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Mit diesen SEO-Tipps zur richtigen URL-Struktur

Eine saubere interne URL-Struktur ist hilfreich für Menschen und Suchmaschinen. Menschen erkennen hinter einem sinnvollen Link, was sich dahinter verbirgt und Suchmaschinen erhalten eine weitere, nicht zu vernachlässigende, Keyword-Quelle. Damit ist die URL-Struktur ein wichtiger Teil der Suchmaschinenoptimierung. Wie eine saubere und vernünftige URL-Struktur aussieht, erklären wir Dir in diesem Beitrag.

Was ist eine URL?

URLs (Uniform Resource Locator) sind die Adressen, unter denen einzelne Seiten im Internet zu finden sind. URLs sollten sowohl für Suchmaschinen als auch für Nutzer:innen problemlos lesbar sein und auch auf den Inhalt der Seite Rückschlüsse geben. Sie sind für die User in der Adresszeile der Browsers zu sehen, in verkürzter Form auch in den Suchergebnissen.

Wie ist eine URL aufgebaut?

Wenn Du Dich im Internet navigierst, ist Dir bestimmt schon einmal aufgefallen, dass sich der URL-Aufbau immer an einem bestimmten Muster orientiert. So tauchen einige Bestandteile immer wieder auf. Dazu zählt das Übertragungsprotokoll bzw. SSL-Zertifikat (http oder https) ganz vorne, wobei https schon auf vielen Seiten der Standard ist und durch das Page Experience Update von Google zum Rankingfaktor wurde.

Nach dem Protokoll folgt meist WWW (World Wide Web), dieser Teil wird als Third-Level-Domain oder auch Subdomain bezeichnet und ist nicht zwingend notwendig. Hierbei solltest Du Dich für die Variante Deiner Webseite mit oder ohne Third-Level-Domain entscheiden, um Duplicate Content zu vermeiden. Der Name der Domain wird als First-Level-Domain bezeichnet, gefolgt von der Top-Level-Domain (TLD) nach dem Punkt, die meist die geographische Zuordnung der URL bestimmt.

Diese ersten paar Teile einer URL findest Du häufig als Startseiten-URL von Webseiten vor. Navigierst Du Dich dann zu einer Unterseite wird der URL oft ein Pfad angehängt, der aus verschiedenen Verzeichnissen besteht. In der folgenden Abbildung ist der URL-Aufbau dargestellt:

Bild 1: Aufbau einer URL am Beispiel der morefire Webseite
Bild 1: Aufbau einer URL am Beispiel der morefire Webseite

Neben Start- und Unterseiten erhalten auch die Dateien auf einer Webseite eine eigene URL, über die sie aufrufbar sind. Der hinterlegte Dateiname wird im URL-Pfad ganz hinten inklusive Dateiformat angehängt, wie z.B. bei dieser Bild-URL:

https://www.more-fire.com/wp-content/uploads/2016/04/bild-aboutus-neu-1.jpg

 

Worauf ist bei der URL-Struktur zu achten?

Bei der Erstellung neuer Webseiten sollte neben der Wahl der passenden Domain auch die richtige URL-Struktur festgelegt werden. Was Du bei der Erstellung der URL-Struktur Deiner Webseite beachten solltest, das erfährst Du in den folgenden Abschnitten.

Definition einer Standard-Domain

Wie erwähnt ist die Verwendung einer Third-Level-Domain bzw. Subdomain nicht zwingend notwendig. Jedoch solltest Du Dich vor der Erstellung der Webseite für eine Version entscheiden, sodass die Seite entweder mit oder ohne „www“ erreichbar ist. Nachdem Du Dich für eine Standard-Domain entschieden hast, solltest Du prüfen, ob alle anderen Versionen auf die definierte Domain per Statuscode 301 weiterleiten. So vermeidest Du doppelte Inhalte.

Verwendung von Schrägstrichen

Auch aus der fehlerhaften Verwendung von Schrägstrichen am Ende einer URL kann Duplicate Content entstehen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die URLs Deiner Webseite (sowohl die der Startseite, als auch der Kategorie- und Unterseiten) entweder nur mit oder nur ohne Schrägstrich erreichbar sind. Von der anderen Variante sollte dann per 301 weitergeleitet werden.

Du willst mehr zum Thema Statuscodes erfahren? In unserem Artikel „HTTP-Statuscodes & ihre Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung“ haben wir alle wichtigen Informationen für Dich zusammengefasst.

Eine andere Möglichkeit ist hier die Verwendung von Canonicals mit denen Du Suchmaschinen den Hinweis geben kannst, welche Variante in den Index gelangen soll. Hierbei solltest Du jedoch überprüfen, ob alle Signale passen, sodass die Suchmaschine den gesetzten Canonical auch akzeptiert. Die gewählte Variante (mit oder ohne Trailing Slash) sollte demnach auch in allen internen Verlinkungen, in der XML Sitemap, im Hreflang und in Weiterleitungen richtig gesetzt werden

Sprechende URLs & Keyword-Nutzung

Wenn eine URL aus lesbaren Wörtern besteht – statt aus kryptischen Nummern oder IDs – dann handelt es sich um eine sogenannte sprechende URL. Diese URLs beeinflussen die Klickraten innerhalb der Ergebnisseiten der Suchmaschinen positiv. Die von Nutzer:innen eingegebenen Suchbegriffe werden dort optisch eindeutig hervorgehoben (fett geschrieben) und erscheinen dadurch relevanter.

