Google Optimize – Das optimale Einsteigertool für A/B-Testing 

Die Conversion Rate Optimierung ist ein stetiger Prozess zur Verbesserung der eigenen Website Performance und kann ein effektives Mittel zur Steigerung des Umsatzes sein. Im Fokus stehen die Nutzer:innen und deren Interaktionen mit der Webseite, welche wir u.a. durch A/B-Testing besser nachvollziehen und mit Daten verifizieren können. Das macht es als Online-Marketing-Disziplin so wertvoll.

Ein A/B-Testing-Tool, welches wir besonders für Einsteiger empfehlen können, ist Google Optimize. Bereits in der kostenlosen Basisversion kommt es mit einem beträchtlichen Umfang daher. Wie es funktioniert und wo dessen Stärken und Schwächen liegen, erfährst Du in diesem Blogartikel.

Du benötigst eine detaillierte Anleitung, wie Du Google Optimize implementierst und Tests aufsetzt? Kein Problem! Am Ende des Artikels findest Du einen Link zu unserem Praxis-Guide “Google Optimize Einsteiger Guide”, der Dich Schritt für Schritt durch den Prozess begleitet.

Wichtig! Wenn Du Google Analytics nicht zur Webanalyse nutzt, brauchst Du ab hier vermutlich nicht mehr zu weiterlesen. Optimize funktioniert ausschließlich in Verbindung mit Google Analytics!

Was ist Google Optimize?

Optimize ist Teil der kostenlosen Google Marketing Plattform und speziell auf kleine und mittlere Unternehmen ausgelegt. Aber auch für Start-Ups mit schmalem Budget, stellt die Basisversion eine interessante Option dar. Alle gängigen Testformate sind ebenso im Umfang enthalten, wie die dauerhafte Personalisierung von Testvarianten für Nutzer:innen, welche die Ausrichtungsbedingungen erfüllen. An größere Unternehmen richtet sich Google mit der kostenpflichtigen Version Optimize 360. Hier hast Du eine größere Anzahl an Tests (mehr als fünf gleichzeitig) zur Verfügung und kannst komplexere Funktionen nutzen.

Bereits seit Ende März 2017 ist das Tool aus der Betaphase und für jeden zugänglich.

Google Optimize Dashboard

Die Stärken

Wie bereits erwähnt, ist die Basisversion von Google Optimize kostenlos. Sofern Du bereits Google Analytics nutzt und eingerichtet hast, ist die Verknüpfung mit Optimize in wenigen Schritten hergestellt. Ideale Voraussetzungen, wenn Du erste Erfahrungen mit A/B-Testing sammeln möchtest, oder schauen willst, ob der Funktionsumfang des Tools für Deine Bedürfnisse ausreicht.

Ein weiterer Vorteil, der sich durch die Verknüpfung ergibt, ist die Möglichkeit Deine Zielvorhaben und Messwerte aus Analytics als Testziele zu übertragen. Ebenso können Testdaten mithilfe von Segmenten in Analytics tiefer analysiert werden. Die Einbindung von Google Ads ermöglicht Dir zudem, die Performance der Landing Pages Deiner Google Ads Kampagnen in Optimize zu analysieren. Die Daten lassen sich bequem auf Account-, Kampagnen-, Anzeigengruppen- und Keyword-Ebene auswerten.

Wenn Du mit Google Optimize arbeitest, wirst Du feststellen, dass die Nutzeroberfläche sehr aufgeräumt wirkt. Google hat bei diesem Tool Wert darauf gelegt, es einsteigerfreundlich zu gestalten. So wurde für eine optimale Nutzerführung auf komplexe Navigationsstrukturen verzichtet, jeder neue Test wird übersichtlich auf einer Seite angelegt und Schritt für Schritt abgearbeitet. Per Stepper werden Nutzer:innen zu jeder Zeit darüber informiert, welche Angaben bereits erledigt sind und welche noch fehlen. Mehr dazu findest Du im Abschnitt „So legst Du einen Test an“.

Komplettiert wird das Ganze durch den benutzerfreundlichen „WYSIWYG Editor“, der Dir Änderungen an der Testvariante auch ohne CSS und HTML-Kenntnisse ermöglicht. So kannst Du Varianten im Handumdrehen erstellen. Alle Elemente der Webseite lassen sich bequem auswählen und über die Editor-Palette (rechts unten) entsprechend bearbeiten. Selbstverständlich kannst Du auch Dein CSS über den CSS-Code-Editor implementieren, falls gewünscht. Sobald Du Deinen Test angelegt hast, kannst Du über die Vorschaufunktion Deine Anpassungen auf verschiedenen Devices überprüfen.

