morefire
MENÜ

Amazon Marketplace oder Google Shopping: eCommerce für Anfänger

Wer als neuer Händler den Online-Markt betritt, für den gibt es Möglichkeiten auch ohne eigene Website seine Produkte zu verkaufen. Als erstes fallen einem da natürlich der Amazon Marketplace und Ebay ein. Ebay selbst ist sehr unübersichtlich und geradezu überschwemmt von Händlern, viele auch aus dem Ausland. Um dort erfolgreich zu verkaufen ist es empfehlenswert, seine Produkte über Google Shopping zu bewerben.

Gemeinsamkeiten Amazon und Google Shopping

Sowohl bei Google Shopping als auch bei Amazon Marketplace muss ein Feed hochgeladen werden, um Produkte zu bewerben. Es gibt einige Gemeinsamkeiten, die auf beiden Plattformen helfen, mit seinen Produkten besser gerankt zu werden. Wahrscheinlich lassen sich auch die einen Produkte besser auf Amazon verkaufen und die anderen besser über Google Shopping.

Erfolg ist bei beiden Plattformen maßgeblich davon abhängig, welche Produkte ich zu welchem Preis verkaufe. Bei Produkten, die bereits auf beiden Plattformen vorhanden sind, gibt es eine hohe Vergleichbarkeit den Preis betreffend. Bei Amazon muss man dazu noch mit den Amazon-eigenen Preisen und Versandkonditionen (kostenloser Versand oder Expressversand) konkurrieren, was wegen Amazons Preispolitik sehr schwer ist.

Amazon Marketplace

 

Amazon Marketplace

Vorteile:

Man braucht keinen eigenen Webshop.

Man muss nur bezahlen, wenn ein Artikel auch tatsächlich verkauft wird.

Man kann in allen 5 europäischen Länderversionen von Amazon seine Artikel anbieten.

Die Reihenfolge, in der die Verkäufer eines Artikels gelistet werden, ist allein vom Verkaufspreis plus Versandkosten abhängig. Ist man der Günstigste, ist man automatisch auf Platz 1.

Man profitiert von guten Produktbewertungen, die oft kaufentscheidend sind. Außerdem bekommt man automatisch Traffic ohne zusätzlich zu werben, obwohl auch das möglich ist.

Amazon besitzt ein großes Vertrauen bei den Kunden, da die Käufe abgesichert sind und Händler sich an die Rücknahmeregeln von Amazon halten müssen. Außerdem können Artikel, die innerhalb der Garantiezeit defekt werden, direkt an Amazon zurückgeschickt werden, auch wenn sie bei einem Händler gekauft wurden. Amazon erstattet den Kaufpreis und übernimmt selbst die Rücksendung an den Hersteller (sofern der Händler nicht auch Hersteller ist). Mehr zur Amazon A-bis-Z-Garantie hier.

Man kann seine Artikel direkt zu Amazon senden und verschicken lassen. Theoretisch bräuchte man dann nicht mal ein eigenes Warenlager. Allerdings kosten die Lagerung und der Versand extra. Ob sich das lohnt sollte vorher genau ausgerechnet und die Zahl der Verkäufe im Monat getestet werden.

Wenn der Artikel bereits bei Amazon gelistet ist, braucht man selbst auch keine Artikelbeschreibung in einer anderen Sprache zu schreiben. Bei Google Shopping ist es zwingend notwendig, dass die Beschreibung im Feed und auf der Website in der entsprechenden Sprache des Angebotslandes verfasst ist.

Nachteile:

Bei den meisten Artikeln beläuft sich die Verkaufsprovision für Amazon auf 15 % und das Geld wird erst nach Versand der Ware ausbezahlt. Dazu kommt eine monatliche Gebühr von 39 € bei mehr als 40 verkauften Artikeln pro Monat, sonst eine Gebühr von 0,99 € pro verkauftem Artikel.

Amazon erstattet nur einen Pauschalbetrag für die Versandkosten. Es liegt also am Händler, den teureren versicherten Versand zu wählen und günstiger als Warensendung zu verschicken.

Mehr zur Preisgestaltung für Händler auf Amazon hier.

Es herrscht ein starker Preiskampf sowohl mit Amazon als auch mit den anderen Händlern. Ist man günstigster Anbieter eines Artikels und wird von einem anderen Händler unterboten, so bekommt man eine automatische Nachricht von Amazon. Es bleibt also nicht unbemerkt von den anderen Händlern, wenn man seine Preise senkt.

Wenn man seine Artikel bei Amazon bewirbt, muss man zusätzlich Geld für Klicks zahlen und die Werbung ist häufig weniger erfolgreich als auf anderen Plattformen.

Artikel, die oft gekauft werden, nimmt Amazon gern selbst ins Programm auf unterbietet die Preise der Händler. Wegen der hohen Verkaufsprovisionen ist es oft nicht möglich, dort mitzuziehen.

