Weiterbildung im Online Marketing – Wissensaufbau & Teams fit halten

“Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück.” – Das Zitat des englischen Komponisten Benjamin Britten passt wunderbar zu der Entwicklung des digitalen Marketings. Online Marketing ist durch die Digitalisierung ständig im Wandel. Neue Plattformen, Tools, Trends und mehr kommen jährlich auf den Markt und es scheint manchmal unmöglich immer am Ball zu bleiben.

Wenn Du wissen möchtest, wie Du Dich und Dein Team im Online Marketing top fit hältst, dann ist dieser Blogartikel der richtige für Dich.

Falls Du gerade unterwegs bist, kannst Du Dir hier die Folge von “The Art of Marketing” anhören, die ich mit Beatrice Kemner, Head of Product Development bei Headstart Studios, aufgenommen habe.

Was ist besser: Schneller rudern, Motor kaufen, oder sich lieber mit dem Strom treiben lassen?

Die Mischung macht es. Am besten ist es natürlich, wenn Du Dich gezielt und mit dem richtigen Mindset in den Marketing-Themen weiterbildest. Diese sollten auch wichtig für Dein Unternehmen sein, denn somit sicherst Du Dir nachhaltigen Erfolg.

Auch hilft Dir das Priorisieren von Themen, zu denen Du Dich weiterbilden willst, um Dich in dem Strom von Entwicklungen zurecht zu finden. Denn der Versuch, überall auf dem neuesten Stand zu sein, wird wahrscheinlich nicht zum Erfolg führen. Außerdem solltest Du lernen, rasante Entwicklungen im digitalen Marketing geschickt zu navigieren.

Wenn Du mehr zum Thema “Was muss ein Marketer in Zukunft können?” wissen willst, dann ist diese Podcast Folge genau die richtige für Dich. In dieser erzählt Dir Nina Schaffert von der XU Group, welche Skills im digitalen Marketing zukünftig benötigt werden.

Wie steht es um das Bewusstsein zum Thema Weiterbildung im digitalen Marketing bei den Unternehmen?

Damit das Bewusstsein in Unternehmen zur Notwendigkeit der Weiterbildung überhaupt entsteht, müssen diese eines begreifen: Lernen ist eine der Schlüsselkompetenzen für die Zukunft.

Digitalisierung ist kein abgeschlossener Prozess, mit dem Unternehmen irgendwann fertig sind, sie ist eher ein ständiger Begleiter. Egal ob im Alltag oder im Marketing. Dadurch wird Veränderung zu einer Konstante, die eine Lernkompetenz erfordert um sich an Änderungen anzupassen.


“Lernen wird zum Motor für wirtschaftlichen Erfolg.”

Beatrice Kemner zum Thema “Weiterbildung in Unternehmen”


Dass die Lernfähigkeit und Offenheit für Neues essentiell wichtig für die Zukunft ist, ist Unternehmen zwar bewusst, jedoch handeln diese oft nicht danach. Weiterbildung wird oft noch als Personalentwicklungsthema gesehen und nicht als Thema mit Businessrelevanz.

Wie viel investieren Unternehmen pro Jahr in Weiterbildung?

Es gibt verschiedene Wege das Investment von Unternehmen pro Jahr zu messen:

  • Monetäre Ausgaben für externe Trainings
  • Arbeitszeit der Mitarbeiter:innen, die diese in Weiterbildung investieren
  • “Learning on the job”-Formate, d.h. unternehmensinterne Weiterbildung

Laut einer Studie des IW waren es 2020 im Schnitt rund 1200€ pro Mitarbeiter, die in Weiterbildung investiert wurden.

Wo sollte das Thema im Unternehmen verantwortet werden?

Das Thema “lebenslanges Lernen” sollte in Unternehmen an höchster Stelle verankert sein, da es den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens sichert. Also am besten im Vorstand des Unternehmens.

Operativ gesehen sollten Geschäftsbereiche und Abteilungen mit der Personalentwicklung arbeiten. Die Personalentwicklung sollte sich hier auf das Lernen fokussieren, die Fachabteilungen auf die jeweiligen Business-Kompetenzen.

Was hat sich durch die Pandemie verändert?

Durch den Lockdown und dem Ausschluss von Präsenztraining ist das digitale Lernen erst 2021 in der beruflichen Weiterbildung angekommen. Auch das Arbeiten im Home Office, das plötzlich eine rein digitale Kollaboration und Kommunikation einforderte, hat Berührungsängste mit dem digitalen Lernen abgebaut.

Und auch so – von der Pandemie abgesehen – bringt das digitale Lernen einige Vorteile mit sich:

  • Zeitliche und räumliche Flexibilität
  • Demokratisierung des Zugangs für z.B. mobil eingeschränkte Menschen
  • Engere Verzahnung mit dem Arbeitsalltag und höhere Anwendungswahrscheinlichkeit

Welche Formate sind sinnvoll?

Ziel einer Weiterbildung ist nicht sie besucht zu haben, sondern aus dieser zu lernen. Teilnehmer:innen sollen Learnings mitnehmen, um neues auszuprobieren und somit die Performance zu steigern. Das schaffst Du nur, wenn Teilnehmer:innen schnell in die Anwendung kommen, im Job und im Training.