Google Optimize WYSIWYG Editor

Die Schwächen

Ein kleiner Nachteil der kostenlosen Variante von Google Optimize ist der fehlende Support. Den gibt es erst mit der Enterprise-Lösung Optimize 360. Sollten also Probleme auftauchen, musst Du Dich mit dem Community-Forum oder alternativen Quellen zufriedengeben. Da aber Optimize bereits seit Längerem auf dem Markt ist, dürftest Du zu den allermeisten Fragen im Web fündig werden.

Keine Voraussetzung, aber dennoch hilfreich, sind grundlegende Kenntnisse in HTML und CSS. Mit dem „WYSIWYG Editor“ lassen sich bereits viele Hypothesen bequem umsetzen. Für komplexere Tests kommst Du aber auch bei Optimize nicht ohne Anpassungen am Quellcode aus. Wird es zu kompliziert, solltest Du einen Entwickler Deines Vertrauens heranziehen. Dieses “Problem” wirst Du allerdings bei allen A/B-Testing-Tools haben.

Etwas umständlich ist das Testen von Bildern in Optimize. Anders als bei anderen Tools auf dem Markt lassen sich diese nämlich nicht über den Editor hochladen. Stattdessen muss hier eine URL angegeben werden, auf der das Bild hinterlegt ist. Sprich, die Bilddatei muss zuvor auf den eigenen FTP-Server hochgeladen werden (optimale Lösung). Sofern aus bestimmten Gründen kein Zugriff besteht, kann alternativ auch eine Image-Hosting-Site genutzt werden. Das kann unter Umständen etwas nervig sein.

Google Optimize vs. Optimize 360

Einer der Kernunterschiede zwischen der kostenlosen und bezahlten Version liegt vorwiegend im Umfang der Funktionen. Bei Optimize 360 können so bis zu 24 Tests pro Datenansicht gleichzeitig angelegt und bis zu 10 (statt 3) vorkonfigurierte Ziele definiert werden. Ebenso können in Google Analytics erstellte Zielgruppen genutzt werden. Erfolgreiche Testvarianten kannst Du anschließend personalisieren und dauerhaft ausspielen, wodurch Du Content-Variationen zielgruppenspezifisch einsetzen kannst.

Vergleich von Google Optimize mit Optimize 360

So einfach richtest Du Google Optimize ein

Google Analytics wird von mehr als 80 % aller deutschsprachigen Webseiten genutzt und ist somit klarer Platzhirsch auf dem Tracking-Tool-Markt. Die Grundvoraussetzungen zur Nutzung von Optimize ist somit in der Regel gegeben. Um das Tool im vollen Umfang nutzen zu können, benötigst Du insgesamt Folgendes:

  • Ein Google Analytics-Konto
  • Google Analytics-Web-Tracking (Universal Analytics oder Google Analytics 4), installiert auf Deiner Webseite
  • Der Chrome-Webbrowser (oder einen anderen Browser, der CSS3 Selektoren unterstützt)
  • Die Optimize Chrome-Erweiterung (wenn Du Tests im visuellen Editor erstellen willst).

Unter optimize.google.com kannst Du Dich nun anmelden und ein Konto erstellen. Hast Du Deinen Kontonamen eingetragen und die Nutzungsbedingungen akzeptiert, gelangst Du automatisch in die Containeransicht. Rechts oben in der Top-Navigation findest Du dann die Containereinstellungen. Hier ist der Bereich, wo Du Google Optimize mit Google Analytics verknüpfst. Du hast die Möglichkeit zwischen einer Universal Analytics-Property oder Google Analytics 4-Property zu wählen. Beide Möglichkeiten bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile. Welche Version für Deine Bedürfnisse am besten passt, kannst Du hier entnehmen.

In den gleichen Einstellungen findest Du ebenfalls das Optimize-Snippet, welches noch in Deine Webseite eingebunden werden muss. Hierzu stehen Dir grundsätzlich zwei Möglichkeiten zu Auswahl:

  • Das Optimize-Snippet manuell in den <Head>-Bereich der Seite einbinden
  • oder Optimize über den Google Tag Manager konfigurieren

Hast Du diesen Schritt erledigt, kannst Du im Grunde bereits mit den ersten Tests beginnen.

