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SEO Sunday: Contentmarketing Erfolgsmessung

Viel ist passiert dieses Jahr… Wenn ich mal so überlege kann ich mich an kein Jahr erinnern in dem es so turbulent zugegangen ist. Naja, kann aber auch sein dass ich noch nicht sooooo lange dabei bin wie SEO-Urgesteine a la SEOnaut oder Mediadonis. Egal, auch die aktuelle Diskussion um ein eventuelles Ende von SEO Tools passt da voll rein, aber auch darauf will ich nicht hinaus 😉

Ein anderes Thema wird immer mehr in den Fokus gerückt, ihr kennt es alle: Ja es geht um das aktuelle Buzzword der SEO-Szene, und zwar Contentmarketing, was wohl früher oder später das pure alte langweilige, unkreative und stupide Linkbuilding ablösen wird. Meiner Meinung nach steht die SEO Szene genau deswegen vor einem großen Umbruch auch wenn einige das noch nicht wahrhaben wollen.

Das Problem was vielen SEOs dabei Kopfzerbrechen bereiten kann ist die konkrete Messbarkeit von Contentmarketingaktionen. Ich habe dieses  Jahr mit einer Menge Leute über folgendes gesprochen: „Wir haben eine echt geile Aktion mit richtigem Mehrwert für den User gemacht, aber am Ende sind insgesamt nur 3 Links dabei rausgekommen. Und gekostet hat der Spaß mal eben ein paar tausend Euro. Da kann ich den Kunden schon verstehen wenn er keine Lust mehr auf solche Aktionen hat…“ Das Problem an der ganzen Sache ist das Wort „Link“. Viele Leute verstehen einfach nicht warum eine Contentmarketingaktion aus der am Ende nur 3 Links resultieren trotzdem wertvoller ist als 10.000 Links für 25€ bei ebay. Ich zeige euch nun auf die allersimpelste Art und Weise warum eine Contentmarketingaktion mit wenigen Links eigentlich viel besser und überzeugender zu messen ist als Linkbuilding selbst. Denn was zählt am Ende des Tages eigentlich? Eine hübsch aufbereitete Excelliste mit einer fest vorgeschriebenen Anzahl an Backlinks oder harte Fakten wie Traffic oder besser noch Sales? Das müssten doch eigentlich alle verstehen…

Let´s go!

Bevor man überhaupt an die Durchführung von Marketingaktionen auf der eigenen Website denken sollte, muss man erst einmal seine Hausaufgaben in Form von Onpage SEO machen. Gott sei Dank ist auch dieses Thema derart stark in den Fokus gerückt, zu Recht. Da das alte Schema Link mit harten Linktexten auf bestimmte – oft nicht ausreichend optimierte  – URLs zu feuern einfach nicht mehr so leicht greift wie früher war das auch bitter nötig. Wie man die Onpage SEO Basics umsetzen sollte habe ich hier mal ausführlich beschrieben. Wenn man es aber richtig professionell machen will kommt man ohne Tools wie onpage.org, strucr.com, der Searchmetrics Suite oder dem Sistrix Optimizer eigentlich nicht mehr aus. Von wegen SEO Tools sind tot 😉

Jetzt geht es darum wie man das Thema Contentmarketing tatsächlich auf die Straße bringt. Da ich mich jetzt nicht wiederholen will verweise ich auch hier auf einen Artikel indem ich eine mögliche Contentmarketing Vorgehensweise mal Schritt für Schritt beschrieben habe…

Jetzt geht’s an die Bewertung…

Das Problem was sich bei vielen SEOs jetzt auftut liegt oft in der Bewertung der durchgeführten Maßnahmen. Viele warten einfach ab und gucken hinterher wieviele Backlinks generiert wurden und wie sich dir Rankings oder schlimmer noch die Sichtbarkeit entwickelt haben, und das war´s dann leider schon. Oft werden also nur folgende.

contentmarketing_visibility1.png

Jetzt stellt euch einfach mal vor mit diesen 3 Screenshots vor dem Controlling, dem Kunden oder seiner Freundin auftauchen zu müssen. Da sollte man schon ein sehr guter Überzeugungskünstler sein 😉 Denn unterm Strich kann man sich von Links, Rankings und Sichtbarkeit erst einmal nichts kaufen.

