Zum Abschluss der vierteiligen Reihe werfen Robin und Patrick Schwarz einen realistischen Blick auf den KI-Einsatz im B2B. Statt Buzzwords erwarten Dich praktische Erfahrungen, ehrliche Einschätzungen und konkrete Empfehlungen für Unternehmen.
Gast: Patrick Schwarz, Senior Director Commercial Excellence & Marketing bei Calderys
Datum: 26.06.2026
Künstliche Intelligenz ist im B2B-Marketing längst angekommen. Allerdings häufig anders, als es die öffentliche Wahrnehmung vermuten lässt. Während auf LinkedIn der Eindruck entsteht, Unternehmen würden mit KI ihren Umsatz vervielfachen, gibt es in der Praxis vor allem viele kleinere Effizienzgewinne. Die wirklich großen Durchbrüche sind bislang selten.
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die Qualität der Daten. KI verstärkt bestehende Strukturen – sowohl gute als auch schlechte. Unternehmen mit sauber gepflegten CRM-, Produkt- oder Servicedaten können KI sinnvoll einsetzen, um Prozesse zu automatisieren, Wissen nutzbar zu machen oder Mitarbeitende produktiver zu machen. Sind die Daten hingegen unvollständig oder inkonsistent, entstehen fehlerhafte Empfehlungen und gescheiterte KI-Projekte.
Kritischer ist dagegen der Einsatz von KI im Kundenservice. Viele Chatbots verschlechtern aktuell eher das Kundenerlebnis, weil sie Standardprobleme nicht zuverlässig lösen und den Kontakt zu echten Mitarbeitenden erschweren. Unternehmen sollten deshalb nicht nur auf Effizienz achten, sondern jede KI-Anwendung konsequent aus Sicht des Kunden bewerten.
Ein weiteres Spannungsfeld entsteht durch Datenschutz, Regulierung und interne Governance. Unternehmen müssen Mitarbeitenden ermöglichen, mit KI zu experimentieren, gleichzeitig aber klare Regeln für Datenschutz und den Umgang mit Unternehmensdaten schaffen. Ziel sollte nicht sein, Innovation zu verhindern, sondern sichere Rahmenbedingungen für neue Anwendungsfälle zu schaffen.
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