Welches Webanalyse-Tool passt zu mir?

In der Webanalyse gibt es eine große Vielfalt an Tools, die Du Dir zum Erfassen und Auswerten Deiner Daten zunutze machen kannst. Obwohl viele Tools ähnliche Möglichkeiten bieten, sind es oft Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen.

Welches Tool das “Richtige” ist, hängt dabei von Dir und Deinen An- und Herausforderungen ab. Jedes einzelne Tool zu durchforsten ist oft sehr aufwendig und frisst kostbare Zeit. Trotzdem lohnt es sich, nicht das nächstbeste Tool zu verwenden. Denn wenn Dein Webanalyse-Tool wirklich einen Vorteil bieten soll, musst Du damit arbeiten können und Dich ein wenig damit beschäftigen. Das Tool kann nämlich noch so gut sein und Dir unendlich viele Möglichkeiten bieten. Wenn Du damit nicht arbeiten und Dich zurechtfinden kannst, ist auch das beste Tool wertlos.

Ich möchte Dir heute zwei beliebte Webanalyse-Tools vorstellen und deren Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede hervorheben, die Dir bei der Entscheidung helfen sollen. Da Tools regelmäßig erweitert werden und immer wieder neue Tools auf den Markt kommen, werden wir uns ein paar ausgewählte Eigenschaften anschauen. Denn wie die Webanalyse selbst sind auch die dazugehörigen Tools ständig im Wandel.

Google Analytics

Google Analytics ist das weltweit meist genutzte Analytics Tool.


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So wird Google Analytics momentan auf knapp
60% der Webseiten
zur Auswertung der Besucher:innen genutzt.


Es gibt sowohl eine kostenlose als auch eine kostenpflichtige Version. Mit dem Launch der neuen Google Analytics 4 Property hat Google außerdem einen neuen Standard im Digital Analytics geschaffen und bietet immer wieder neue Features an. Das Tool hat enorm viele Möglichkeiten insbesondere in der Verknüpfung mit anderen Google-Produkten, wie z.B. Google Ads oder der Google Search Console. Dank der breiten Masse an Nutzer:innen gibt es zu fast allen Features Artikel und Anleitungen, die Dir bei der Implementation behilflich sein können.

Matomo

Matomo, ehemals Piwik, wird, vor allem bei deutschen Unternehmen, immer beliebter als Alternative zu Google Analytics. Denn die Open-Source-Webanalyseplattform kann auf Deinem eigenen Server betrieben werden, was Dir die volle Kontrolle über die gesammelten Daten ermöglicht. Die reine Nutzung von Matomo ist kostenlos, allerdings fallen Server-Kosten an. Matomo kann auch gegen einen Aufpreis in der Cloud gehostet werden. Dabei geht jedoch der wohl größte Vorteil des Tools verloren, nämlich dass die erfassten Daten bei Dir gespeichert werden. Die Datenqualität der von Matomo erfassten Daten ist sehr hoch. AdBlocker blockieren das Tool seltener und Bot Traffic wird bereits in den Grundeinstellungen sehr gut ausgeschlossen ohne das dies über eigene Filter geschehen muss.

Wie Du Matomo einsetzt um transparentes Tracking zu betreiben, das hat mein Kollege Julian in diesem Blogartikel erläutert.


Installation der Tools

Die Installation der beiden Tools ist sehr unterschiedlich. Da bei der Nutzung von Google Analytics die Daten nicht auf dem eigenen Server gespeichert werden, ist das Aufsetzen des Tools schnell erledigt. Sobald Du Dein Konto erstellt hast, kannst Du eine Property anlegen. Dort findest Du den Tracking Code, der auf Deiner Webseite eingebaut werden muss. Anschließend werden bereits die ersten Daten erfasst.

Für die Nutzung von Matomo auf dem eigenen Server sind ein paar mehr Schritte notwendig. So musst Du unter anderem eine Datenbank einrichten, ein Installationsverzeichnis festlegen und eine Subdomain, über die Du Deine Daten erreichen kannst, anlegen. Wenn das Konto eingerichtet ist, kann der jeweilige Tracking Code auf allen Seiten Deiner Website, die Du erfassen möchtest, eingebunden werden.

 

Tag Management System

Sowohl Google als auch Matomo bieten ein eigenes Tag Management System an. Ein Tag Management System erleichtert die Implementation und Steuerung Deines Trackings. Dadurch musst Du dieses nicht mehr einzeln im Code auf Deiner Website einbinden, sondern kannst es zentral verwalten. Auch als Nicht-Entwickler kannst Du so Dein Tracking Setup aufsetzen und anpassen.

Die Tag Management Systeme sind in der Bedienbarkeit sehr ähnlich und bieten weitestgehend gleiche Funktionen. Außerdem können beide Tag Management Systeme die Tracking Codes des jeweils anderen Tools problemlos einbinden. Ein großer Vorteil des Matomo Tag Management Systems ist, dass dieses direkt über Deine Matomo Subdomain aufgerufen werden kann. So hast Du alles an einem Ort und musst nicht verschiedene Domains besuchen. So ist es bei Google Analytics und dem Google Tag Manager der Fall.

 

Tracking-Basis

Beide Tools verfügen über grundlegende Tracking-Funktionen. Dazu gehören unter anderem Echtzeit-Nutzer:innen, geografische Standorte der Besucher:innen, Geräte, Betriebssysteme, Landingpages und Ausstiegsseiten.

Einer der größten Vorteile von Google Analytics ist die Integration mit anderen Google-Produkten. In wenigen Schritten sind die Konten verknüpft und Deine Daten in Analytics aufrufbar. In Matomo gibt es Plug-ins, die eine ähnliche Funktion versprechen, Google Analytics ist da allerdings voraus.