Eine genaue Anleitung zur Einrichtung und weiteren relevante Einstellungsmöglichkeiten findest Du in unserem Praxis-Guide weiter unten im Artikel!

In wenigen Schritten zum ersten A/B-Test!

Kommen wir nun zum spannenden Teil. Für Deinen ersten Test musst Du im Dashboard rechts oben auf “Websitevariante erstellen” klicken. Anschließend öffnet sich ein Fenster mit den verschiedenen Testarten zur Auswahl.

A/B-Tests (manchmal auch A/B/n-Tests genannt) sind nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Tests mit zwei oder mehr Varianten derselben Webseite (A und B). Variante A ist dabei das Original. Die Varianten B bis n enthalten jeweils mindestens ein abgeändertes Element, etwa eine andersfarbige Call-to-Action-Schaltfläche.

Bei einigen Tests handelt es sich bei Variante B um eine komplett unterschiedliche Version einer Webseite. Die einzelnen Varianten werden zu ähnlichen Zeiten geschaltet, um ihre Leistung unabhängig von externen Faktoren zu überwachen und zu messen. In Optimize werden die Leistungsdaten für jede Variante im Hinblick auf ein Ziel erfasst und die beste Variante ermittelt.

Bei multivariaten Tests (MVT) werden Varianten von ein oder mehr Elementen gleichzeitig getestet, um zu ermitteln, welche Kombination am besten abschneidet. Anstatt wie bei A/B-Tests die effektivste Seitenvariante herauszustellen, wird bei multivariaten Tests die effektivste Variante von jedem Element ermittelt. Zudem werden die Interaktionen zwischen den Elementen analysiert. So eignen sich MVT-Tests beispielsweise zur Optimierung mehrerer Aspekte einer Zielseite.

Weiterleitungstests (auch bekannt als Test mit verschiedenen URLs) sind A/B-Tests, bei denen Webseiten miteinander verglichen werden können. Bei diesen Tests werden die Varianten nach URL oder Pfad anstelle von Elementen auf der Seite unterschieden. Weiterleitungstests eignen sich gut, wenn Du zum Beispiel zwei unterschiedliche Zielseiten miteinander vergleichst oder ein ganz neues Seitendesign testen möchtest.

Eine Personalisierung besteht aus Änderungen, die an Deiner Webseite für bestimmte Besuchsgruppen vorgenommen wird. Im Gegensatz zu Tests, können Personalisierungen zeitlich unbegrenzt aktiv sein. Außerdem gibt es für sie keine Varianten. Es handelt sich dabei um eine einzelne Gruppe mit Änderungen, die jeder Nutzer sieht, der die Ausrichtungsbedingungen erfüllt.

Mit der Option Bannervorlage kannst Du in den oberen Rand Deiner Seite ein Benachrichtigungsbanner für Deine Nutzer:innen einfügen.

Für unseren Testlauf wählen wir den klassischen A/B-Test und geben zusätzlich einen eindeutigen Namen sowie die URL an, die wir gerne testen möchten. Wir kommen nun auf die Test-Übersichtskarte, wo alle spezifischen Angaben gemacht werden müssen, bevor es anschließend live gehen kann.

So legst Du einen Test an

Eine große Stärke von Google Optimize ist das nutzerfreundliche Interface. Speziell beim Anlegen eines Tests kommt dieser Punkt voll zum Tragen. Das Tool führt Dich praktisch durch die Einstellungen (inkl. Erläuterungen) und zeigt an, welche Kriterien bereits erfüllt sind und welche noch fehlen. So hast Du immer alles im Überblick.

Google Optimize Testkarte

Die Status Bar gibt an, ob alle Kriterien für einen Test erfüllt sind. Erst dann wechselt der ausgegraute Start-Button auf Grün und lässt sich klicken. Zudem kannst Du hier einstellen, dass der Test automatisch zu einer bestimmten Zeit starten und enden soll.

Der Stepper gibt genau an, welche Angaben für den Test noch fehlen, bzw. bereits erfüllt sind. Sind alle 4 Schritte mit einem grünen Häkchen versehen, hast Du beim Anlegen Deines Tests alles richtig gemacht.

In dem Bereich Varianten und Ausrichtung legst Du die Testvariante(n) an und definierst die Traffic-Verteilung für die unterschiedlichen Versionen. Außerdem kannst Du direkt in den Editor springen, um Deine Webseitenänderungen vorzunehmen. Auch die Ausrichtung der Zielgruppen, also für welche Besucher der Test ausgespielt wird, werden hier eingetragen.

