morefire
MENÜ

Wie Unternehmen Snapchat nutzen können

Deutsche Unternehmen tun sich auf Snapchat noch immer schwer. Währenddessen hat sich Snapchat zu einer der am stärksten wachsenden Netzwerke dieser Zeit entwickelt und die Userzahlen schießen auch in Deutschland in die Höhe. Nachdem Lea Euch in ihrem Artikel gezeigt hat, warum Unternehmen Snapchat als Marketing-Instrument nutzen sollten, wollen wir uns die Messaging-Plattform in diesem Artikel genauer anschauen. Wie funktioniert Snapchat in der Praxis und wie nutze ich die Plattform für mein Unternehmen am besten? Außerdem gibt es noch einen kleinen Guide für den Start sowie ein paar Tipps und Tricks.

1. So funktioniert Snapchat

Die Basics

Das Konzept hinter Snapchat besteht darin, dass die verschickten Bilder und Videos nach 24 Stunden nicht mehr sichtbar sind. Die große Besonderheit der App ist also die Aktualität und Kurzlebigkeit. Was den Unterschied von Snapchat zu anderen Social-Media-Kanälen ausmacht ist, dass Snapchat roh und transparent ist. Und genau das wollen die Snapchat Nutzer auch sehen.

Zum einen ist es möglich private Bilder und Videos an Freunde zu versenden, zum anderen könnt Ihr sie im Format Stories oder Meine Geschichten öffentlich teilen oder nur mit Euren Freunden teilen. Jede Story ist im Grunde eine Zusammenstellung von Bildern und Videoclips, die maximal 10 Sekunden andauern. Nutzer können hierbei Deine Story so oft wie sie möchten im Zeitraum von 24 Stunden anschauen.

Was Snapchat genau ist und weitere Hintergründe könnt Ihr auch nochmal in Cindys Artikel nachlesen. Jetzt erstmal zu den Funktionen:

Snapchat Discover

Anfang letzten Jahres wurde innerhalb des Kurz-Messengers der Bereich Discover gelauncht, welcher von Medien und Unternehmen bespielt wird. Mit an Bord sind beispielsweise National Geographic, Cosmopolitan, CNN und Vice. Snapchat ist eine Partnerschaft mit einigen Unternehmen eingegangen, die exklusiv für Snapchat Inhalte aufbereiten.

Snapchat Discover

Snapchat Live

Außerdem gibt es noch den Bereich Live, bei dem eine Story aus der Perspektive der ganzen Snapchat Community erzählt wird. Das bedeutet: Hier sind Snaps live von Events, wie der Gay Pride oder der Oskar-Verleihung zu sehen. Snapchat kuratiert hier alle eingereichten Snaps und fügt sie zur einer Live Story zusammen. Snapchat Live ist allerdings nicht immer verfügbar, sondern nur dann, wenn besondere Events in der Nähe stattfinden. User, die ihre Standortbestimmung aktiviert haben während sie auf dem Event unterwegs sind, werden gefragt, ob sie zu der Live Story beitragen möchten. So kann ein Event aus verschiedenen Perspektiven miterlebt werden.

Snapchat Live

Snapchat Memory

Seit Juni können Snapchat User jetzt nicht mehr nur in Echtzeit snappen, sondern auch ihre Bilder und Videos speichern und zu einem späteren Zeitpunkt an die eigene Story knüpfen. Über einen Download-Button können Stories auch als Videodatei auf dem Smartphone gespeichert werden. Mit Memorys ist es mittlerweile sogar möglich nicht nur Snaps, sondern auch andere Aufnahmen vom Smartphone auszuwählen. Das ist vor allen Dingen auch für Unternehmen interessant, da so „vorgearbeitet“ werden kann. Allerdings sind diese „alten“ Snaps mit einem weißen Rahmen gekennzeichnet und somit für die User als „nicht-live“ zu erkennen.