Viele Händler sind schwarze Schafe, die zum Beispiel gefälschte Artikel als Originalware anbieten. Sobald schlechte Bewertungen von Nutzern auftauchen, die die Fälschungen erkennen, sinkt zum einen die Note, zum anderen bestellen die Kunden dann lieber bei Amazon direkt, als bei Händlern.

Auch Amazon-Prime-Kunden bestellen meist lieber direkt bei Amazon, da für sie der Versand immer kostenlos ist und als Expressversand verschickt wird.

Merchant Center

 

Google Shopping

Vorteile:

Google Shopping ist immer ein guter Weg, potenzielle Kunden auf die eigene Website zu bringen. Wenn man über keinen eigenen Webshop verfügt und nur auf eine Ebay-Seite verlinkt, profitiert man leider nicht davon. Besitzt man eine eigene Website dann werden Kunden wahrscheinlich auch noch mal auf die Seite kommen und weitere Artikel kaufen, sofern ihnen die Ware und das Angebot gefällt.

Es wird keine Verkaufsgebühr erhoben, man zahlt allein nach Klick. Das kann ein Nachteil sein, wenn Artikel viel geklickt und nicht gekauft werden.

Die Preise sind weniger gut vergleichbar als bei Amazon. Nicht alle Angebote desselben Artikels werden zusammengefasst und selbst wenn das gemacht wird, ist nicht immer der günstigste Artikel auf Platz eins. Bei Google Shopping ist also nicht der Preis allein entscheidend für die Verkäufe.

Die Klickpreise bei Google Shopping sind geringer als bei Google Search (für denselben Suchbegriff) und etwa ähnlich hoch wie bei Amazon Ads, trotzdem hat Google Shopping häufig die höchste Conversion-Rate und eine sehr hohe Reichweite. Anzeigen bei Amazon bleiben häufig unbeachtet, da Kunden die organischen Ergebnisse vorziehen.

Man hat mehr Gestaltungsspielraum beim Angebot seiner Ware. Seien es Bilder und Produktbeschreibungen oder die Höhe der Versandkosten.

Nachteile:

Man braucht eine eigene Shop-Website oder einen eigenen Shop bei Ebay, der auch wieder eine monatliche Gebühr kostet. Zusätzlich fallen 8,5 % Verkaufsgebühren an.

Man muss eine Shopping-Kampagne in AdWords erstellen und einen Produktfeed anlegen und optimieren, was sehr zeitaufwendig ist.

Man zahlt bei Google Shopping pro Klick, der auf die Artikelseite meines Shops führt. . So können leicht die Werbekosten den Gewinn für den Verkauf übersteigen. Man muss also jedes Produkt im Auge behalten und es aus dem Feed nehmen, wenn es unrentabel ist.

Der Vertrieb von Artikeln in anderen Ländern benötigt immer, neben dem Feed, auch eine Website in entsprechender Sprache.

Ranking und Feed-Optimierung

Bei Google Shopping ist die Qualität des Feeds maßgeblich für den Erfolg einer Kampagne. Wenn man eine Website hat, die ein größeres Shopsystem nutzt (Magento, Showare, Oxid usw.), kann man sich mit entsprechendem Plugin einen Feed erstellen lassen. Dieser muss aber eventuell noch überarbeitet werden. Wichtig ist vor allem der Titel und man sollte so viele Attribute wie möglich ausfüllen.

Wie in der Google Suche auch gibt es bei Shopping verschiedene Ranking-Faktoren. Natürlich möchte auch hier jeder an Position eins angezeigt werden. Darüber entscheidet größtenteils das Matching von Suchanfrage und Titel bei längeren Suchanfragen. Bei allgemeineren Suchanfragen spielt vor allem die Klickrate für das Produkt eine Rolle. Daneben natürlich auch das CPC-Gebot und der restliche Feed. Wenn ich viele Produkte aus einem Themenbereich anbiete, dann steigert das insgesamt die Performance. Der Titel der einzelnen Produkte sollte unbedingt alle Unterscheidungsmerkmale enthalten, wenn ähnliche Artikel mehrfach vorhanden sind. Das kann zum Beispiel die Größe oder die Farbe sein. Außerdem sollten wichtige Kennzeichnungen wie EAN und Marke immer angegeben werden.

Wie genau sich das Ranking bei Amazon zusammensetzt, ist nicht bekannt. Eine große Rolle spielen die Anzahl der Verkäufe und Bewertungen, sowie die Anzahl der Sterne. Dennoch finden sich oft Artikel auf Platz eins bei allgemeineren Suchanfragen, die weder die meisten Verkäufe oder Bewertungen, noch die höchste Sternewertung haben.

Saunahandtuch

 

Auch das Matching von Produkttitel und Suchanfrage spielt keine so große Rolle wie bei Google Shopping. Hier finde ich beim Suchbegriff „Handy“ auf Platz eins und drei eine Ledertasche für Handys. Bei dem Suchbegriff „Saunahandtuch“ wird auf Platz vier ein „Saunakilt“ angezeigt.

Handy

 

Außerdem ist die Amazon-Suche weniger semantisch begabt, als die Google-Suche. Suche ich bei Google „Handy“ werden mir aktuelle Smartphones angezeigt. Bei Amazon muss ich dafür explizit nach „Smartphone“ suchen.

