-to-Actions und wichtige Informationen „above the fold“ eingebaut werden.

Auch Vertrauen und Sicherheit, zum Beispiel durch Zertifikate und SSL-Verschlüsselung, sind wichtige Faktoren für die Customer Journey. Das Fazit des Vortrages war, dem Nutzer seinen Weg so einfach wie möglich oder den Content so spannend zu machen, dass die Verweildauer steigt.

Tausende Spieler, Millionen Zuschauer und eine Handvoll Marketer (Carsten Schulte & Yaya Blank)

Das Thema eSports ist schon lange kein Thema mehr, welches nur in muffigen Turnhallen kompetitiv ausgetragen wird. Mittlerweile hat sich der elektronische Sport mit Spielen wie League of Legends, Counter Strike: Global Offensive oder Dota 2 zu einer riesigen Branche entwickelt. Die großen Turniere wie The International (Dota 2) erreichen bei Anbietern wie Twitch Zuschauerzahlen, die auch kein Musiker erreicht. Besonders die jungen Millennials haben ein hohes Interesse am eSport: Ähnlich wie bei Netflix, Spotify und gerade YouTube können sie sich ihren Medienkonsum selbst zusammenstellen.

koks.digital Twitch-Marketing

Dieses Potenzial haben auch Unternehmen für sich erkannt: Bereits im Jahr 2014 hat Amazon das Streaming-Portal “Twitch” für rund eine Milliarde US-Dollar gekauft. Auch deutsche Unternehmen wie der Energiekonzern innogy haben dies erkannt und mit eSports@innogy ein eigenes eSport-Team gegründet. Carsten Schulte von innogy will somit für einen mind change sorgen, der sich auch in der (starren) Unternehmenslandschaft verbreiten soll. Um die Reichweite der jungen Zielgruppe für sich zu nutzen, hat er sich mit etablierten Streamern wie Yaya ‚Sheesh‘ Blank zusammengetan und vermarktet gemeinsam die Übertragungen auf dem Streaming-Portal. Am Ende geht es doch um die Conversions.

Bei Übertragungen der eigenen Spiele haben sie einen Twitch Bot programmiert, der zu Stoßzeiten ein Angebot in den Twitch Chat während des Spiels postet. Nach eigenen Angaben funktioniert dies gut und es wurden so schon Stromverträge mit dem Energiekonzern abgeschlossen. Dieses Vorgehen zeigt einen innovativen Ansatz, Zielgruppen zu erreichen, die sonst schwer zu erreichen sind und auch, dass deutsche Unternehmen gewillt sind, starre Strukturen aufzubrechen und andere Wege zu probieren.

YouTube Marketing (Patrick Pape)

Mit Patrick hatten wir einen echten Bochumer als Speaker im Gepäck. Bei der ersten Ausgabe war er noch Gast – diesmal konnte er als Speaker viel Hilfreiches zum Thema YouTube Marketing beitragen.

Zu Beginn des Vortrags präsentierte Patrick zunächst ein paar beeindruckende Keyfacts:

YouTube ist neben Google die zweitgrößte Suchmaschine und 50 % der Videos werden inzwischen mobil abgespielt – so weit so gut. Viel beeindruckender ist jedoch, dass die Sichtbarkeit eines Videos auf der Google-Ergebnisseite 50x höher ist als die einer Webseite. Auch die Klickrate für Video-Ergebnisse ist 43x höher als für reine Text-Ergebnisse. Der Knaller kommt aber am Schluss: Die Conversion Rate für Seiten, die Videos eingebunden haben, ist ganze 56x höher als bei Seiten, die keine Videos anbieten.

Dann ging es ans Eingemachte – Die wichtigsten KPIs in Bezug auf die Watchtime als „Multi-Index“ von YouTube-Videos werden thematisiert:

  • Videoaufrufe
  • Videowiedergabezeit
  • Upload-Frequenz
  • Session Start
  • Session Dauer
  • Session Ende

Darüber hinaus gab es von Patrick noch ein paar Optimierungstipps. Anhand anschaulicher Beispiele aus der Praxis erklärt er, wie man Videotitel, -beschreibung, -tags und Thumbnails am besten einsetzt und worauf man definitiv verzichten bzw. achten sollte.

„Ich bin ein Ferrari und du fährst mich wie einen Fiat.“

Mit diesen Worten leitete Patrick in seinen nächsten und letzten Punkt auf der Agenda über: YouTube-Videos und –Kampagnen mithilfe von Analytics auswerten. Ein häufiges Problem dabei sei, dass viele nicht wüssten, wie sie mit Analytics bei der Auswertung umgehen sollten. Auch für dieses „Problem“ hat Patrick hilfreiche Learnings parat.

Folgende Kennzahlen sind bei der Auswertung besonders wichtig:

  • Zuschauerbindung
  • Suchbegriffe
  • Videos in Playlists
  • Abo-Quelle

Content Marketing: Für jede Lösung ein Problem (Nadine Krewenka & Charlotte Stolp)

“Content Marketing: Für jede Lösung ein Problem!” ist der Titel des Vortrages von Nadine Krewenka und Charlotte Stolp von diva-e. Es ging darum, was guten Content ausmacht. Im Idealfall schafft er Mehrwert, indem er die Suchintention des Nutzers bedient. Er ist lesbar, also fehlerfrei, strukturiert und kommt ohne „keyword stuffing“ aus. Außerdem sollte er kanalspezifisch sein. Content in Social Media ist anders als auf einem Blog. Die Ziele guten Contents sind Markenaufbau, Vertrauen schaffen, Kundengewinnung und schließlich Kundenbindung. Doch wie können diese Ziele durch Content erreicht werden? An erster Stelle stehen das Content Audit und die Zieldefinition. Darauf folgt die Priorisierung aller anfallenden Aufgaben und die Content Planung.

