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7 Punkte für die perfekte (SEO-)Relaunch-Vorbereitung

Nicht selten scheitert ein Relaunch. Deshalb ist wie bei jedem großen Projekt die Planung und Vorbereitung auch bei einem Relaunch essenziell. In der Vorbereitungsphase sollten dabei folgende Punkte allgemein – und insbesondere für SEO genau – beachtet und festgehalten werden, um den Relaunch erfolgreich über die Bühne zu bringen. Hierbei hilft die Orientierung an den sieben W-Fragen maßgeblich: Was? Wo? Warum? Wer? Wie? Wann? Wieviel?

Alle wichtigen Infos haben wir im Video zusammengefasst. Detaillierte Infos findest Du im Artikel.

1. “Was?” – Die Definition des Relaunches

Beim Wort Relaunch klingeln bei SEOs direkt die Alarmglocken, denn ein Relaunch wird von verschiedenen Beteiligten verschieden definiert und kann je nachdem auch verschiedene Bereiche beinhalten. Webdesigner sprechen oft vom Relaunch, wenn Änderungen am Design vorgenommen werden. Programmierer meinen hier vielleicht einen Domainwechsel oder Umzug von http auf https. Marketer sprechen davon, wenn Inhalte verändert werden etc … So gilt zunächst einmal zu definieren, welche Art von Relaunch genau ansteht.

Hierzu sollten folgende und weitere Fragen geklärt werden:

Wird von http auf https umgestellt? Findet ein Domainwechsel statt? Wird die Seitenstruktur / URL-Struktur verändert? Wird das Design verändert? Wird das CMS gewechselt? Wird Content verändert? Ist die ganze Webseite betroffen oder nur bestimmte Verzeichnisse oder Seitentypen? Wird die Navigation verändert? Wie viele Seiten sind betroffen? Und und und…

Ist erstmal klar, worum es genau gehen soll, kann in der Planung weiter vorangeschritten werden.

2. “Wo?” – Die Ausgangslage des Relaunches

Bevor es so richtig losgeht, sollte eine Betrachtung der Ausgangssituation erfolgen. Wie ist die jetzige Situation? Wo steht SEO im Relaunch-Projekt? Welche Informationen liegen bereits vor? Welche Punkte sind klar und unklar? Wer ist bereits beteiligt? Was ist schon alles passiert?

Hier kann z. B. auch eine klassische SWOT-Analyse helfen (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken), um zu identifizieren und festzuhalten, wo man gerade steht.

3. “Warum?” – Die Problemstellung und die Ziele

Ein Relaunch wird oft von oben nach unten delegiert. Nicht selten will der Geschäftsführer einfach eine “schönere Webseite”, besondere Design-Spielereien oder der Relaunch wird von der Entwicklung gefordert, um das CMS zu wechseln, den Pagespeed zu erhöhen oder andere technische Probleme zu lösen.

Ein Relaunch sollte als normales Projekt behandelt werden und dementsprechend auch Ziele haben und eine Problemstellung voraussetzen. Hier sollten sich Fragen gestellt werden wie:

Was ist der Grund und die Motivation für den Relaunch? Gibt es übergeordnete / strategische Ziele? Was ist das jetzige Problem, das durch den Relaunch gelöst werden soll? Welche Ziele werden im Projekt NICHT verfolgt? Wer erwartet sich was vom Relaunch? Welche positiven Effekte erhoffen wir uns? Soll z. B. die Usability verbessert werden? Sollen Keyword Rankings verbessert werden? Sollen die Umsätze erhöht werden? Kann man die Ziele vielleicht sogar in Zahlen ausdrücken?

Mit genauen Zielen ist es später – z. B. sechs Monate nach Relaunch – besser möglich Revue passieren zu lassen, ob der Relaunch nun ein Erfolg war, und was man beim nächsten (Relaunch-)Projekt besser machen kann.

4. “Wer?” – Das zuständige Team und die Stakeholder

Ein großer bzw. kompletter Relaunch läuft nicht einfach so nebenbei ab. Oft dauert dieser Monate und erfordert die Mitarbeit vieler verschiedener Beteiligter. Genau aus diesem Grund sollte ihm auch eine hohe Priorität zugestanden werden.  

Wir hören immer wieder von Kunden, dass der Relaunch zwar wichtig ist, aber dass trotzdem nur einige Beteiligte – am Rande neben dem Alltagsgeschäft – daran arbeiten und es kein dediziertes Team für den Relaunch gibt.

Eine weitere Problematik entsteht, wenn der Relaunch monatelang vorbereitet wird und die SEO-Beratung dann erst kurz vor Relaunch bzw. wenn schon alles steht hinzugeholt wird, um ihren Segen zu geben. Hier ist es dann oft zu spät oder zu aufwendig noch auf wichtige SEO-Anforderungen einzugehen und man versucht lediglich das Schlimmste zu verhindern.

