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Wettbewerbsanalyse im Online Marketing – Stärken und Schwächen erkennen

Mit einer Wettbewerbsanalyse kannst Du die Leistungen und Maßnahmen verschiedener Unternehmen in einem definierten Markt bewerten. Das Ziel ist es die Stärken und Schwächen der Unternehmen herauszuarbeiten, die eigene Marktsituation besser einzuschätzen und daraus Handlungsempfehlungen für Dein Unternehmen abzuleiten.  

Online Marketing ist eine wichtige Disziplin für Unternehmen. Sie ist eine der wertvollsten Maßnahmen, um neue Kunden zu akquirieren und langfristig an das Unternehmen zu binden. In den letzten Jahren wächst der Wettbewerbsdruck stetig und Unternehmen buhlen im Internet um die Aufmerksamkeit der potenziellen Kunden. Wie gut ist Dein Unternehmen im Online Marketing aufgestellt? Und wie “fit” ist der Wettbewerb? Die Antworten auf diese Fragen kann Dir eine Online Marketing Wettbewerbsanalyse beantworten. Lies weiter und erfahre wie Du die Analyse erstellen kannst.

Warum ist eine Wettbewerbsanalyse wichtig für Deinen Online-Marketing-Erfolg?

Da Du eine Wettbewerbsanalyse nicht in wenigen Minuten erstellt hast, kann es hilfreich sein zu wissen, weshalb Du die Zeit investieren solltest. Was sind die Vorteile?

Du erhältst einen strukturierten Überblick über Deine Wettbewerber und deren Status Quo im Online Marketing.
Du kennst die Stärken und Schwächen Deiner Online-Marketing-Strategie und die des Wettbewerbs und kannst so ungenutzte Potenziale identifizieren.
Du hast eine sichere Grundlage um strategische Entscheidungen für Dein Online Marketing zu treffen. 

Was ist das Ziel Deiner Wettbewerbsanalyse?

Um den Umfang Deiner Analyse zu definieren, formuliere zum Start die Fragestellungen, die Du beantworten möchtest. Mögliche Fragestellungen können sein: 

Welche Online-Marketing-Maßnahmen sollten wir auf- bzw. ausbauen?
Welche Stärken können wir gegen unsere Wettbewerber einsetzen?
Müssen wir uns stärker von unserem Wettbewerb differenzieren?
Gibt es ungenutzte Nischen, die wir besetzen können?
Wie trendaffin ist die Konkurrenz? Und wie gehen wir mit Trends um?

Wie identifizierst Du Wettbewerber für Deine Analyse?

Liste zu Beginn alle Wettbewerber auf, die Dir bekannt sind. Am besten sammelst Du sie in einer Excel oder Google Tabelle

Definiere im Anschluss die wichtigsten Themen, zu denen Dein Unternehmen im Internet gefunden werden soll. Nutze Google, um zu prüfen, welche Unternehmen bei diesen Themen auf der ersten Seite erscheinen. Befinden sich darunter direkte Wettbewerber, die Du nicht auf Deiner Liste hattest? 

Mit hoher Wahrscheinlichkeit erscheinen auch indirekte Wettbewerber, mit denen Du Dich nicht vergleichen möchtest, die aber auch um die Aufmerksamkeit Deiner Kunden buhlen. Ein bekanntes Beispiel ist das E-Commerce-Unternehmen Amazon, das aufgrund seines breiten Produktportfolios viele Keywords bedient. Auch wenn indirekte Wettbewerber nicht Bestandteil Deiner Wettbewerbsanalyse sind, ist es wertvoll zu wissen, dass man u.a. in der Google Suche mit ihnen im Wettbewerb steht. 

Nachdem Deine Wettbewerbsliste gut gefüllt ist, überlege Dir, wen Du genauer unter die Lupe nehmen möchtest. Beachte dabei auch den Analyseumfang und Dein zeitliches Investment. Setze den Fokus bevorzugt auf weniger Wettbewerber und gehe dafür ins Detail, statt viele Unternehmen nur oberflächlich zu analysieren.  

Folgende Überlegungen können Dir bei Deiner Auswahl helfen: 

Welche Unternehmen bieten ein vergleichbares Produktportfolio?
Welche Unternehmen haben einen ähnlichen Fokus (Zielgruppe, Zielregion, vergleichbare Positionierung und/oder Nutzenversprechen)?
Welche Unternehmen verfügen über vergleichbare finanzielle Mittel?