Es ist demnach auch durchaus sinnvoll, wichtige Keywords in der URL zu platzieren. So kannst Du den Usern auch durch die URL zeigen, worum es auf Deiner Seite geht. Jedoch solltest Du, wie auch im Content Deiner Webseite, kein Keyword Stuffing betreiben. Nimm deshalb nur 1-2 wichtige Keywords – im besten Fall auch das Hauptkeyword – in die URL auf. Achte darauf, dass sich die Keywords nicht doppeln (z.B. in den Verzeichnisnamen).

Statt URLs beispielsweise wie folgt aufzubauen:

webseite.de/?p=14

webseite.de/?p=78

Solltest Du lieber auf folgende Struktur ausweichen:

webseite.de/autos.html

webseite.de/autoreifen.html

Bei verschachtelten Strukturen mit mehreren Navigationsebenen können dieser Struktur dann weitere Unterverzeichnisse hinzugefügt werden:

webseite.de/autos/mercedes.html

webseite.de/autos/mercedes/e-klasse.html

Dadurch wird einer Suchmaschine wie Google recht schnell ersichtlich wie die Seiten strukturell zusammenhängen.

URL-Länge

Neben dem Inhalt einer URL ist auch die Länge der URL zu beachten. Weshalb Du hierauf achten solltest, hat mehrere Gründe. Zum einen läufst Du bei zu langen URLs Gefahr, dass URLs auf den Ergebnisseiten der Suchmaschinen ab einer bestimmten Länge gekürzt werden. Dies kann zu schlechteren Klickraten führen, da die Nutzer:innen nicht die gesamte URL sehen können. Zum anderen begrenzen bestimmte Browsern und HTTP-Protokolle die URL-Zeichenlänge oft automatisch. Ein guter Grenzwert für die Länge einer URL ist maximal 100 Zeichen.

Damit Deine URLs nicht zu lang werden, achte darauf, unnötige Füllwörter aus der URL zu nehmen. So lassen sich schon ein paar Zeichen sparen. Dennoch sollte die URL für Nutzer:innen weiterhin verständlich sein.

Auch mit der Anzahl der Verzeichnisse solltest Du vorsichtig sein. Das macht eine URL nicht nur lang, sondern die Struktur Deiner Webseite sehr kleinteilig. Erstelle Deine Webseite so, dass Du die Struktur über die URL in zwei, maximal drei Verzeichnissen abbilden kannst, z.B. https://www.more-fire.com/inbound-marketing/seo/. „Inbound-Marketing“ ist in diesem Fall das übergeordnete Verzeichnis der „SEO“-Seite.

 

Verwendung von Sonderzeichen in URLs

Sonderzeichen in URLs führen meist zu kryptischen Zeichen-Kombinationen, da Browser sie umwandeln. Nur, wenn Sonderzeichen aus technischer Sicht in der URL erscheinen und damit ein bestimmter Zweck erfüllt wird (z.B. Abbildung von dynamischen Parametern), sollten sie verwendet werden, aber generell sollten Sonderzeichen in URLs vermieden werden. So kannst Du sicher gehen, dass dadurch keine Probleme in der Darstellung im Browser entstehen.

In den Augen von Suchmaschinen gelten z.B. nur Ziffern, die Zeichen a-z, A-Z und das Minuszeichen NICHT als Sonderzeichen. Somit sind auch Umlaute, Leerzeichen und spezielle andere Zeichen für Suchmaschinen Sonderzeichen. Auf folgende Punkte solltest Du achten, falls das Verwenden von Sonderzeichen und Umlauten in den URLs Deiner Seite unumgänglich ist:

ä = ae, ö = oe, ü = ue

weitere Sonderzeichen wie ê = e, â = a etc.

Leerzeichen = „-„

Niemals „-“ als erstes oder letztes Zeichen setzen

Keine Satzzeichen, Währungszeichen etc. verwenden

 

Verwendung von Trennzeichen in URLs

Um Wörter in der URL voneinander zu trennen, sollten keine Leerzeichen verwendet werden (s. Verwendung von Sonderzeichen in URLs). Stattdessen kannst Du den Bindestrich („-„) einfügen, um eine saubere Trennung darzustellen. Für die Trennung sollten ausschließlich Bindestriche verwendet werden und z.B. keine Unterstriche („_“). Auch wenn Google mittlerweile keine Probleme mehr damit hat Unterstriche als Trennzeichen zu verstehen, sind Bindestriche häufig Standard-Trennzeichen in verschiedenen Content Management Systemen.

Verwendung von URL-Parametern

Verwendest Du auf Deiner Webseite Session-IDs oder dynamische Parameter, dann werden diese in bestimmten Fällen an das Ende einer URL angehängt. Oft ändert sich durch die angehängten Session-IDs oder Parameter nichts auf der Seite oder es wird ein Filter oder eine Sortierung angewandt. Inhalte doppeln sich dann mit der ursprünglichen Seite ohne Parameter, was auch in diesem Fall wieder zu Duplicate Content führt.