Aus diesem Grunde sollten im Voraus alle Stakeholder festgelegt und rechtzeitig hinzugezogen werden. Weiterhin sollten die Erwartungshaltungen der verschiedenen Stakeholder gesammelt werden. Bei großen Domains bzw. großen Relaunch-Projekten sollten Ressourcen der verschiedenen Stakeholder für den Relaunch abgestellt werden.

Optimalerweise gibt es ein explizites Relaunch-Team, bestehend aus Zuständigen verschiedener Bereiche, um sicher zu stellen, dass kein wichtiger Aspekt vergessen wird. Außerdem sollte es einen (oder mehrere) Hauptverantwortliche geben, die Entscheidungsmacht haben.

Als SEO-Zuständiger im Relaunch-Prozess sollte man klarstellen, dass SEO mit hoher Priorität eingeordnet werden sollte. Es muss für das Thema sensibilisiert werden und die Hauptverantwortlichen müssen stets in Kenntnis gesetzt werden, wann ein Punkt SEO-kritisch ist.

Kommunikation ist hier das A und O. Viele verschiedene Stakeholder mit den verschiedensten Erwartungen, Empfindlichkeiten, Vorstellungen und Anforderungen können zu unterschiedlichen Lagern mutieren. Hier ist es wichtig, transparent und offen mit allen zu kommunizieren. Stakeholder inklusive externe Dienstleister sollten frühzeitig hinzugezogen und auf dem Laufenden gehalten werden.

5. “Wie?” – Die Anforderungen

Wie können wir die Ziele erreichen? Die Stakeholder sollten ihre Anforderungen definieren. Diese Anforderungen sollten vom Relaunch-Team geprüft und abgewogen werden. Oft ist es so, dass nicht alles in einem Relaunch umgesetzt werden kann, oder dass sich die Anforderungen der verschiedenen Stakeholder widersprechen. Hier muss vom Projektleiter und den Hauptverantwortlichen genau überlegt werden, was Vorrang hat. Dies beinhaltet auch eine Risikoanalyse und Bewertung. Was gibt es für Risiken? Wie werden diese bewertet? Und was sind die Gegenmaßnahmen?

Ein Anforderungskatalog, einmal bezüglich der definierten Ziele, und dann ergänzt durch weitere Anforderungen (z. B. zu behebende Bugs), kann dann in Teilaufgaben und Tickets umgewandelt werden. Die Stakeholder sollten hier in den Prozess mit eingebunden sein und am Ende ihre Anforderungen in einer Qualitätskontrolle überprüfen können.  

6. “Wann?” – Das Zeitmanagement

Nicht selten laufen Großprojekte beim Thema Zeitmanagement aus dem Ruder. Dies lässt sich leider auch sehr gut auf Relaunches übertragen. Es wird sich im Aufwand verkalkuliert, die Anforderungen ändern sich, zu viele Stakeholder mischen sich in Bereiche ein, die nicht ihr Aufgabengebiet sind etc. Auch hier haben wir nicht selten erlebt, dass das Datum des Relaunches von ein paar Tagen bis hin zu ein bis zwei Jahren nach hinten verschoben wurde.

Aus diesem Grund sollte rechtzeitig mit der Planung begonnen werden. Es sollte vorher diskutiert werden wie wichtig das Einhalten der Deadline ist. Sind z. B. Pressemeldungen, Produktlaunches etc. daran gebunden? Sind externe Agenturen involviert? Somit kann festgehalten werden, sollte ein Zeitproblem entstehen, ob der Relaunch bis zu einem gewissen Grad trotzdem durchgeführt wird. Oder ob der Relaunch nicht übers Knie gebrochen werden soll und die Deadline nach hinten verschoben wird.

Die Beteiligten sollten einen zeitlichen Rahmen für den Relaunch abstecken. Bis wann soll der Relaunch oder sollen Teilziele des Relaunches erreicht worden sein? Welche groben, abgegrenzten Projektphasen gibt es (Content-Aufbereitung, Programmierung, Testing, Korrektur, Qualitätsprüfung etc.)? Welche Meilensteine sollen erreicht werden? Wie werden die Arbeitspakete angeordnet? Wie lange dauern die Arbeitspakete?

Hier ist es wichtig, Zeiträume realistisch abzuschätzen und gegebenenfalls einen Puffer für weitere Korrekturschleifen oder Ungeplantes einzubauen.