Tipp: Fokussiere Dich zu Beginn auf drei bis fünf direkte Wettbewerber, die das gleiche Produktsegment anbieten. Deren finanzielle Mittel mit Dir vergleichbar sind und die um die Aufmerksamkeit der gleichen Zielgruppe kämpfen. 

Von Unternehmen mit hohen finanziellen Mitteln oder anderen Fokus Märkten, kannst Du Dir natürlich auch Inspiration für Dein Online Marketing holen. Als internes Argument für eine Ressourcenfreigabe wird dieser Vergleich jedoch oft schwächer bewertet als der Vergleich mit sehr ähnlichen Unternehmen. Das kommt natürlich individuell auf Dein Unternehmen und die interne Risikobereitschaft an.

Lege einen Steckbrief für jeden Wettbewerber an

Die Unternehmen stehen fest und jetzt kannst Du mit der Analyse starten. Wenn Du zuvor alle Wettbewerber in einer Tabelle gesammelt hast, kannst Du das Dokument erneut nutzen und ein neues Tabellenblatt mit Deiner Auswahl anlegen. Lege folgende Spalten an, die Du schrittweise mit Inhalten füllst:  

Name des Unternehmens
Website(s)
Internationale Ausrichtung →  Sprachauswahl auf der Website
Produkte und Dienstleistungen → Was bietet das Unternehmen an?
Top 10 Themen → Welche Keywords werden auf der Website eingesetzt, z.B. in der Navigationsstruktur?
Preisstruktur → In welchem Preissegment bewegt sich das Unternehmen? Günstig, Mittelklasse, Premium?
Zielgruppen → Welche Zielgruppen stehen im Fokus? Gibt es Testimonials, Case Studies oder aufgeführte Branchen auf der Website? Welche Art von Personen sind in der Bildwelt vertreten?
Value Proposition → Wie lautet das Nutzenversprechen des Unternehmens und/oder der Produkte? Oft steht das Nutzenversprechen in der Headline der Startseite, den Kategorieseiten und/oder Produktseiten.
Wettbewerbsstrategie → Wettbewerbsstrategie nach Michael E. Porter: Strebt das Unternehmen eine Preisführerschaft (den günstigsten Preis) an, eine Differenzierungsstrategie (z.B. durch Image oder Innovation) oder eine Fokussierung (Konzentration auf Nische)?
Geschätzte Ressourcen fürs Online Marketing → Gibt es eine neue Marketingleitung (Pressemitteilungen verfolgen)? Wenn ja, wo hat die Person zuvor gearbeitet? Wie viele Personen arbeiten im Marketing (Check auf LinkedIn / Xing / Teamseite)? Wurde in Pressemitteilungen über geplante Investments gesprochen (z.B. Digitalisierung)? Wie professionell und wie oft werden Online Kanäle bespielt (dazu später mehr)? Auch die Wettbewerbsstrategie kann auf die Ressourcen hinweisen. (Unternehmen, die eine Preisführerschaft verfolgen, planen für Marketing oft weniger Budget ein, um die Gesamtkosten und somit die Produktkosten gering zu halten).
Einsatz Tools und Tags → Welche Online Tools werden eingesetzt? Welche Online Marketing relevanten Tags (Tracking Tags Social Media, Google, Microsoft Bing) sind implementiert? Das ist zum Beispiel prüfbar mit folgenden Browser Add-ons: Google Tag Assistant, UET Tag Helper (Bing/Microsoft), Facebook Pixel Helper, whatruns, Build with.

Eine Tabellenvorlage kannst Du Dir hier gerne kostenlos herunterladen (Achtung, Du musst eine Kopie des Dokuments anlegen, um es zu nutzen).

Tipp: Stelle Dir einen Google Alert für Deine Top-Wettbewerber ein. So wirst Du automatisch benachrichtigt, wenn es Meldungen zu diesen Unternehmen gibt (z.B. neue Unternehmensführung, Produkteinführungen etc.).

Welche Online-Marketing-Dimensionen kannst Du in der Wettbewerbsanalyse untersuchen?

Nachdem Du mehr über die Unternehmen in Erfahrung gebracht hast, geht es im Detail um die Online-Marketing-Kanäle und -Maßnahmen. Du kannst eine Wettbewerbsanalyse auf eine Online-Marketing-Disziplin konzentrieren – zum Beispiel auf die Sichtbarkeit in den Suchmaschinen mit einer SEO Konkurrenzanalyse.