In der Beschreibung kannst Du nähere Angaben zu Deinem Test machen, etwa Deine aufgestellte Hypothese, die Du mit dem Test verifizieren möchtest.

Unter dem Punkt Messwerte und Ziele wählst Du die Datenansicht Deiner Analytics-Property aus. Hier kannst Du die Metriken angeben, mit denen Du die Leistung von Varianten beurteilst. Neben den drei Standardwerten (Absprünge, Seitenaufrufe und Sitzungsdauer) tauchen hier auch die individuell erstellten Ziele aus Analytics auf, sofern diese bereits angelegt wurden.

Unter Einstellungen kannst Du überprüfen, ob Optimize richtig installiert ist, bevor Du Deine Websitevariante startest. Ebenfalls kannst Du hier den Prozentsatz aller Besucher:innen einstellen, die für Deine Websitevariante infrage kommen und festlegen, wann die Websitevariante ausgelöst werden soll (Aktivierungsereignis).

Fertig! Wenn alle Angaben korrekt eingetragen sind, kann der Test nun live gehen.

Reportings in Google Optimize

Um die Ergebnisse eines Tests aufzurufen, klicke oben links auf der Seite mit den Testdetails auf den Tab „Berichte“. Die Berichte sind in verschiedene Bereiche mit Daten zum Test unterteilt, darunter sein Status und die Leistung der Varianten im Vergleich zu Deinen Zielen.

Google Optimize Berichte

Es wird angezeigt, wie oft die Variante ausgespielt wurde. Ebenso der Zeitraum des Testlaufs, die Anzahl der gesamten Conversions bezogen auf Dein angegebenes Ziel und die daraus berechnete Conversion Rate. Dies alles basiert auf den Google Analytics-Daten. In der Optimierungsanalyse rechts daneben kannst Du dann sehen, welche Variante die höchste Wahrscheinlichkeit hat, das Original zu übertreffen.

Als Nächstes kannst Du auf den Link zum Anzeigen eines Berichts in Google Analytics klicken. Du gelangst dann automatisch zum Experiment in Deinem Google Analytics-Konto.

Google Optimize Analytics Berichte

Im Gegensatz zu anderen A/B-Testing-Tools sammelt Google Optimize nicht nur Daten. Stattdessen holt es Daten aus der Google-Analytics-Ansicht, die mit Deinem Experiment verbunden sind. Das heißt, die Ergebnisse Deines Experiments unterliegen allen Filtern, die für diese Datenansicht verwendet werden. Auf diese Weise kannst Du sicherstellen, dass unerwünschter Datenverkehr, z. B. interner Datenverkehr oder Bots, die Ergebnisse Deines Experiments nicht verunreinigen.

Da die Daten von Google Analytics stammen, kannst Du auch zusätzliche Metriken für jede Variante sehen und entsprechend segmentieren.

Kostenloser Praxis-Guide: Google Optimize installieren, einrichten und gewinnbringend nutzen

Mit diesem Praxis-Guide bekommst Du eine detaillierte und verständliche Anleitung, mit der Du Google Optimize professionell einsetzen kannst.

Fazit

Google Optimize ist eine ausgezeichnete Plattform für A/B-Tests. Es ist kostenlos, lässt sich problemlos in Deine Google Analytics-Berichte integrieren, und das Interface ist äußerst benutzerfreundlich und intuitiv. Für kleine Unternehmen, die gerade in die Thematik einsteigen und erste Erfahrungen sammeln möchten, ist Google Optimize also bestens geeignet. Und wenn Du Google Analytics bereits als Tracking Tool nutzt, kannst Du hier im Grunde nichts falsch machen.

Denk daran, dass ein A/B-Test nur eine Komponente in der Conversion-Rate-Optimierung ist. User Research, Design, die richtigen KPIs, Hypothesen und Analysen sind für eine langfristige Verbesserung der Website Performance essenziell. Wenn Du Unterstützung bei Deinen Vorhaben benötigst, meld Dich einfach bei uns. Wir finden ganz sicher die passende Lösung für Dich!

Ben Garboniak

Ben Garboniak ist Senior Consultant UX & Design und seit 2010 bei morefire an Bord. Nach einigen Jahren als SEO beratend tätig, beschäftigt er sich heute überwiegend mit Themen aus den Bereichen User Experience, Conversion-Rate-Optimierung und Webite Testing.

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