morefire
MENÜ

koks.digital 2018: Unser Recap

Zum dritten Mal fand die koks.digital in Bochum statt. Um der “Schönwetter”-Zeit zu entgehen, wurde sie dieses Jahr vom August in den April verlegt. Geklappt hat das bei 28°C am letzten Freitag nur mäßig. Ausgeglichen wurde das aber mit leckerem Eis und wertvollen Insights. Wir waren mit einem morefire-Team dort und wollen Dir hier unsere besten drei Learnings mitgeben:

#1: Online-Marketing-Tools eine Chance geben und auf versteckte Features achten

Christian Czech zeigte in seinem Vortrag „B-Seiten ausgewählter Online-Marketing-Tools“ kurzweilig und eindrucksvoll, welche versteckten aber sehr nützlichen Features in vielen, eigentlich recht bekannten Tools stecken.

Ich stelle hier einmal meine 3 Top Tipps des Vortrags vor:

Google Correlate

Obwohl dieses Tool bereits seit 2003 von Google angeboten wird kannte es – mich eingeschlossen – kaum jemand der rund 200 Anwesenden.
Google Trends “kleiner” Bruder bietet ungeahnte Möglichkeiten, Zusammenhänge zwischen Suchintentionen von Usern sichtbar zu machen. Das Tool zeigt weiter Keywords von Usern an, die ebenfalls nach Deinem Keyword gesucht haben. Du hast somit einen guten Einblick in weitere beliebte Themengebiete, in denen sich Deine potentiellen Kunden tummeln. Perfekt, wenn man beispielsweise über alternative Interessensgebiete und Placements für seine Kampagne nachdenkt.

Das Tool setzt aber noch einen drauf! Es gibt Dir die Möglichkeit zeitversetzt zu arbeiten. Du kannst also entweder korrelierende Suchergebnisse aus vorherigen Wochen oder, auf Vorjahresdaten basierend, Schätzungen für künftige Zeitpunkte einsehen.

Am Beispiel-Keyword Gartenmöbel kann man sehr gut erkennen, welche wichtige, strategische Hilfe das Tool sein kann. So kann man hier genau erkennen, wie sich die Interessen der User von Beginn der Gartensaison, von Themen wie Frühbeet und Aussaat in den vergangenen Wochen eher in den Bereich Gartenmöbel verschoben haben. In 2-3 Wochen ist das Gras dann bei den meisten so hoch, dass über einen neuen Rasenmäher nachgedacht wird.
Auf diesem Wege kann man sehr präzise und recht zuverlässig ableiten, was beispielsweise mein Frühbeet kaufender Kunde aus dem Frühjahr wohl jetzt im Sommer auf seiner Wunschliste haben könnte.
Rundherum ein sehr nützliches Tool mit vielen Anwendungsbereichen.

Chrome – Filmstrip

In den Chrome Developer Tools versteckt lebt dieses kleine Helferlein. Film Strip gibt Dir die Möglichkeit eine schnelle und unkomplizierte Analyse Deines Page Speeds zu erhalten. Einfach in Chrome die Developer Tools aufrufen und (Strg + Umschalt + I) und das Tab Network auswählen.
Jetzt noch ein kurzer Klick auf Disable Cache und schon kannst Du per F5 die Seite neu laden und die Aufzeichnung beginnen lassen. Aufgezeichnet wird hier immer der aktuelle Bildausschnitt im Browser. Du kannst Dir also gezielt einzelne Elemente der anschauen. Filmstrip zeigt Dir, neben einer chronologischen Aufzählung aller geladenen Elemente eine Timeline, in der Du lange Ladezeiten einzelner Elemente sehr schnell ausmachen kannst.