Für eine möglichst ganzheitliche Online-Marketing-Betrachtung habe ich sechs Dimensionen definiert, die Du für Deine Analyse nutzen kannst. Beachte jedoch, dass je nach Branchenschwerpunkt unterschiedliche Online-Marketing-Maßnahmen und -Kanäle wichtig sein können und die sechs Dimensionen nicht alle Disziplinen abdecken. Als Beispiel: Amazon ist kein Bestandteil der Dimensionen, kann aber für E-Commerce Unternehmen Teil der Online-Marketing-Strategie sein. Du kannst einen Amazon Check aber einfach integrieren, wenn der Bedarf besteht. Die sechs Dimensionen meiner Analyse Vorlage können für Dich eine erste Orientierung sein und je nach Bedarf modifiziert werden.

Schaubild Dimensionen für die Analyse
Dimensionen für die Analyse

 

1. Auffindbarkeit: Sichtbarkeit in den Suchmaschinen – Einsatz Suchmaschinenoptimierung und Search Ads

Wenn Nutzer eine Suchmaschine verwenden, sind sie aktiv auf der Suche nach einer Information, einer Problemlösung oder einem bestimmten Produkt. Sie sind empfänglich für Deine Botschaft, wenn Du die Antwort auf ihre Frage lieferst. Suchmaschinen sind ein wichtiger Traffic-Kanal. Sie können zu einem höheren Vertrauen und Reputation und natürlich Umsatz führen, wenn ein Unternehmen zu relevanten Suchbegriffen in den Suchergebnissen erscheint. Kein Wunder, dass der Wettbewerbsdruck in den Suchmaschinen immer stärker wird. 

Was kannst Du untersuchen?

Organische Sichtbarkeit
Die organische Sichtbarkeit anderer Unternehmen kann mithilfe von Tools wie Sistrix recht einfach untersucht werden.

Sistrix Sichtbarkeitsindex im Vergleich
Wie viele Keywords befinden sich in der Google Top 10 (Seite 1)?
Wie viele Keywords befinden sich in den Top 100 (Seite 1-10)?
Title + Describtion Check (Start-, Kategorie-, Produktseiten): Wurde das Top-Keyword integriert? Könnte man den Title und die Description verbessern?
Header-Struktur Check (Start-, Kategorie-, Produktseiten): Korrekter Einsatz und Verwendung der Keywords
Backlinks: Wie viele andere Domains verweisen auf die Seite? (Autorität)
Ladezeit
Traffic-Schätzung (Sistrix, als grober Richtwert zum Vergleich)
Positionsverteilung: Verteilung des Keyword-Rankings auf Positionen 1, 2, 3…
Einsatz von strukturierte Daten
Werden die Suchintentionen für die wichtigsten Keywords bedient?
Einsatz wichtiger Keywords in der Navigationsstruktur

Tool-Tipp: Sistrix, Browser Add-on SEO Meta 1 Click, Pagespeed Insights

Bezahlte Sichtbarkeit (Google Ads)

Ob ein Unternehmen Search Ads schaltet, und wenn ja, wie erfolgreich, ist im Vergleich zum SEO-Check schwieriger. Auf Websites kannst Du mithilfe des Google Tag Assistant kontrollieren, ob der Google Ads Tag implementiert ist. Wenn Du selber Google Ads nutzt, kannst Du im Auktionsbericht prüfen, ob Du Keyword-Überschneidungen mit Wettbewerbern hast. Ich greife für die Analyse auf das Tool SEMrush zurück. Das Tool zeigt Dir, ob ein Unternehmen Search Ads einsetzt und welche Keywords und Textanzeigen (inkl. Zielseite) eingesetzt werden. Achtung: Die Daten sind jedoch nicht vollständig. Du wirst nicht das komplette Keyword-Set sehen und auch die angegebenen Werte zum Ad Spend des Wettbewerbs dienen nur der groben Orientierung. 

Setzt das Unternehmen Search Ads ein?
Welche Keywords werden eingesetzt?
Creative Analyse: Werden Best Practice für die Anzeigen eingesetzt?
Landingpage-Check: Befriedigt die Zielseite die Suchintention und verfolgt bewährte Best Practice?