Was das Messen des Erfolges betrifft, bietet Snapchat noch keine öffentlichen Metriken wie Anzahl der Follower oder Likes etc. an. Das bedeutet, dass Engagement nur im privaten Chat stattfindet.

So, die Basics wären geklärt, jetzt kann es mit dem Spaß losgehen!

2. Der Start

Snapcode individualisieren

Den Snapcode Eures Unternehmens könnt Ihr ganz leicht mit einem Selfie personalisieren. Dazu tippt Ihr im Dropdown-Menü auf euren Snapcode und anschließend auf die Aufnahmetaste. Die App nimmt fünf verschiedene Selfies auf und reiht diese automatisch aneinander, sodass eine kurze Selfie-Sequenz entsteht.

Hinzufügen von Freunden

Wo sind denn eigentlich meine Freunde? Das Hinzufügen von Freunden funktioniert bei Snapchat etwas anders als in den übrigen Netzwerken. Eine Möglichkeit ist, den persönlichen Snapcode, der wie ein QR-Code funktioniert zu nutzen. Snapchat Nutzer können Euch also hinzufügen, indem sie ein Foto oder einen Screenshot Eures Snapcodes machen. Eine andere Möglichkeit ist, Euch über den Nutzernamen zu adden. Da es keine Personensuche gibt, müssen die User Euren Nutzernamen kennen. Etwas einfacher ist die Option „aus dem Adressbuch adden“.  Wenn Eure Freunde mit Snapchat ihre Handynummer teilen, haben wir hier eine Liste mit allen Kontakten, die bereits einen Snapchat Account haben. Weitere Optionen sind „In der Nähe“ adden oder den eigenen Nutzernamen teilen.

3. So könnt Ihr Eure Snaps gestalten

Lens-Filter

Im Selfie-Modus lässt sich mithilfe einer Gesichtserkennung das eigene Gesicht auf verschiedenste Weise entfremden. So wird man ganz schnell zu Elvis, einer kotzenden Ananas oder einer Schmetterlingsfee. Um eine Linse zu aktivieren, müsst Ihr nur Euer Gesicht gedrückt halten. Einige Linsen fordern dazu auf, den Mund zu öffnen oder die Augenbrauen hochzuziehen, um eine Animation zu aktivieren. Mittlerweile gibt es auch Sponsored Lenses, wie zum Beispiel diese:

Lens Filter - Geofilter

Geofilter

Geofilter sind ortsbasierte Sticker, die Ihr über Euer Foto oder Video legen könnt. Diese können auch von Usern genutzt werden, die sich in der jeweiligen Location befinden.

Hierbei gibt es zwei verschiedene Sorten Geofilter.

  1. Den Community Geofilter: Diese Geofilter können von Designern, Künstlern oder entsprechend interessierten Personen erstellt und bei Snapchat eingereicht werden. Ein Community-Filter kann zum Beispiel ein Logo für eine Stadt (wie im Bild oben für Köln), Universität oder einen öffentlichen Ort sein. Markennamen sind allerdings nicht erlaubt.
  2. Sponsored Geofilter: Diese Geofilter können von Unternehmen, Werbetreibenden oder Personen, die ein Logo für ein bestimmtes Event erstellt werden (z.B. eine Hochzeit). Hier sind auch Markennamen und eingetragene Warenzeichen erlaubt.

Text, Emojis, Zeichnungen und Bitmojis

Euer Snap ist aufgenommen, Filter ist drauf? Dann könnt Ihr jetzt noch kreativ werden, ganz klassisch einen Text einfügen oder Eure Fotos und Videos bemalen. Auf Videos könnt Ihr auch Emojis festpinnen, sodass diese sich mit dem Objekt, auf das es gesetzt wurde mitbewegt. So könnt Ihr zum Beispiel Personen ein Emoji auf den Kopf setzen. Hierzu wählt Ihr ein Emoji für euer frisch aufgenommenes Video, haltet es gedrückt, pinnt es auf die Stelle, an der Ihr es haben wollt und lasst los. Außerdem könnt Ihr Euer eigenes Bitmoji erstellen, Euer persönliches Emoji sozusagen.