Abläufe und Prozesse müssen also klar definiert werden. Die Stakeholder sollten Einblick in den Zeitplan haben. Für jede Aufgabe muss ein Zuständiger festgelegt werden und am Ende muss es eine Qualitätsprüfung geben. Umso detaillierter die Roadmap in Aufgabenbereiche, Zuständigkeiten, Aufwandseinschätzungen und Priorisierung geschieht, umso besser für die Zeitplanung!

Wichtige Themen, die banal klingen aber unbedingt mit in die Zeitplanung einbezogen werden sollten: Wer hat wann Urlaub? Sind alle internen und externen Beteiligten erreichbar? Hat einer der Zuständigen Elternzeit? Fällt der Relaunch zufällig in die Hauptsaison des Unternehmens? An welchem Tag soll der Relaunch stattfinden; soll an einem Freitag gerelauncht werden? Ist am nächsten Tag Feiertag? Findet zur gleichen Zeit eine große Kampagne des Unternehmens statt, die auf die Webseite verweist? Usw.

Auch wenn diese Fragen banal klingen, passiert es leider immer wieder, dass ein Relaunch für einen Freitag geplant ist, der Hauptverantwortliche sich gerade im Urlaub befindet oder Ähnliches. Diese und andere Eventualitäten sollten vorher geklärt und mit eingeplant werden.

7. “Wieviel?” – Das Relaunch-Budget

Wenn interne Mitarbeiter wie Entwickler, Content Manager, SEO-Verantwortliche und auch externe Consultants für XX Tage beschäftigt sind, den Relaunch über die Bühne zu bringen, sollte bedacht werden, dass in dieser Zeit andere interne Projekte hinten anstehen. Externe Berater stellen offensichtliche Kosten dar, aber auch interne Mitarbeiter sind ein Kosten- und Aufwandspunkt, den viele nicht direkt mit einkalkulieren. Alle Zuständigen, intern als auch extern, sollten mit ihren Zeiten und auch mit ihren Kosten eingeplant werden. Außerdem können auch Kosten für weitere Tools und Programme entstehen. Folgende Fragen können sich hier vorab gestellt werden: Welche Ressourcen werden für den Relaunch benötigt? Wie viel kosten die Ressourcen (intern als auch extern)? Welche Gesamtkosten ergeben sich aus den Betrachtungen?

Das Budget festzulegen ist eine Herangehensweise, oft wird allerdings auch ein Kostenbudget vorgegeben. Mit diesem Budget muss umgegangen werden – also ist eine Kostenplanung in jedem Fall sinnvoll.

Fazit für die SEO Relaunch-Vorbereitung

Planen, planen, planen. Ein Relaunch sollte wohl überdacht sein und nicht einfach nebenher geschehen. Was sind die Ziele und warum wird gerelauncht? Wer ist beteiligt? Wie sind die Anforderungen, in welchem Zeitrahmen und zu welchen Kosten? Erst müssen all diese Fragen geklärt werden, bevor man den kalten Sprung in einen Relaunch wagen sollte und mit der Umsetzung beginnt. Denn ein Relaunch bietet nicht nur Chancen, sondern kann auch ein (SEO-)Risiko darstellen.

… und damit wünsche ich Happy Relaunching!

Rhea ist seit 2010 im Online Marketing tätig und Senior Consultant für SEO bei morefire. Neben der Leidenschaft für SEO begeistert sie sich besonders für Yoga, die vegane Lebensweise, ihre Ukulele und die Welt zu bereisen. Mehr von Rhea gibt es auf www.rheamoore.de.

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2 Kommentare

Daniel schrieb am 17. Januar, 2018 @ 8:39

Hallo Rhea, vielen Dank für den gut ausgearbeiteten Beitrag! Ich selber betreibe seit gut 10 Jahren als reines Hobby etwa 20 Seiten im Netz. Da diese mit der Zeit immer mehr vom Index verschwinden ( alte CMS und HTML Seiten ) werde ich um einen relaunch nicht vorbei kommen. Ich habe nun meine Hauptseite neu gemacht, diese hat aber auch nur 14 Unterseiten, dennoch habe ich über eine Woche dran gesessen….
Wenn ich mir überlege die anderen Seiten die teilweise 190 Unterseiten haben zu relaunchen, bekomm ich schlechte Laune 🙁 Gibt es noch einen anderen Weg ?

Rhea Moore schrieb am 22. Januar, 2018 @ 10:09

Hallo Daniel, vielen Dank! Wenn du die Möglichkeit hast die Inhalte zu exportieren und dann in die neue Version zu importieren, wäre dies natürlich am einfachsten… Es kommt hier auch immer auf das von dir genutzte CMS an. Bei WordPress ist dies z.B. recht einfach zu handhaben… Viele Grüße, Rhea

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