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XML-Sitemap: Arten von Sitemaps & spezifische Details

XML-Sitemaps waren schon immer ein praktisches Instrument, um URLs an Suchmaschinen zu übermitteln. In Zeiten eines vermehrten Einsatzes von JavaScript auf Webseiten ist es aber unerlässlich, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

Grundlagen

Je umfangreicher und komplexer eine Seite ist, desto aufwendiger ist es für Suchmaschinen diese zu crawlen. Hier kann man den Suchmaschinen-Crawlern die Arbeit mit entsprechenden XML-Sitemaps erleichtern. Wird in bestimmten Seitenbereichen (z.B. der Navigation) mit JavaScript gearbeitet, wird das Crawling entsprechend noch aufwendiger und eine XML-Sitemap wird noch wichtiger oder sogar unerlässlich. In eine XML-Sitemap können dann alle rankingrelevanten URLs eingetragen werden. URLs, die ohnehin nicht indexiert werden können oder sollen, sollten bewusst nicht berücksichtigt werden können. Um in Sitemaps eine Struktur festzulegen, kann man mehrere Sitemaps anlegen und diese in einem Sitemap-Index bündeln. Wie das geht, erfährst Du hier und hier.

Gliederung von XML-Sitemaps

In einem Sitemap-Index kann man beliebig viele Sitemaps verlinken. Hier gibt es unzählige Möglichkeiten diese zu gliedern, z.B:

  • Sitemaps für einzelne Länderverzeichnisse
  • Sitemaps für einzelne Seitenbereiche (Shop & Content-Bereich)
  • Sitemaps für verschiedene Seitenarten

Neben klassischen HTML-Seiten können nämlich auch einzelne Seitenelemente, wie Bilder & Videos in einzelnen Sitemaps aufgeführt werden. Auf diese gehe ich im Folgenden genauer ein.

Bilder-Sitemap

Bilder-SEO sollte nie vernachlässigt werden. Optimierte Bilder sollten immer Bestandteil einer optimierten Seite sein,denn sie können selbst in der Bildersuche ranken und sind zudem wichtig für das Thema PageSpeed. 

Es gibt verschiedene Informationen, die man über Bilder in einer Bilder-Sitemap hinterlegen kann. Im Folgenden findest Du ein Beispiel, was möglich ist:

Die einleitende Definition der Sitemap als Bilder-Sitemap:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9"
       xmlns:image="http://www.google.com/schemas/sitemap-image/1.1">

Die folgenden Zeilen nennen die URL, auf der das definierte Bild liegt:

<url>
<loc>http://ihrebeispielurl.de/beispiel.html</loc>
<image:image>

Die genauen Eigenschaften des Bildes werden jetzt definiert:

<image:loc>http://ihrebeispielurl.de/bild.jpg</image:loc>
<image:caption>Bildunterschrift</image:caption>
<image:geo_location>Geographische Standort des Bildes</image:geo_location>
<image:geo_location>Titel des Bildes</image:geo_location>
</image:image>
</url>

</urlset>

Die Tags <image:caption>, <image:geo_location> und <imge:title> sind dabei optional. Unabhängig davon sollten optimierte Bilder unabhängig von der Sitemap natürlich mit einem sprechenden Keyword, einem Alt-Tag und einem Title ausgezeichnet sein.

Video-Sitemap

Erstaunlich oft wird im SEO noch auf den Einsatz von Videos auf Webseiten verzichtet, was wohl auch am vermeintlich hohen Produktionsaufwand liegen dürfte. Videos können Webseiten aber stark aufwerten und sind zum Beispiel auch dafür geeignet, komplizierte Sachverhalte einfach zu erklären.

Der Aufbau einer Video-Sitemap ist etwas komplizierter als bei einer Bilder-Sitemap. Alle erforderlichen und optionalen Tags findest Du direkt bei Google unter: https://support.google.com/webmasters/answer/80471?hl=de

Alternativ zu einer Sitemap können Videos auch mithilfe von strukturierten Daten ausgezeichnet werden, die entsprechenden Properties gibt es hier : https://schema.org/VideoObject. Gerade wenn eine Seite nur einige wenige Videos enthält, dürfte dies die deutlich einfachere Methode sein.

Wichtige Attribute für XML-Sitemaps

Es gibt immer mehr Webseiten, deren Navigation ausschließlich JavaScript-basiert ist oder sogar Fälle, wo fast die gesamte Seite auf JavaScript aufgebaut ist. Da JavaScript für Suchmaschinen aufwendig zu crawlen ist (wenn sie es denn überhaupt können) ist es wichtig, alle relevanten URLs in XML-Sitemaps zu hinterlegen. Wichtig ist aber diese mit aussagekräftigen Attributen zu belegen.

changefreq

Hiermit kann man Suchmaschinen mitteilen, wie häufig sich die Seite vermutlich ändern wird, möglich sind Einstellungen von „never“ bis zu „always“.

lastmod

Das Datum Datum der letzten Änderung der Datei.

priority

Die Wichtigkeit einer URL im Verhältnis zu den anderen URLs einer Webseite. Die Werte können zwischen 0,0 und 1,0 variieren, der Standard liegt bei 0,5.