Text Emoji Zeichnung - Bitmoji

4. Tipps und Tricks

Screenshots nutzen

User können einen Screenshot von Eurem Foto oder Video machen. Das ist auch eine gute Möglichkeit, um mit Euren Freunden zu kommunizieren. So könnt Ihr zum Beispiel eine Frage stellen und sie dazu aufrufen mit einem Screenshot Eurer dargebotenen Antwortmöglichkeiten zu reagieren. Eine andere Möglichkeit kann darin bestehen, Snaps von Angeboten zu veröffentlichen, die das Publikum dann per Screenshot speichert und im Geschäft oder online nutzen kann. Mehr zu Snapchat und Werbung findet Ihr auch hier.

Vorgefertigte Bilder

Auch in Direktnachrichten ist es möglich, aus der Bibliothek vorgefertigte Bilder zu verschicken. Das ist zum Beispiel interessant, wenn Ihr Eure Kontakte auffordern wollt eine private Nachricht zu schicken und dann einen Rabattcode oder einen Call-to-Action zurücksenden wollt. Den Snap braucht Ihr somit nur einmal vorzubereiten, so spart Ihr eine Menge Zeit.

Zwei Filter gleichzeitig

Wenn Ihr nicht nur die Temperatur oder die Uhrzeit auf seinem Snap anzeigen möchtet, sondern gleichzeitig auch noch einen anderen Filter, müsst Ihr nur euren Finger auf dem Display gedrückt halten und mit anderen Hand zum gewünschten Filter wischen.

Selfie-Modus

Gut zu wissen: Bild und Text sind im Selfie-Modus spiegelverkehrt. Snapchat spiegelt diese nicht automatisch. Das sollte man zum Beispiel beachten, wenn man ein Schild in die Kamera hält oder einen witzigen Spruch auf seinem T-Shirt herzeigen will.

Spaß

Ansonsten empfehle ich, nur Leuten Euren Account zu überlassen, die persönlich auch Spaß an Snapchat haben. Ist dem nicht so, merken die User das natürlich und verlieren ganz schnell das Interesse: Also besser Finger weg. 

Spannungsbogen

Um spannend und interessant zu bleiben, ist Kreativität gefragt. Wichtig ist: Man braucht unbedingt einen Spannungsbogen. Die Stories sollen unterhaltsam bleiben und den User überraschen. Werden die einzelnen Snaps als Szenen einer längeren Geschichte begriffen, bietet Snapchat hier in Sachen Storytelling vielfältige Möglichkeiten. Zum Thema Spannung empfehle ich auch – je nach Content – den Snap nicht zu lange anzuzeigen. Wie lange Eure Freunde das Foto sehen dürfen, könnt Ihr mithilfe des Timers (unten links) bestimmen.

Fazit

Mit Snapchat lassen sich ganz einfach kreative, witzige Snaps gestalten. Lasst Eurer Kreativität freien Lauf, tobt Euch aus und habt Spaß dabei! Happy Snapping!

Jessy hat Psychologie an der Maastricht University studiert und ist bei morefire als Consultant Social Media tätig. Wenn sie gerade nicht online ist, probiert sie sich in Yoga und Mindfulness oder spielt Klavier. Mehr von Jessy gibt es bei Nowconnectist.

5 / 5 (2 votes)

2 Kommentare

Ida schrieb am 17. Oktober, 2016 @ 9:32

Snapchat ist wirklich eine klasse Sache, wenn man es erst einmal benutzt hat, möchte man es garnicht mehr missen. Ich kann es nur allen empfehlen die bisher noch kein Snapchat benutzt haben, es doch auch einmal auszuprobieren. Viele nützliche Modi wie z. B. der Selfie Modi können einem helfen sich gut selber darzustellen.

Trackbacks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.