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Hilfreiche Funktionen im Google Data Studio

Ziemlich genau vor einem Jahr brachte Google das eigene Datenaufbereitungs- und Reporting-Tool Google Data Studio heraus. Damals war es vorerst allerdings nur für US-Bürger zugänglich, mittlerweile ist das Tool auch in den meisten anderen Ländern verfügbar.

Mit dem Tool können Daten zum Beispiel aus Google Analytics oder Google AdWords gezogen und in hübschen Reportings aufbereitet werden. Auch andere Datenquellen wie die Search Console, DCM, MySQL oder Google Tabellen können neben einigen weiteren zur Datenvisualisierung genutzt werden. Zur optischen Darstellung des Dashboards stehen verschiedene Darstellungsmöglichkeiten (Diagramme, Tabellen, Karten, Zeitreihen…), Farben, Schriftarten und weiteren Designoptionen zur Verfügung. Aktuell befindet sich das Data Studio immer noch in der Beta-Phase.

Auch wir bei morefire sind ganz begeistert von dem Tool und nutzen es fleißig. Was genau das Data Studio ist, welche Möglichkeiten sowie Vor- und Nachteile es bietet und was es beim Aufsetzen eines Dashboards zu beachten gilt hat euch Basti hier zusammengefasst.

Ein paar nützliche Funktionen, die das Data Studio neben den vielen Designvariationen noch bietet, habe ich euch hier zusammengetragen.

Berechnete Felder

Falls eine gewünschte Dimension oder ein Messwert mal fehlt, können diese mit berechneten Feldern ganz einfach selbst erstellt werden. Hierzu geht man auf den Tab Ressource > Hinzugefügte Datenquelle verwalten, sucht sich die entsprechende Datenquelle aus und klickt auf die Aktion „Bearbeiten“. Bei Klick auf das Plussymbol kann man dann ein neues berechnetes Feld erstellen. Mithilfe von Funktionen können unterschiedliche Formeln erstellt werden. Argumente geben an, worauf die Funktion anspringen soll. Zur Berechnung von Zahlwerten können die gängigen Rechenoperatoren genutzt werden: + (Addition), – (Subtraktion), / (Division), * (Multiplikation).

Nach dem Speichern kann man noch den Typ des Messwerts bestimmen. Hier kann man sich den Messwert zum Beispiel als Text, Prozentzahl, in verschiedenen Währungen oder als unterschiedliche Datumsangabe anzeigen lassen. Nachdem man ein berechnetes Feld erstellt hat, kann man dieses wiederum für neue, zu berechnende Felder verwenden.

Nützliche berechnete Felder

Feldname Formel Typ
KUR Kosten/Conversion-Wert gesamt Prozent
Sitzungen bereinigt Sitzungen – Absprünge Zahl
Kosten pro Nutzer Kosten/Nutzer Währung

 

Berechnete Messwerte

CASE-Anweisungen

Mit sogenannten CASE-Anweisungen lassen sich Wenn-Dann-Bedingungen festlegen, mit denen man neue Felder erstellen kann. Eine CASE-Anweisung beinhaltet eine WHEN-Bedingung und ein THEN-Resultat. Trifft die WHEN-Bedingung zu, so wird das festgelegte THEN-Ergebnis ausgegeben. Zusätzlich kann auch ein ELSE-Ergebnis definiert werden, welches ausgegeben wird, wenn keine Bedingung zutrifft. WHEN-Bedingungen können Dimensionen oder Messwerte beinhalten, THEN-Ergebnisse können Dimensionen, Messwerte oder Textstrings sein. Erstellt man mehrere WHEN-Bedingungen, so müssen alle THEN-Ergebnisse die gleiche Ausgabeart haben, ein Mix aus Messwert und Textstring ist also nicht möglich.
CASE-Anweisungen richten sich nach folgender Syntax:

CASE

WHEN Bedingung THEN Ergebnis

ELSE Ergebnis 2

END

 

Für CASE-Anweisungen gibt es verschiedene Anwendungsmöglichkeiten:

  • Mit Vergleichsoperatoren können Dimensionen oder Messwerte mit einem Textstring verglichen werden. Dafür können nachstehende Vergleichsoperatoren verwendet werden: =, !=, >, >=, <, <=.
  • Auch können AND- und OR-Bedingungen als Operatoren genutzt werden. Mithilfe von Klammern ( ) können Bedingungen zusammengefasst, geordnet und gewichtet werden.
  • Die Funktion IS NULL gibt an, wenn der Wert gleich Null oder leer ist.
  • Mit der Funktion IN kann ermittelt werden, ob eine Dimension oder ein Messwert einen bestimmten Wert enthält. Die Funktion NOT IN gibt dementsprechend an, wenn die Dimension oder der Messwert den gewünschten Wert nicht enthalten.
  • Die Übereinstimmung mit einem regulären Ausdruck kann mit der Funktion REGEXP_MATCH ermittelt werden.