Tool-Tipp: SEMrush, Google Ads Auktionsdaten 

2. Aufmerksamkeit: Einsatz von Display- und Social Ads

Im Gegensatz zu Suchmaschinenmarketing stoßen Display- und Social Ads in der Regel nicht auf aktiv suchende Nutzer:innen. Sie befindet sich auf einer Social Media Plattform oder einer Website, auf der Anzeigen ausgespielt werden. Dort wird um die Aufmerksamkeit der Nutzenden geworben. Damit die Anzeige nicht als störend wahrgenommen wird, ist die Gestaltung und das Targeting hinter der Anzeige wichtig. Wenn die Anzeige professionell gestaltet ist und die richtige Zielgruppe anspricht, dienen diese Push-Maßnahmen der Brand Awareness und können den Kaufbedarf wecken.  

Was kannst Du untersuchen?

Ähnlich wie bei der Analyse von Search Ads ist es schwierig von “außen” die Display und Social Ads eines Unternehmens zu analysieren. Es ist aber nicht unmöglich. 

Display Ads

Hier greife ich erneut auf das Tool SEMrush zurück. Neben der organischen Sichtbarkeit und Search Ads, werden Dir auch die Display Ads eines Unternehmens angezeigt (ggf. nicht vollständig). Zusätzlich kannst Du die Websites der Unternehmen besuchen, die Werbecookies erlauben. Je nach Branche siehst Du im Anschluss Remarketing / Retargeting Banner auf Social Media oder anderen Seiten / Apps. 

Werden aktuell Display Ads eingesetzt?
Was ist das Ziel der Anzeige? Awareness, Abschluss?
Creative Analyse: Erzeugt die Anzeige Neugierde? Ist sie auffällig? Ist das Thema verständlich?
Landingpage-Check: Holt die Zielseite den Nutzer ab (greift sie das Thema der Anzeige auf)? Gibt es einen Call-to-Action? 

Social Ads

Du hast aktuell zwei Möglichkeiten zu kontrollieren, ob ein Unternehmen Social Ads schaltet. Einmal kannst Du die Facebook Werbebibliothek nutzen. Suche dafür nach dem Unternehmen und Dir werden aktuelle Facebook / Instagram Anzeigen des Unternehmens angezeigt). Zusätzlich kannst Du das LinkedIn Profil eines Unternehmens aufrufen. An die URL kannst Du entweder ein /ads hängen oder den Button Anzeigen unter Beiträge nutzen (s. Screenshot). 

Werden aktuell Social Ads eingesetzt?
Was ist das Ziel der Anzeige? Awareness, Abschluss, Bewerbungen?
Creative Analyse: Erzeugt die Anzeige Neugierde? Ist sie auffällig? Ist das Thema verständlich?
Landingpage-Check: Holt die Zielseite die Nutzer:innen ab (greift sie das Thema der Anzeige auf)? Gibt es einen Call-to-Action? 

Tool-Tipp: SEMrush, Facebook Werbebibliothek

Schaltet dein Wettbewerber LinkedIn Ads? 
Schaltet Dein Wettbewerber LinkedIn Ads?

3. User Experience: Gestaltung von Websites und Landingpages

Die Ansprüche der Nutzenden an Websites, Apps und Online Shops werden immer höher. Lange Ladezeit, unklare Navigationsstrukturen, altmodisches Layout-Designs und fehlende Trust Elemente können negative Auswirkung auf die Performance und Reputation eines Unternehmens haben. Mit einer positiven User Experience auf Deiner Website oder Deinem Shop kannst Du einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten. 

Was kannst Du untersuchen?

Lege vor dem Check fest, welche Seite(n) Du untersuchen möchtest: Einen Shop mit ausgewählten Kategorie- und Produktseiten? Die Startseite einer Website? Einen Onepager, der für Kampagnen eingesetzt wird? Viele Aspekte Deiner Website kannst Du ohne Tool-Unterstützung untersuchen. Hilfreich ist es, wenn Du mit Best Practice einer guten Seite vertraut bist und diese als Grundlage für Deine Bewertung nutzt. 