Deshalb sind Weiterbildungsformate, die Teilnehmer:innen tagelang nur druckbetanken nicht der richtige Weg um effektive Erfolge zu erzielen.

Die Lösung: Formate, die in Unternehmen Menschen zusammenbringen.
Der Grund: Ein ganzheitlicher Blick über alle Teildisziplinen gehört im Marketing dazu, um keine Silos zu bilden. Wenn ein Verständnis geschaffen wird, wie Disziplinen ineinandergreifen, wie Maßnahmen auf Ziele einzahlen, etc., funktionieren Kollaborationen besser.

Organisation von Weiterbildung

Schaffe gemeinsames Basiswissen, z.B. zu einem integrierten kundenzentrierten Omnichannel-Ansatz im Marketing.

Gemeinsame Sprache und ganzheitliches Verständnis über die eigenen Aufgabenbereiche hinaus.

Gezielte Weiterbildungen, die auf die Rollen und Aufgaben der einzelnen Marketer abzielen.

→ Wahrgenommene Relevanz einer Weiterbildung ist eine Kernvoraussetzung für die Akzeptanz bei den Lernenden.

Welches Format eignet sich am besten?

Weiterbildung lieber digital, analog oder doch eine Kombination von beiden? Wie schon zuvor erwähnt haben digitale Formate viele Vorteile wie Flexibilität in Raum und Zeit, Zugang für Eingeschränkte, etc..

Wichtig: Die menschliche Komponenten, wie das Lernen von und mit anderen oder der Austausch sollten nicht zu kurz kommen. Das kann digital und analog erfolgen.

→ Ob die Weiterbildung analog oder digital stattfindet ist themenabhängig.

Welcher Zeitraum ist für Weiterbildungen optimal?

Lieber 2-3 Tages-Workshops, oder kleinere Pakete über einen längeren Zeitraum – welcher Zeitraum ist am besten für Lernende?

Für den besten Lernerfolg sind Weiterbildungen über einen längeren Zeitraum am besten. Diese sollten immer im Arbeitsalltag mitlaufen und eine gesicherte Lernzeit haben, damit der Lernerfolg auch gegeben ist.

Wie kann Wissen nachhaltig in Unternehmen verankert werden?

Anwendung: Gib den Lernenden die Gelegenheit, das neue Wissen im Job zu verwenden.

Austausch mit Anderen: Das funktioniert am besten über interdisziplinäre Taskforces, die Trainingskonzepte in Anwendung bringen, z.B. mehr Kundenzentrierung.

Auch sind Lern-Reminder eine Möglichkeit, Wissen in Unternehmen zu verankern.

Wie wird aus Theorie Praxis?

Wie schon oben erwähnt sind die Auswahl des richtigen Trainings, die Rolle der Führungskräfte und die Anpassung der Weiterbildung auf Ziele, Aufgaben, etc. enorm wichtig.

  • Empfehlungen für Unternehmen
  • Gemeinsame Sprache und Basis im ganzen Marketing Team schaffen
  • Lernen des kollaborativen Arbeitens
  • Vermeidung von Silos

→ Gute Grundlage für eine inhaltliche Weiterbildung.

Was ist ein sinnvolles Weiterbildungsbudget pro Mitarbeiter:in?

Ein sinnvolles, angemessen Budget sind circa 2000 Euro im Jahr. Marketing hat einen direkten Hebel zum Umsatz, deshalb sind Investments direkt relevant für den Unternehmenserfolg. Eine Weiterbildung lässt sich zwar nicht direkt im ROI messen, jedoch sind KPIs wie ein steigender Return on Ad Spend businessrelevant.

Fazit

Weiterbildung fängt bei der Einstellung an. Unternehmen müssen sich bewusst sein, dass Digitalisierung kein abgeschlossener Prozess ist, sondern mit stetigen Veränderungen kommt. Um relevant und aktuell zu bleiben, ist es deshalb umso wichtiger eine Lernkompetenz aufzubauen, um Erfolge zu erzielen.

Egal ob digital, analog oder hybrid – Weiterbildungsformate sollten menschliche Kompetenzen wie Austausch und Zusammenarbeit unterstützen. Eine Druckbetankung über mehrere Tage ist meist nicht sinnvoll, interdisziplinäre Workshops zwischen einzelnen Teams fördern Zusammenarbeit.

Damit das erworbene Wissen auch nachhaltig im Unternehmen verankert und umgesetzt wird, ist eine gemeinsame Basis für Weiterbildung, sowie passende, gezielte Workshops unabdingbar.

Robin Heintze

Robin ist Gründer und Geschäftsführer von morefire. Nach der Ausbildung zum Werbekaufmann und dem berufsbegleitenden Studium der Medienwirtschaft machte er sich mit morefiremedia selbstständig und leitet die Agentur nach der Fusion mit rankingCHECK auch weiter gemeinsam mit Marcel Becker und Tom Waniek. Seine große Leidenschaft sind emotionale Texte in Anzeigen und auf Landingpages. Seine Begeisterung für Texte und PPC Themen teilt er in Seminaren und Vorträgen leidenschaftlich mit.

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