„Corporate Influencing erreicht Stellen im Gehirn, da kommt klassische Markenkommunikation nicht mehr hin.“ Warum echte Mitarbeitende glaubwürdiger sind als jede Kampagne, wie die Kreissparkasse Köln ihr Programm pragmatisch aufgebaut hat und was Unternehmen daraus lernen können – darum geht es in dieser Folge.
Gast: Sarah Siemons, Team Lead Internetredaktion bei der Kreissparkasse Köln
Datum: 13.02.2026
Corporate Influencing ist weit mehr als ein Social-Media-Trend. Es erreicht Menschen auf einer Ebene, die klassische Markenkommunikation oft nicht mehr schafft: über echte Stimmen, persönliche Einblicke und authentische Geschichten.
Ausgangspunkt des Corporate-Influencer-Programms bei der Kreissparkasse Köln war die Beobachtung, dass viele Mitarbeitende stolz auf ihre Arbeit sind, viel zu erzählen haben und auf LinkedIn bereits vereinzelt aktiv waren. Ziel war es nicht, primär Reichweite oder Abverkauf zu generieren, sondern das Unternehmen erlebbarer zu machen, Vertrauen aufzubauen und die Vielfalt der Organisation sichtbar zu zeigen. Sichtbarkeit und Reichweite ergaben sich dabei als positiver Nebeneffekt, nicht als Haupttreiber.
Der Einstieg erfolgte bewusst pragmatisch über einen kleinen Piloten mit sieben Personen aus unterschiedlichen Hierarchieebenen und Fachbereichen. Statt starrer Regeln stand „Learning by Doing“ im Vordergrund. Allerdings: Auch rechtliche Klarheit sowie das frühe Abholen von Führungskräften sind entscheidend. Deshalb setzt das Programm auf klare Social-Media-Guidelines, aber gleichzeitig auf viel Freiheit und Eigenverantwortung.
Motivation entsteht bei den Teilnehmenden weniger durch Incentives oder Boni, sondern vor allem durch Zugehörigkeitsgefühl, Anerkennung und den Wunsch, dem eigenen Arbeitgeber etwas zurückzugeben. Interne Vernetzung, regelmäßige Wissensimpulse („Wissensnuggets“) und niedrigschwellige Unterstützung helfen dabei, auch über längere Zeit aktiv zu bleiben. Kontinuität ist wichtiger als virale Einzelposts.
Bei der Erfolgsmessung stehen qualitative Effekte im Vordergrund: Markenwahrnehmung, Unternehmenskultur, interne Vernetzung und langfristige Sichtbarkeit. Klassische Vanity Metrics wie Likes oder Reichweite werden eingeordnet, aber nicht überbewertet. Corporate Influencing wird als langfristiger Markenprozess verstanden, nicht als kurzfristige Performance-Maßnahme.
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