koks.digital Content Marketing

Bei der Content-Überarbeitung und Produktion spielt das Texter-Briefing eine wichtige Rolle, um passgenauen Content zu bekommen. Dazu gehören inhaltliche, projektspezifische aber auch strukturelle Vorgaben, wie zum Beispiel Informationen zur Zielgruppe, zur Textart oder zur Keyword-Integration. Anschließend folgt die Keyword Distribution. Dabei sollte man auf die Zielgruppen und den Kanal achten. Hier bietet es sich auch an, neue Formate, wie zum Beispiel Videos, zu schaffen. Zum Schluss sollte der Fortschritt überwacht werden. Beim Content Monitoring werden aus relevanten KPIs Optimierungsbedarf und Strategieänderungen abgeleitet. Der Vortrag hat auf interessante und gut strukturierte Weise aufgezeigt, worauf es beim Content ankommt und wie Ziele erreicht werden.

Influencer Marketing – Reichweite durch Meinungsführer? (Wahid Rahim)

Influencer Marketing ist aktuell überall zu hören. Im Vortrag von Wahid Rahim ging es daher um die Frage, ob Influencer den Unternehmen per se eine brauchbare Reichweite vermitteln können. Als Experte für das Thema verkuppelt sein Unternehmen RankSider Influencer an geeignete Unternehmen für Kampagnen und umgekehrt. Er ist der Meinung, dass Influencer nicht kategorisch für eine brauchbare Reichweite sorgen. Viele sogenannte “Meinungsführer” haben gar keine Themenrelevanz zum Produkt bzw. zur Dienstleistung und leihen nur ihr Gesicht für die Kampagne aus. Das Ergebnis ist, dass die Authentizität des Influencers und die Glaubwürdigkeit der Marke darunter leiden werden.
Influencer Marketing auf der koks.digital
Er ist daher der Meinung, dass man Influencer Marketing umdenken sollte und gegebenenfalls auch nur auf Performance-Basis entlohnen sollte (“Pay only for results”). Am Beispiel eines bekannten Modebloggers zeigte er auf, dass sich das Engagement nicht unbedingt erhöht, wenn ein Modelabel mit Influencern zusammenarbeitet. Als positives Beispiel nannte er die Marketingstrategie von About You, die effektiv mit Influencern zusammenarbeitet. Aber nicht nur die großen Influencer sind von Relevanz. Auch kleine “Micro Influencer” mit geringer Reichweite sind für ihn relevant, da sie öfters einen besseren Zielgruppenfit haben. Abgeschlossen hat er seinen Vortrag mit der These, dass Influencer weiterhin ein Glaubwürdigkeitsproblem haben und dass die Unternehmen frühzeitig agieren sollten.

Rahmenprogramm: Der regionale Startup-Pitch

Auch bei der diesjährigen koks.digital gab es wieder einen Startup-Pitch. Im Vorfeld hatten regionale Gründer Zeit, ihre Ideen bei den Veranstaltern einzureichen. Die ausgewählten Gründer hatten dann fünf Minuten Zeit, ihre jeweiligen Geschäftsideen vor dem Publikum im Riff zu “pitchen”. Wer schon einmal einen “Elevator Pitch” vor einem Publikum geübt hat weiß, wie schwer das unter Zeitdruck sein kann. Wie man es bei der Oscarverleihung 2017 gewohnt ist, setzte nach den fünf Minuten auch Musik ein, dass die Gründer doch abschließen sollen.

Startup Pitch auf der koks.digital

Folgende Startups waren diesmal vertreten:

  • 9elements: Softwarespezialisten für IT und Web Development
  • Ruhrsource: Dienstleistungen und Beratung für 3D-Drucke
  • SellUp: Innovative Software für die Akquise im Vertrieb
  • Viality: Virtual Reality für interaktive Anwendungen
  • Masterplan.com: E-Learning für digitale Kompetenzen

Abgestimmt wurde live über ein das Portal Slido, welches auch zuvor für die Fragen an die Speaker auf der Konferenz genutzt wurde. Gewonnen hat letztendlich das Startup Masterplan.com. Glückwunsch auch von uns an dieser Stelle!

Unser Fazit zur koks.digital

Die koks.digital 2017 war ein voller Erfolg und ist eine super Möglichkeit, in der digitalen Welt up-to-date zu bleiben. Ein Mix aus spannenden Vorträgen, kreativem Publikum und Ruhrpott-Charme – mitten in Bochum. Durch die Größe war es auch gut möglich, sich mit anderen Leuten über die Konferenz auszutauschen. Die Speaker waren immer greifbar, so dass man die Möglichkeit hatte, Fragen zu stellen. Die perfekte Atmosphäre wurde durch das Bochumer Hopfenfest im Anschluss abgerundet, welches wir uns natürlich nicht haben entgehen lassen. Hopfen sei Dank!

Schön war’s bei der #koksdigital! Nächstes Jahr sind wir auch wieder dabei. Seid gespannt auf unseren Recap

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Das war unser Recap zur zweiten koks.digital in Bochum. Wir freuen uns bereits jetzt auf die dritte Ausgabe und sagen: Bis zum nächsten Mal!

Lisa hat Medienmanagement studiert und ist jetzt Consultant SEO bei morefire. Neben den neuesten Online-Marketing Trends, begeistert sie sich privat für Konzerte, Fahrradtouren im Sommer oder entdeckt kleine, charmante Cafés in Köln.

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