Doch dabei ist die Lösung doch so was von extrem einfach. Stellt euch einfach vor ihr betrachtet euer eigenes Projekt, da guckt ihr doch morgens auch nicht auf solche Werte. Hier guckt man morgens auf dem Smartphone doch auch erst mal auf andere Werte wie Traffic und Sales. Und genauer kann man den Wert eines einzelnen Links doch gar nicht messen als mit Traffic und generiertem Umsatz. BTW: Und genauso sieht Google doch auch was abgeht, Traffic wird auf jeden Fall ein ernstzunehmender Rankingfaktor nächstes Jahr, wenn nicht sogar der wichtigste! Hier also mal ein Beispiel wie man Contentmarketing sofort und extrem genau bewerten kann:

contentmarketing_traffic_sales.png

Kein Hokuspokus, nix mit Linktextvariation, keine Deeplinkratio und so weiter. Schaut euch ganz einfach den referral-Traffic der Seiten an auf dem ihr euren Content platziert habt und schon seht ihr ob es ein wertvoller Link ist oder eben nicht. Und mit diesen Zahlen kann man dann auch seinen Vorgesetzten, seinen Kunden, seinen Controller und natürlich sich selbst SOFORT überzeugen dass die Aktion nun eben doch ein Erfolg war. Und ganz nebenbei hat man auch noch ein paar Links abgesahnt die sich dann später wieder langfristig auf Rankings, Sichtbarkeit, Traffic und Sales auswirken können, aber eben nur können. Und das auch noch ganz ohne das man in Erklärungsnot kommt 😉

Fazit

Jede Aktion bzw. jeder Link der guten Traffic bringt muss auch Google gefallen! Auch wenn das alles total logisch und basic war, ich wette ich habe einigen SEOs da draußen eine gute Argumentationsmöglichkeit gegeben wenn es darum geht zu argumentieren wenn es um das Thema Contentmarketing anstelle von Old-School Linkbuilding geht. Das Problem bei vielen eingefahrenen SEOs ist nämlich das Brett vorm Kopf wenn es darum geht über den Tellerrand zu schauen. Denn so verdammt oft ist die Lösung sowas von easy!

Marcel Becker

Geschäftsführer, Inbound Marketing-Freak und King of Tablesoccer – Blogger @morefire

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7 Kommentare

Eren schrieb am 16. Dezember, 2012 @ 16:29

Hi Marcel,

wirklich schöner Artikel aus der Praxis.
Ich kann Dir nur zustimmen. Wir haben letztens eine Einstiegsseite von einem Kundenprojekte redaktionell überarbeitet und vereinzelt Verweise pro aktiv gesetzt. Das Ergebnis: nur nach drei Wochen haben wir den Traffic in etwa verdoppelt. Massgebliche KPI des Kunden: Traffic und den dadurch resultierenden Umsatz. Wie viele Links gesetzt wurden, oder andere Punkte haben den Kunden überhaupt nicht interessiert.

Eigentlich absolut nichts neues, daher stimmt das schon: die Lösung ist meist trivialer und so viel einfacher, als man denkt. Skalierbarkeit im Bereich Content Marketing ist nicht aufwending, wenn man es richtig angeht und a bissl Glück gehört sicherlich auch nicht mit dazu.

Diese Entwicklung wäre in der Gesamtheit zu begrüßen, befürchte jedoch, dass wir Agenturen noch sehr viel Aufklärungsarbeit leisten müssen, denn ein Großteil der Praxis schaut leider weiterhin wie folgt aus: ich investiere eine bestimmte Summe pro Monat; wie viele Links bekomme ich dafür?

Liebe Grüße

Eren

Andreas Mast schrieb am 16. Dezember, 2012 @ 22:31

Sehr schöner Artikel, ich sehe das auch so, die eigentlichen wichtigen Ziele werden nicht ausgewertet bzw. reportet. Denn dein Unternehmen kann die Mitarbeiter eigentlich nicht davon bezahlen wenn die Sichtbarkeit um Prozentsatz X gestiegen ist bzw. wenn 500 neue Links gesetzt wurden.

Daher ist es viel wichtiger die wirklich relevanten Ziele wie z.B. die Umsätze bzw. Gewinne zu analysieren. Hierbei ist aber auch beim Tracking darauf zu achten, dass geprüft wird über welchen Kanal der jeweilige Sale generiert wurde. Bzw. es muss geprüft werden ob der Sale davor auch von einem anderen Kanal mit eingeleitet wurde damit das Tracking auch wirklich aussagekräftig ist.

SEOnaut schrieb am 17. Dezember, 2012 @ 5:52

Du, ich kann dich beruhigen. Früher war es wild. Aktuell finde aber auch ich es wilder. Danke für dein Beispiel.

Marcel Becker

Marcel Becker schrieb am 17. Dezember, 2012 @ 10:10

@Eren: Hab beim Schreiben unter anderem auch an unser Gespräch auf dem SEOktoberfest Charity BBQ gedacht 😉 Und du hast Recht, die größte Herausforderung aktuell ist es die Leute (um)zuerziehen hin zu sinnvollen KPIs

Stefan schrieb am 19. Dezember, 2012 @ 15:23

Der Artikel bringt es auf den Punkt. Traffic drückt

Jedoch denke ich, dass der Traffic Report in vielen Fällen auch nicht viel schöner aussieht als der Linkreport und sich deshalb auch nicht leichter dem Controlling, dem Kunden oder der Freundin vorstellen lässt. 😉

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