UX Check

Ladegeschwindigkeit der Seite
Mobile: Die Seite ist responsive oder es gibt eine mobile Variante, für eine ideale mobile Darstellung der Inhalte.
Verständlichkeit: Versteht der Kunde auf den ersten Blick (3 Sek.) um was es geht?
Benefit: Verstehen die Nutzer direkt was der Vorteil für sie ist?
Übersichtlichkeit: Der Content ist übersichtlich aufbereitet. Es werden z.B. Bullet Points eingesetzt, Grafiken/Bilder, genügend Spacing, eine einfache Navigation und eine Bread Crump Navigation.
Emotionalität: Durch den Einsatz von qualitativ hochwertigen Bildern im Header und durch den Einsatz des richtigen Wordings wird bewusst eine Emotion ausgelöst.
Trust: Auf der Seite werden Trust-Elemente, wie Siegel, Bewertungen und Testimonials eingesetzt.

Tool-Tipp: eyequant, Pagespeed Insights


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4. Conversion: Conversion-Rate Optimierung

Die Dimension Conversion geht Hand in Hand mit der User Experience. Sie konzentriert sich jedoch darauf den Nutzer:innen im Verlauf der Seite zu einem Ziel zu führen. Hierbei sollten folgende Fragen beantwortet werden: Führen die Inhalte und der Aufbau der Seite zur Conversion? Werden klare Call-to-Actions eingesetzt? Sind Formulare vorhanden, und wenn ja, wie sind die Formulare gestaltet? Gibt es softe Conversion-Möglichkeiten, wie Newsletter oder E-Book Downloads (als Teil einer Marketing Automation / Mailingstrategie)? 

Was kannst Du untersuchen?

Kongruenz: Die Elemente auf der Seite sind auf den Abschluss einer Conversion ausgerichtet. Es werden klare CTAs eingesetzt. Die Kontaktmöglichkeit befindet sich im sichtbaren Bereich.
Länge und Gestaltung des Abschlussprozesses: Bewertung von Formularen, Warenkorb-Prozess
Einsatz von Marketing Automation-Lösungen: Es ist erkennbar, dass ein Marketing Automation Tool, eingesetzt wird, um Leads zu sammeln und zu bearbeiten (Code implementiert? Einsatz von „gated“-Content? Chatbots?)
Bietet der angebotene Content (gated Content) einen Mehrwert?
Gestaltung Lead-Formular und Landingpage
Chatbot im Einsatz?
Newsletter: Es wird ein Newsletter angeboten und die Registrierungsmöglichkeit befindet sich an den gewohnten Stellen (Footer, als Teil eines Formularprozesses, Pop-up). Inhalte des Newsletters werden angeteasert (Mehrwert des Newsletters wird kommuniziert).

Tool-Tipp: Build with, whatruns, eyequant

Bild E-Book DownloadBeispiel “gated Content”

5. Content Marketing: Einsatz von Inhalten

Der Einsatz von Content, der Nutzer:innen einen Mehrwert liefert und nicht primär das Ziel verfolgt ein Produkt zu verkaufen, deutet auf eine kundenzentrierte Marketingstrategie hin. Durch Content Marketing können Unternehmen Autorität in einem Fachbereich erlangen und als Experte wahrgenommen werden. Dadurch generieren sie mehr Reichweite, Bekanntheit und loyale Kunden.

Was kannst Du untersuchen?

Die Analyse von Unternehmenscontent kann sehr umfangreich werden. Das Tool Screaming Frog kann Dir helfen, eine Website zu crawlen. Dadurch kannst Du einen Überblick über alle Unterseiten erhalten und Content-Seiten, wie Blogartikel oder Ratgeberseiten, identifizieren. 

Content Check

Anzahl der Content Formate auf der Website (Videos, Blog, Ratgeber, FAQs, Lexikon, Downloads, Newsletter…)
Anzahl der Content-Seiten (Crawl): z.B. Blog, Ratgeber, Downloadseiten
Mehrwert & Intention: Liefern die Inhalte einen Mehrwert für den Nutzer und wird die Suchintention erfüllt?
Design-Eindruck / Look-and-feel: Übersichtlichkeit, Schriftgröße, Überschriftenformatierung, Einsatz Bilder, Videos, Grafiken, Ankerlinks
Lesbarkeit: Wie gut ist die Lesbarkeit für den Nutzer?
Duplicate Content: Gibt es die Inhalte auch woanders im Netz? (z.B. Produkttexte)
Customer Journey Abdeckung: Gibt es passende Inhalte für die einzelnen Phasen der Customer Journey?