Man kann zum Beispiel Kernmärkte oder -regionen mit einer CASE-Anweisung zusammenfassen. Eine CASE-Anweisung und zugehöriges Diagramm könnten dann zum Beispiel so aussehen:

CASE

Segmente und Filter

Wie in Google Analytics können auch im Data Studio Segmente und Filter verwendet werden. Beide Funktionen sind hier eher unscheinbar und werden deshalb oft vergessen.

Mit Segmenten können Analytics-Daten sinnvoll segmentiert werden. Beispielsweise lässt sich so eine bestimmte Nutzerschaft selbstständig betrachten und analysieren. Während man in Analytics bis zu vier verschiedene Segmente miteinander vergleichen kann, kann man im Data Studio lediglich ein Segment pro Diagramm auswählen.

Die Segmente werden mit der Analytics-Datenquelle importiert, man kann also zwischen den von Analytics vordefinierten Segmenten oder den eigens angelegten auswählen. Eigene Segmente können im Data Studio nicht erstellt werden.
Nützliche Segmente können zum Beispiel bezahlte, organische und direkte Besuche, aber auch neue und wiederkehrende Nutzer sein.

Filter ermöglichen es, nicht den kompletten Datensatz, sondern nur eine bestimmte gewünschte Datenmenge zu betrachten. Die Funktion „Einschließen“ zeigt einem dabei alle Daten an, die den Filterbedingungen entsprechen. Nutzt man die Funktion „Ausschließen“, so werden einem logischerweise alle übrigen Daten angezeigt, außer denen, die durch den Filter ausgeschlossen wurden.

Die Auswahl an vorgegebenen Filtermöglichkeiten ist ziemlich groß. Sollte die gewünschte Dimension oder Metrik nicht dabei sein, so kann man einfach selber ein neues berechnetes Feld erstellen.

Mit Filtern kann beispielsweise ein wichtiger geografischer Kernmarkt, eine Gerätekategorie, eine bestimmte Nutzerschaft oder thematisch zusammengehörender Seiten-Content betrachtet werden. Es können mehrere Filter gleichzeitig angewendet werden.

Nützliche Filter

Filtername Bedingung 1 Feld 1 Bedingung 2 Feld 2
Deutschland Einschließen Land Gleich (=) Germany
Mobile Zugriffe Einschließen Gerätekategorie Gleich (=) Mobile
Hohes Interesse Ausschließen Seitentiefe Kleiner als (<) 2

Sowohl Filter als auch Segmente können auf einzelne Diagramme (in der Bearbeitungsleiste unter Daten > Filter hinzufügen > Filter erstellen), aber auch auf eine Seite (Tab Seite > Aktuelle Seiteneinstellungen) oder den gesamten Bericht (Tab Datei > Berichtseinstellungen) angewendet werden.

Verlinkungen

Geht man in einem Übersichts-Dashboard auf ein paar wenige KPIs ein, stellt aber ein paar Seiten weiter, beispielsweise im AdWords-Dashboard, die relevanten Kennzahlen genauer dar, so kann man von einer Report-Seite auf eine andere verlinken. Hierzu kopiert man sich die URL der Seite, auf die verlinkt werden soll und geht zu der Reportseite, von der aus verlinkt werden soll. Dann erstellt man ein Textfeld mit entsprechender Bezeichnung, klickt in der Bearbeitungsleiste rechts auf das Linksymbol und trägt dort den Link und die Bezeichnung ein. Übrigens kann man nicht nur Data Studio-Seiten des gleichen oder auch eines anderen Reports verlinken, sondern jede beliebige andere Webseite, die Sinn hat, zum Beispiel die eigene Webseite.

Link

Reports speichern

… geht aktuell leider nicht 🙁 .  Man kann allerdings mit den Tasten STRG und P den Report als PDF drucken. Der einzige Nachteil hierbei ist, dass eben genau die abgebildete Seite gespeichert wird. Das ist bei Tabellen mit vielen Zeilen, bei der beispielsweise aber nur 10 im Lesemodus angezeigt werden und man sich so durch die Zeilen navigieren kann unvorteilhaft, da man eben nur die in dem Moment des Druckens dargestellten Daten speichert, nicht aber die dynamisch weiterklickbaren. Es gibt aber auch verschiedene Browser Erweiterungen, die den PDF-Export ermöglichen, wie zum Beispiel „Google Data Studio PDF Export“ von Mito Studio.

Fazit

Googles Data Studio bietet einem unglaublich viel Freiraum bei der Gestaltung von Dashboards und Reportings. Von Vorteil ist die Einbindung von vielen möglichen Datenquellen und nicht nur Googles eigener Produkte. Neben den vielen Design- und Layout-Möglichkeiten gibt es auch viele hilfreiche Funktionen, um das Dashboard so personalisiert wie möglich zu gestalten und ganz individuell die für den Nutzer relevanten Kennzahlen zu schaffen. Teilt Eure Tipps und Tricks zum Data Studio gerne in den Kommentaren mit uns!

 

Geschrieben von

Veronique ist Consultant Paid Media bei morefire. Am liebsten kuschelt sie aber mit Bürohund Manson. Für spontane Reisetrips, Kinobesuche und gutes Essen ist sie immer zu haben.

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