Das beste Feature sind jedoch die Screenshots, die Filmstrip alle paar Millisekunden erstellt. Hier kannst Du die Seite quasi in Super SloMo laden sehen. Perfekt, um einfach zu identifizieren, ob User relevante Teile der Homepage zuerst geladen werden oder ganz am Ende der Kette stehen. So kann man schnell nachbessern bzw. mit dem Kunden oder seinem Web-Developer an einer Lösung arbeiten.
Auch eine schöne Möglichkeit fachfremden Kunden zu visualisieren, was an ihrer Seite noch verbesserungswürdig wäre. Damit kämpfen wir ja alle ab und an einmal.

URL-Shortener Analytics

Ja richtig gehört. Viele gängige URL-Shortener bieten recht detaillierte Metrics zu den jeweiligen Links an. Alles, was Du dafür tun musst, ist ein + an die URL anzuhängen.
Der so entstandene Link führt Dich auf eine gesonderte Page, die ausschließlich Daten über den verkürzten Link enthält. Sowohl Bitly als auch Googl bieten einen recht detaillierten Einblick auf Klicks, Referrals, Länder und sogar Browser und Betriebssysteme.

Goo.glInsgesamt also ein wirklich nettes Tool, um die Performance einzelner Kampagnen oder Aktionen auf die schnelle zu kontrollieren, auch wenn das Tracking ab Deiner Landingpage stoppt.
Ein anderer Wermutstropfen ist die Tatsache, das JEDER mit der gekürzten URL diese Metriken einsehen kann. Ihr öffnet als Tor und Tür zu allen Eingeweihten mit einem + auf der Tastatur.

Während der Präsentation zeigte Christian beispielsweise einen Link, den Zalando in einer Social Kampagne verwendet hatte. Das Publikum wurde eingeladen doch einmal schnell auf seine Smartphones den Link zu testen und siehe da, voller Zugriff auf die Daten des Schuhverkäufers. Welche Konsequenzen so ein “Datenleck” letztendlich haben könnte war niemandem so richtig klar. Dennoch ist es interessant, sich über alle Vor- und Nachteile der URL-Shortener im Klaren zu sein.

Wer sich Christians Vortrag und die darin vorgestellten Tools jetzt noch einmal genauer anschauen möchte kann das unter dem von ihm bereitgestellten Link gerne tun.

#2: Growth Hacking – Definiere Dir Deine North Star Metric

Im Vortrag “Growth – Hype vs. Realität” von Ben Küstner gab es wertvolle Insights in das Wachstum von Internetgiganten wie Facebook und Airbnb. Ziel sollte es immer sein, nachhaltiges Wachstum zu generieren, denn nicht jedes Wachstum ist gut.

Nachhaltiges Wachstum? Das basiert auf glücklichen Kunden. Denn glückliche Kunden kommen wieder und kaufen wieder. Aber Standard KPIs wie Klicks und Conversions gehen nicht weit genug, um diesen Erfolg zu messen. Und oft arbeiten verschiedene Abteilungen auf verschiedene Ziele hin.

Als erstes muss also eine North Star Metric her. Also ein messbarer Wert, der die gesamte Unternehmung überspannt und auf dessen Erreichen sich alle konzentrieren können. Dieser Wert spiegelt den Mehrwert wieder, der dem Kunden geboten wird.

Für Facebook sind das z.B. die täglich aktiven User. Mehr tägliche Benutzer sprechen für mehr zufriedene Menschen, die Facebooks Plattform regelmäßig nutzen. Mehr Menschen auf der Plattform bedeutet mehr Rezipienten für die Werbung, die dort ausgespielt wird. Also mehr Geld für Facebook = nachhaltiges Wachstum.