Generell sollten dynamische Parameter und Session-IDs auf Webseiten eher vermieden werden, um Probleme bei der Indexierung einer Seite zu umgehen. Falls Parameter verwendet werden müssen, um z.B. Filter abzubilden, hast Du mehrere Möglichkeiten, das Crawling und die Indexierung dieser URLs zu steuern. Willst Du bestimmte Parameter komplett vom Crawling ausschließen, kannst Du dies über die Google Search Console oder die robots.txt tun. Falls Suchmaschinen weiterhin mit ihren Crawlern auf die Parameter-URLs kommen sollen, um z.B. den Links auf der Seite folgen zu können, kannst Du über ein Canonical den Hinweis geben, dass die URL ohne Parameter die zu indexierende URL ist. Um die Parameter-URL crawlbar zu machen, jedoch nicht indexieren zu lassen, verwendest Du am besten das Meta-Tag „noindex“.

 

URL umbenennen & URL-Struktur anpassen

Du merkst nun nach diesem Blogartikel, dass Du Deine URLs gerne anpassen und optimieren würdest, weil Dir eventuell ein paar Punkte aufgefallen sind, die so gerade nicht optimal sind? Sobald Du eine URL änderst, entsteht dadurch eine neue Seite. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, die Optimierung von URLs – wie auch alle anderen Webseitenprojekte – gut zu planen. Stelle Dir vor der Umstellung folgende Fragen:

Welche URLs sollen angepasst werden und warum?

Wie sollen die neuen URLs aussehen?

Werden die alten URLs automatisch per 301 weitergeleitet oder muss dies manuell gepflegt werden?

Nur durch die Weiterleitung der alten URLs per 301 kannst Du sicher gehen, dass kein doppelter Inhalt oder 404 Fehlerseiten entstehen. Fällt Dir bei Frage Nr. 1 auf, dass es sich eigentlich um alle URLs handelt, weil Deine Webseite z.B. noch über eine http-Verbindung läuft, dann solltest Du damit wie mit einem Webseiten-Relaunch umgehen.

Handle jedoch nicht vorschnell, denn jede Änderung einer URL führt auch dazu, dass Suchmaschinen die neuen URLs crawlen und bewerten müssen. Demnach sind weniger perfekte URLs eventuell auch weniger gravierend als eine Weiterleitung auf eine neue URL. Deshalb ist es umso wichtiger, Dir bereits vor der Erstellung der Webseite Gedanken zu der URL-Struktur zu machen und eine passende Struktur festzulegen.

Hast Du bei der Erstellung Deiner URL-Struktur Fragen? Wir helfen Dir gerne weiter. Zögere nicht Kontakt mit uns aufzunehmen.

 

Claudia Werner

Geschrieben von

Claudia ist nach ihrem Medienkommunikation-Studium in Würzburg nach Köln gezogen und arbeitet als SEO Consultant bei morefire. Vor allem im technischen SEO fühlt sie sich zuhause und wenn sie nicht arbeitet, ist sie vor allem auf Brettern aller Art unterwegs, egal ob Skate-, Snow- oder Surfboard.

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4 Kommentare

Domainliste schrieb am 23. November, 2009 @ 17:39

Ich kann diesem Beitrag nur zustimmen, durch Links wie ?s=1 ist einer Suchmaschine nicht ersichtlich was sich auf dieser Seite befindet, wobei ?s=impressum schon viel Aussage kräftiger ist. Allerdings würde ich mir wünschen das Ihr evtl. noch einen Link zu mod rewrite postet oder ein kleines Tut dazu schreibt.

nietsch schrieb am 23. Februar, 2010 @ 13:09

Vielen Dank für den Beitrag. Ich habe zwar nach ähnlichen Inhalten gesucht, doch geholfen hat mir diese Information trotzdem. Dankeschön Artur Nietsch PS: Wie w+rde es sich verhalten, wenn man bei sehr langen Strukturen einfach die Unterordner wegläßt?

Dürst schrieb am 18. August, 2010 @ 14:29

Optimal wäre dabei eine Umleitung per mod_rewrite.

So kann z.B. aus „musterseite.de/index.php?id=39“ oder „musterseite.de/index.php?id=autos“ eine suchmaschinenfreundliche URL wie „musterseite.de/autos“ oder wenn z.B. unternavigationspunkte bestehen „musterseite.de/autos/vw/reifen/bestellen“ realisiert werden. Dies hat den enormen Vorteil, dass die Keywords direkt in der URL stehen und so perfekt von Suchmaschinen gefunden werden können.

Tester schrieb am 4. Dezember, 2013 @ 8:09

Ein wichtiger Punkt, der oft vernachlässigt wird. Bei CMS wie WordPress ist so ein vorhaben ja mittlerweile ganz easy: Eine Auswahl und schon ist die richtige URL erstellt.
Gerade bei Blogs und Artikeln mit vielen verschiedenen Themen ein nicht wegzudenkender Vorteil!

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