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Sind Facebook Kampagnen noch lohnenswert?

Inzwischen ist Facebook soweit gewachsen, dass viele bereits eine Lösung gefunden haben, ihre Eltern in ihrem Social Network aufzunehmen. Nun beschäftigt man sich eher mit Freundschaftsanfragen von Abgeordneten einer Partei oder „Personen des öffentlichen Lebens“, die man oftmals nicht einmal kennt. Es erweist sich langsam als schwierig die ganzen unterschiedlichen Personengruppen auf Facebook zu managen und in sein (virtuelles) Leben zu integrieren. Die Frage, die dabei aufkommt, lautet nicht immer nur, wer welche Informationen sehen darf sondern auch wen was interessiert.

Der Punkt an dem Facebook noch innovativ war und als neuartig galt, ist bereits überschritten. Wenn selbst in Magazinen Kölner Privatfernsehsender schon das Thema abgehandelt wird, wie sich neue User am besten schnell und einfach bei Facebook anmelden, um alte Schulfreunde und die Nachbarn wieder zu finden, scheint Facebook in Deutschland das Social Network für jedermann geworden zu sein. Neben den Nachteilen zieht das aber auch Vorteile mit sich. So lassen sich Einladungen, Nachrichten und Fotos zentral an nahezu alle gewünschten Personen versenden.

Die Nachteile Facebooks macht sich Google+ zum Teil zu Nutze und so erwägen viele User zu wechseln oder zumindest übergangsweise auf beiden Portalen sich und ihre Umwelt zu kommentieren.

 

Die Gegenüberstellung der beiden Plattformen ist bereits nichts Neues. Es gibt viele gute Artikel, die darauf eingehen und auch einige, die zu Recht behaupten, Google+ sei eher eine Gefahr für Twitter und Xing. Die Frage, die Unternehmen aus dieser Diskussion ableiten, ist jedoch eine andere: Lohnt es sich jetzt noch mit einer Kampagne auf Facebook (beispielsweise einer Facebook-Page) zu starten, wenn zuvor noch keine Aktivität auf Facebook betrieben wurde?

Und ja, es lohnt sich noch Teil des Social Network zu werden. Es gestaltet sich nur nicht mehr so einfach – sollte es je einfach gewesen sein.  Hinter einer jeden Facebook Kampagne muss eine gut durchdachte Strategie stecken, denn nur das Argument „Wir sind nun auch bei Facebook“ zieht nicht. Durch die Innovation über einen neuen Kommunikationskanal mit den Kunden auf einer ganz anderen und viel transparenteren Ebene ins Gespräch zu kommen, ließ sich vor zwei Jahren ein junges Image schaffen, als Facebook in Deutschland noch entdeckt werden wollte. Unternehmen mussten nicht auf Fans warten.  Wie eine Explosion kam nach dem Fan-Sein der „Gefällt mir“ Button und neben den Kommentaren von Usern wurde auf jeder Webseite geliked, auf der man sich parallel zu Facebook gerade befand.

Jetzt, wo auch die letzten VZ-Anhänger den Wechsel in ein neues weiteres Netzwerk gewagt haben und älteren Personen Spezialisten dabei helfen einzutreten, ändern sich zwei grundlegende Dinge für an Social Media interessierte Unternehmen: Facebook ist zum einen fester Bestandteil der von Kunden erwarteten Kommunikationswege geworden und die Zielgruppe auf Facebook hat sich, zumindest in Ihrer Wahrnehmung des Social Networks, gewandelt. Es sind viele neue Personengruppen, vor allem aus kleineren Städten, hinzugekommen. Bei den Personen, die seit Jahren auf Facebook ihren Alltag und Nicht-Alltag kommentieren und es mit ihren Liebsten teilen, hat zum größten Teil ein Umdenken stattgefunden. Facebook wird mehr als Nutzen gesehen. Es macht nicht mehr die Freude und ist nicht mehr so spannend wie zuvor als man beispielsweise noch nicht wusste, dass die Änderung des Beziehungsstatus automatisch an der Pinnwand veröffentlicht wird. Nun haben die alteingesessenen Facebook-User ihre Freunde, ihre Familie, ihre Bekannten und die durchschnittlichen 2-5 Unternehmen-Seiten. Die Überzeugungsarbeit gestaltet sich bei diesen Personen somit deutlich schwerer. Die zusätzliche Hürde besteht bei Unternehmen, die eine Ideologie verfolgen, die der User nicht seinem Wahlkreisabgeordneten und weiteren fünfzig unbekannten Personen offenlegen möchte. Oder wünsche ich es mir nur?
Ich möchte aber keinen entmutigen, denn…

Geschrieben von

Nico Graff ist selbstständiger Webentwickler aus Köln. Er baut Programme und Services und schreibt über die Selbstständigkeit unter graff.cc.

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