In Bens Unternehmen “Pottsalat” ist die North Star Metric die Kundenbindungsrate. Und daran werden alle Maßnahmen ausgerichtet. Dazu hatte er auch Ergebnisse zu zwei Salaten als Beispiele dabei. So konnte man beim ersten oberflächlich nur sehr wenige Conversions ablesen. Bei einem Blick auf die Retention Rate sah man aber, dass über diesen Salat ein Großteil der wiederkehrenden Kunden generiert wurde. Anders herum gab es aber auch einen Salat, der viele Conversions hatte, allerdings eine schlechte Retention Rate. Das deutet darauf hin, dass das Bild und der Salat für einen Erstbesucher ansprechend ist, er aber im Geschmack nicht zum Wiederkehren überzeugen kann. Folglich ergibt sich daraus Handlungsbedarf am Produkt.

Hier noch ein paar weitere Beispiele:

  • Airbnb: Gebuchte Übernachtungen (Mehrwert für Nutzer und Vermieter)
  • Twitter: Nutzer, die 30 anderen Benutzern folgen (Netzwerk als Mehrwert)

Also: Definiere Dir eine einzelne KPI, deine North Star Metric, die den zentralen Mehrwert für deinen Kunden widerspiegelt. Anschließend richte alle Maßnahmen zur Optimierung dieses Wertes aus, um ein nachhaltiges Wachstum Deines Kundenstammes und somit auch Deiner Unternehmung zu generieren.

#3 Vortrag Eray Basar (9elements GmbH) – Marketing durch Design

In seinem Vortrag ging es um Erfahrungen, Trends und Tools, sodass wir Marketing durch gutes Design besser machen können. Hier eine kurze Zusammenfassung:

„DESIGN IS ONE OF THE MOST POWERFUL TOOLS FOR A MARKETEER“

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“! Visuelle Informationen kann das Gehirn 1000 mal schneller verarbeiten. In einer Zeit, in der die Aufmerksamkeit zu kurz ist und in der soziale Kanäle immer mehr dominieren, werden kreative Bild- und Videoanzeigen unverzichtbar. Gestaltung wird ein entscheidender Erfolgsfaktor für jede Kampagne. Deswegen ist die Wahl der richtigen Bilder sehr wichtig.

Design ist Kommunikation und Emotion. Man kann mit Hilfe von Farben, Formen und Typologie Emotionen triggern.

Jeder Marketer sollte das Grundwerkzeug Design beherrschen. Als Online Marketeer versteht man sich nicht unbedingt als Designer; dafür füllt sich der Markt mit Tools, die uns ohne jegliche Vorkenntnisse zu gutem Design befähigen. Es gibt mittlerweile sehr viele Tools wie z.B. Canva.com, getstencil.com, die das Bearbeiten von Bildern vereinfachen. Es ist auch einfacher, kleine Veränderungen selber durchzuführen als es immer zum Designer zu geben, da es so mehr kostet und Reibungspunkte entstehen können.

Fazit: „Nutze die Macht von Bilder für die Kommunikation“

Liste mit erwähnten Tools

www.befunky.com

getstencil.com/

www.canva.com/

www.pixelmator.com/

www.fotor.com/

www.unsplash.com/

www.img.ly/

 

Fazit

Mit Ruhrpott Charme und vielen coolen Vorträgen ist die koks.digital für alle Digitalen aus der Gegend ein absolutes Muss. Besonders gut gefallen hat uns auch der Blick über den Tellerrand durch die breit gefächerten Themen.

Auch das Networking und der Austausch mit anderen Experten ist durch die durchaus kleine und familiäre Atmosphäre nicht zu kurz gekommen.

Dass das abschließende Voting ergab, dass morefire die beiden besten Speaker der Veranstaltung gestellt hat, ist natürlich auch eine nette Dreingabe 😉

Florian Eßer

Geschrieben von

Florian ist Consultant Paid Media bei morefire. Wenn er nicht gerade den Kölner Straßenverkehr auf seinem elektrischen Longboard durcheinander bringt dümpelt er gerne mit seinem Wanderkajak durch Skandinavien.

5 / 5 (2 votes)

Schreibe einen Kommentar

Loading Facebook Comments ...

Ein Kommentar

Trackbacks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Loading Disqus Comments ...