
Was bedeutet es für Händler, wenn Kaufentscheidungen künftig stärker durch KI-Systeme, LLMs und Agenten beeinflusst werden? In dieser Folge geht es um die wichtigsten K5-Thesen von Stefan Wenzel und darum, welche Hausaufgaben Unternehmen jetzt machen müssen.
Gast: Stefan Wenzel, Seasoned Digital & Commerce Leader
Datum: 10.07.2026
Der deutsche Onlinehandel wächst zwar wieder, doch dieses Wachstum verteilt sich sehr ungleich. Große Player wie Amazon, Zalando, Otto sowie Plattformen wie Temu, Shein und AliExpress nehmen einen Großteil des Wachstums mit. Für viele kleinere und mittlere Händler bleibt dadurch vor allem Verdrängungswettbewerb. Trotzdem ist Wachstum weiterhin möglich, wenn Unternehmen klar differenziert sind und echten Mehrwert bieten.
Händler müssen daher künftig „Machine Equity“ aufbauen, um zu verstehen, welche Signale Google, LLMs und KI-Agenten brauchen, um Produkte und Marken in Antworten und Empfehlungen einzubeziehen. Sichtbarkeit entsteht dadurch nicht mehr nur über klassische Suche, sondern darüber, Teil der KI-generierten Auswahl zu werden.
Auch Agentic Commerce ist ein Thema. Bei einfachen, vergleichbaren oder wiederkehrenden Produkten können KI-Agenten künftig Recherche, Auswahl und vielleicht auch Kauf übernehmen. Bei emotionaleren oder komplexeren Produkten wird KI eher vorbereiten, während Menschen weiter selbst entscheiden.
Die zweite große These ist Demand-led Commerce. Statt lange im Voraus große Mengen zu produzieren und anschließend mit Rabatten und Überhängen zu kämpfen, sollten Unternehmen stärker auf echte Nachfrage reagieren. Beispiele wie Zara oder Shein zeigen, wie kleinere Tests, schnelle Reaktionen und datenbasierte Sortimentsentscheidungen profitabler und relevanter sein können, auch wenn diese Modelle nicht unkritisch eins zu eins übernommen werden sollten.
Zum Schluss geht es um Organisation und Menschen. Mitarbeiter:innen, die neugierig sind, KI praktisch einsetzen, Probleme lösen und bereit sind, bestehende Prozesse infrage zu stellen, gehört die Zukunft. Erfahrung bleibt wertvoll, aber nur, wenn sie mit Offenheit, Kundennähe und echter Wertschöpfung verbunden wird.
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