In Matomo gibt es bereits einige Standard-Ereignisse, die automatisch erfasst werden. In der Google Analytics 4 Property gibt es dieses Feature nun auch.

Weitere Funktionen, wie das Formular-Tracking, sind in Matomo sehr einfach über ein Plug-in hinzuzufügen. Bei Google Analytics hingegen muss das Ereignis-Tracking dahingehend manuell erweitert werden.

In Matomo hast Du die Möglichkeit, Plug-ins hinzuzufügen, um weitere Funktionen nutzen zu können. Einige Plug-ins sind ohne weitere Kosten erhältlich, andere müssen für die Nutzung gekauft werden.

Tracking in Matomo

Benutzeroberfläche und Bedienbarkeit

Nun hast Du Dich in Deinem Analytics Konto angemeldet. Somit kannst Du auf Deine Analytics Daten zugreifen sowie Änderungen an den Einstellungen und benutzerdefinierte Anpassungen vornehmen. Google Analytics bietet eine Menge an vordefinierten Berichten, die Dir einen Überblick über Deinen Traffic geben. Die Berichte lassen sich anpassen und erweitern, sodass Du Deine Daten besser verstehen und analysieren kannst.

Benutzerdefinierte Einstellungen in Google Analytics

 

Um auf Deine über Matomo erfassten Daten zuzugreifen, öffnest Du die bei der Installation definierte Subdomain. Auch hier kannst Du auf Deine Daten zugreifen und Einstellungen nach Belieben anpassen. Matomo bietet ähnliche Berichte zu Google Analytics und gibt Dir die Möglichkeit, diese nach Bedarf anzupassen.

Benutzerdefinierte Anpassungen in Matomo

Dank unzähliger anderer Nutzer:innen gibt es zu nahezu allen Google Analytics-Funktionen Artikel, die diese einfach erklären. Dadurch hat jede:r die Möglichkeit sich auch auf den ersten Blick komplizierte Einstellungen in wenigen Schritten für den eigenen Bedarf zunutze zu machen. Matomo wird bislang deutlich seltener verwendet. Dadurch sind viele Einstellungen noch nicht von der breiten Masse “erforscht” und müssen zum Teil selber erkundet werden. Doch dank steigender Beliebtheit wird es auch hier immer mehr Anleitungen und Umsetzungsmöglichkeiten geben. Außerdem schadet es sicher nicht, wenn Du Dich selber mit der Benutzeroberfläche sowie den erweiterten Funktionen vertraut machst. Dadurch kannst Du das Tool, das Deine Daten beinhaltet, besser kennenlernen.

Die wichtigsten Features im Überblick:

Google Analytics

  1. Die Nutzung von Google Analytics ist kostenlos und die Installation in wenigen Schritten erledigt. 
  2. Andere Google-Produkte können problemlos und mit nur wenigen Klicks integriert werden, sodass die Daten von z.B. Google Ads und der Google Search Console mit den Google Analytics Daten verknüpft und gemeinsam ausgewertet werden können.  
  3. Mit dem Launch der neuen Google Analytics 4 Property hat Google einen neuen Standard im Digital Analytics geschaffen und bietet viele neue Features an. 
  4. Google Analytics Daten können im Google DataStudio visualisiert werden. 

 

Matomo

  1. Matomo lässt sich auf Deinem eigenen Server einbinden. Du hast daher die Hoheit über die erfassten Daten und bestimmst, was mit diesen passiert. Deine Daten werden dann nicht auf Servern von Drittanbietern gespeichert. 
  2. Erweiterte Funktionen, wie zum Beispiel A/B Tests oder Heatmaps lassen sich über teilweise kostenpflichtige Plug-ins hinzufügen. Diese Plug-ins können von jedem erstellt und angeboten werden und werden regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht. 
  3. Matomo bietet optional Cookieloses Tracking an. Die Daten können ohne Tracking-Cookie erfasst werden, sind demnach allerdings auch eingeschränkt. Wiederkehrende Nutzer:innen können dann beispielsweise nicht wiedererkannt werden und domainübergreifendes Tracking wäre nicht möglich. 
  4. Die Datenqualität von über Matomo erfasste Daten ist sehr hoch, da zum einen AdBlocker weniger Einfluss auf die Nutzer:innen-Statistiken haben und zum anderen Bot Traffic bereits in den Grundeinstellungen sehr gut herausgefiltert wird.  

Fazit

Sowohl Google Analytics als auch Matomo sind sehr gute Webanalyse-Tools. Matomo punktet insbesondere durch die hohe Datenqualität sowie den deutlich besseren Datenschutz. Google Analytics hingegen trumpft vor allem durch die einfache Verknüpfung weiterer Tools sowie die sehr gute Bedienbarkeit und die Vielfalt der Funktionen. Aufgrund der Masse an Nutzer:innen werden die Features von Google Analytics meist in vielen Artikeln sehr ausführlich erklärt. Dadurch sind sie leicht für den eigenen Nutzen adaptierbar.

Wenn Du bei der Auswahl Deiner Tools unsicher bist, kannst Du auch beide Tools auf Deiner Webseite einbinden.

Welches Tool Du auch nutzt, wichtig ist, dass Du damit arbeiten und Dich in der Benutzeroberfläche gut zurecht finden kannst. Denn die Webanalyse Tools nutzen Dir nur dann etwas, wenn Du die gesammelten Daten auch verwendest und auswertest.

Julia Göntgen

Geschrieben von

Julia hat als Webanalyse Consultant das morefire-Team unterstützt.

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