Handy Shopping

 

Bietet man bei Amazon Artikel einer eigenen Marke an, die noch nicht bei Amazon gelistet sind, so ist es auch hier wichtig die Produktangaben zu optimieren und gute, informative Produktbeschreibungen zu erstellen, in die auch weitere Bilder eingebaut werden können.

Als Verkäufer einer neuen Marke sollte man unbedingt für die Produkte EANs/GTINs beantragen. Bei Amazon ist es möglich, Produkte auch ohne EAN und Marke einzustellen, diese werden dann aber meist als letzte Ergebnisse angezeigt. Bei Amazon gibt es Synergie-Effekte bei unterschiedlichen Artikeln einer Marke, aber nicht wie bei Google Shopping eines Händlers. Wenn ein Produkt einer Marke Bestseller in einer Kategorie ist, ranken auch die anderen Artikel oft besser. Deswegen sollte man bei eigenen Marken besser mehrere Artikel einstellen.

Fazit: Google Shopping oder Amazon?

Wenn man schon eine eigene Website hat, sollte man auf jeden Fall Google Shopping ausprobieren. Man muss nicht alle Produkte bei Google Shopping bewerben, man kann auch nur die einstellen, die einen positiven ROI haben. Artikel, die kurzzeitig reduziert sind, sollten auch besser bei Google Shopping als bei Amazon angeboten werden, da die Preissenkung in Google Shopping auf den ersten Blick sichtbar  ist. Außerdem könnte man auf Amazon durch eine Preissenkung die anderen Händler dazu animieren mitzuziehen und langfristig den Preis zu senken.

Ein gutes Geschäft kann man bei Amazon mit solchen Artikeln machen, die aus dem eigenen Programm von Amazon genommen wurden. Besonders bei Elektronik-Artikeln werden meist nur neuere angeboten. Hier ein Beispiel: Galaxy Tab 4.

Galaxy Tab 4
Amazon verweist hier darauf, dass es ein neueres Modell gibt, das Galaxy Tab A. Es gibt aber häufig Gründe, dass das alte Modell beliebter ist, z.B. weil das neuere Modell keinen Micro-SD-Slot mehr hat, oder in diesem Fall das neuere Modell bei etwa gleicher Größe nur eine Auflösung von 1024 x 768, das alte aber eine von 1280 x 800.

Artikel, die nicht mehr von Amazon direkt vertrieben werden, sondern nur noch über Händler, sind dort oft wesentlich teurer als bei Google Shopping. Hier lohnt es sich immer, das Angebot von Amazon zu verfolgen.

Auch bei Artikeln einer eigenen neuen Marke lohnt sich der Versuch, sie zuerst bei Amazon zu verkaufen, da die Kunden Amazon mehr vertrauen als einer neuen unbekannten Website. Außerdem lässt sich so zuerst testen, ob es überhaupt genug Bedarf gibt, bevor man Geld in einen eigenen Shop investiert. Zusätzliche Werbung bei Amazon Ads lohnt sich nicht immer, da sich Kunden stark an Bewertungen und Verkaufsrang orientieren Es schadet aber nicht für jedes Produkt Amazon Ads zu testen und je nach Erfolg der Kampagne fortzufahren oder nicht, da die Kampagnenerstellung nicht aufwendig ist.

Noname-Artikel ranken bei Amazon häufig besser, als bei Google Shopping, da die Kunden zusätzlich Produktbewertungen in der Artikelvorschau sehen. Der sehr gute und dazu günstige Artikel wird lieber gekauft, als das teure Markenmodell, was vielleicht auch noch schlechter bewertet ist. Bei Google Shopping hingegen kann man nicht sehen, ob ein Noname-Produkt auch gut ist und greift deswegen lieber zur bekannten Marke. Wenn man also keine Markenbildung betreiben will, dann ist Amazon als Verkaufsplattform besser geeignet.

Geschrieben von

Sara hat Linguistik (M.A.) studiert und ist bei morefire für die Optimierung der Produktfeeds für Google Shopping zuständig. In ihrer Freizeit zockt sie am liebsten am PC oder der Vive und interessiert generell für allerlei technischen Schnickschnack.

4.50 / 5 (2 votes)

2 Kommentare

Danny schrieb am 30. Dezember, 2015 @ 14:17

Hallo Sara!
Wenn ich dich richtig verstehe machen aus Händlersicht beide Systeme durchaus Sinn. Aus Nutzersicht kann man bei Google Shopping eher an die Schnäppchen kommen.
Zur Optimierung für Amazon vielleicht noch eine Ergänzung: Zur Optimierung der Product Listings haben wir unter http://chili-conversion.de/amazon-seo-guide/ ein paar Infos geschrieben.

Raffaele schrieb am 3. Januar, 2016 @ 6:20

Danke für die guten Tipps. Als Anfänger tut man sich doch ziemlich schwer mit allem. Es währe zu schön, wenn Ihr so etwas wie eine Seite für Dummis hättet..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.