Alle Attribute sollten möglichst korrekt verwendet werden, also mit richtigen Annahmen. Wenn eine URL nie geändert wird, sollte man nicht behaupten, dass sie täglich geändert wird. Suchmaschinen mögen es nicht, wenn man ihnen falsche Informationen zukommen lässt.

Diese drei Attribute, die einer URL zugeordnet werden können, helfen den Suchmaschinen die einzelnen URLs zu priorisieren. Dies ist besonders wichtig bei großen, komplexen und/oder JavaScript-lastigen Seiten.

Fazit

Vor allem, wenn man sehr große (Anzahl der URLs), komplexe (verschiedene Seitenbereiche und Hierarchieebenen) und/oder JavaScript-lastige Webseiten betreibt, ist es sehr sinnvoll, sich mit XML-Sitemaps zu beschäftigen. Hier sollte man aber nicht nur eine Sitemap für alle Inhalte erstellen, sondern zunächst überlegen, welche Inhalte man dort eintragen will. Danach ist zu bedenken, wie man diese gliedert und welche Zusatzinformationen man über die URL hinausgehend kommunizieren möchte. Mit einer guten Sitemap-Struktur hilft man deutlich mehr Inhalte in den Suchmaschinen-Index zu bekommen, als wenn man einfach nur eine URL-Liste hochlädt.

Robert Zimmermann ist Senior Consultant SEO bei morefire und schreibt über alle Themen, die mit Suchmaschinenoptimierung zu tun haben. Privat betreibt er unter anderem den Erdmännchen Shop.

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4 Kommentare

Caner Acikkol schrieb am 29. Januar, 2019 @ 12:13

Zitat:
„In einem Sitemap-Index kann man beliebig viele Sitemaps verlinken. Hier gibt es unzählige Möglichkeiten diese zu gliedern, z.B:

Sitemaps für einzelne Länderverzeichnisse
Sitemaps für einzelne Seitenbereiche (Shop & Content-Bereich)
Sitemaps für verschiedene Seitenarten“

Ich stehe bei mir gerade an diesem Punkt und habe hierzu eine Frage:

Findest du es problematisch, wenn URL X in mehreren Sitemaps vorkommt? Oder sollte eine URL immer nur in einer Sitemap vorhanden sein?

Nächste Frage:
Bei Bilder-Sitemaps ist es wohl gefordert, die URL anzugeben in der das Bild eingebettet ist und auch die eigentliche URL des Bildes. Was aber, wenn es keinen „einzigen“ Ort gibt an dem das Bild verwendet wird? Muss ich diese Angabe unbedingt machen? Oder soll ich mich schlichtweg für „irgendeinen“ der Orte entscheiden?

lg Caner

Robert Zimmermann schrieb am 29. Januar, 2019 @ 16:10

Hallo Caner,

zu deiner ersten Frage:
Eine URL sollte immer nur in einer Sitemap vorkommen. Würde sie in verschiedenen Sitemaps aufgeführt sein, würde ja ein unnötig hohes Crawling-Budget verbraucht, was ich vermeiden würde.

zu deiner zweiten Frage:
Die URL, auf der sich dass Bild befindet, kann, muss aber nicht angegeben werden. Wenn ein Bild an verschiedenen Stellen auf einer Seite implementiert ist, würde ich nur die Bild-URL angeben.

Ich hoffe ich konnte die weiterhelfen?

Viele Grüße

Robert

Niklas schrieb am 30. Januar, 2019 @ 14:56

Hallo,

Mal eine Frage, es gibt viele XML-Generatoren etc. aber gibt es auch einen XML-Generator, der aus einer Text, CSV etc. Datei eine XML bastelt? Quasi ich copy+paste alle Links und erhalte anschließend eine formatierte XML-Datei?

Danke.

Robert Zimmermann schrieb am 30. Januar, 2019 @ 15:11

Hallo Niklas,

es kommt natürlich auf den jeweiligen XML-Generator an, aber bei den meisten kopiert man einfach URLs hinein und erhält eine formatierte XML-Datei. Wichtig ist aber, dass die Sitemap immer möglichst aktuell ist. Sollte sich viel auf einer Seite ändern, würde ich die Sitemap dann auch wieder anpassen.

Viele Grüße

Robert

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