Tool-Tipp: Screaming Frog, Siteliner, Textanalyse Tool


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6. Community Building: Social Media Einsatz

Einige Unternehmen neigen dazu, Social Media als reine Werbefläche zu nutzen und Beiträge aus ihrer Unternehmensperspektive zu erstellen. Stattdessen könnten sie Inhalte mit Unterhaltungsfaktor- und Mehrwert für die Nutzenden erstellen. Oft werden dieselben Inhalte auf sämtlichen Social Media Plattformen geteilt und Unternehmen ignorieren somit die Besonderheiten der einzelnen Plattformen und Erwartungen der Nutzer. 

Durch geschickte Social Media Strategien können Unternehmen Vertrauen aufbauen, wertvolle Insights über ihre Kund:innen sammeln und Loyalität aufbauen.  

Was kannst Du untersuchen?

Social Media Check

Social Media Profile: Das Unternehmen verfügt über die gängigsten Social Media Kanäle.
Mehrwert / Content „Fit“: Es wird relevanter, interessanter Content gepostet, der auf die Plattform abgestimmt ist.
Sentiment-Analyse: Wie zufrieden sind die Kund:innen? (Kommentare)
Engagement-Rate: Nutzer:innen interagieren mit den Inhalten.
Community Management: Das Unternehmen reagiert auf Kommentare und geht in den Dialog mit den Nutzer:innen.
Social Signals: Werden die Inhalte auf Facebook und Pinterest geteilt?

Tool-Tipp: Sistrix (Social Signals), Keyhole

Scoring für den direkten Wettbewerbsvergleich

Damit Du die Performance der Unternehmen in den direkten Vergleich setzen kannst, empfiehlt sich ein Scoring. Für meine Analysen habe ich folgende Scoring-Logik definiert: 

 0 Punkte = Das Untersuchungselement ist nicht vorhanden. Beispiel: Es sind keine Trust-Elemente (UX) auf der untersuchenden Seite vorhanden = 0 Punkte.
1 Punkt = Das Untersuchungselement ist vorhanden, aber es gibt viele Optimierungspotenziale bzw. es wirkt, als hätte das Unternehmen erst vor kurzem mit der Maßnahme begonnen.
2 Punkte = Das Untersuchungselement ist vorhanden, aber es sind einige Optimierungspotenziale erkennbar.
3 Punkte = Das Untersuchungselement ist vorhanden und es sind keine oder kaum Optimierungspotenziale erkennbar. Im Vergleich zu anderen Unternehmen ist das Unternehmen sehr stark in diesem Bereich.

Dieses Scoring kannst Du für alle Dimensionen und Untersuchungselemente durchführen. Am Ende kannst Du den Mittelwert berechnen und ein Gesamtscoring pro Unternehmen erfassen. Diagramme können Dir einen schnellen Überblick verschaffen, welches Unternehmen, in welcher Disziplin besonders stark oder schwach aufgestellt ist. 

Beispielbild für ein Scoring. 
Beispiel für ein Scoring.

Tipp: Wenn Du die einzelnen Dimensionen analysierst, notiere Dir Besonderheiten die Dir auffallen, Stärken und Schwächen und mache Screenshots. Das hilft Dir abschließend bei der SWOT Analyse und internen Präsentationen.

Online-Marketing-SWOT-Analyse – Identifiziere ungenutzte Potenziale für Dein Online Marketing

Nachdem Du alle Unternehmen analysiert und Dein Scoring vergeben hast, sammle die Stärken und Schwächen und übertrage sie in eine SWOT Vorlage. Recherchiere zusätzlich aktuelle Trends, die Einfluss auf Deine Branche und Online-Marketing-Strategie haben könnten. Liste dann alle Maßnahmenideen auf. 

Da Ressourcen in der Regel begrenzt sind, entscheide welche Maßnahmen den größten Impact für Dein Unternehmen haben und Dich Deinem gesetzten Ziel näher bringen. Dabei kann Dir das ICE-Framework helfen.

Wenn Deine Priorisierung steht, brich die Maßnahme in realistische Arbeitspakete und plane sie in Deine Online Marketing Roadmap ein. 

Beispielbild einer Online Marketing Roadmap
Beispiel einer Online Marketing Roadmap

Die Online-Marketing-Wettbewerbsanalyse als fester Bestandteil Deines Werkzeugkoffers

Online Marketing ist dynamisch, kompetitiv und erfordert von Unternehmen und Marketern eine konstante Weiterentwicklung ihrer Maßnahmen. Die Wettbewerbsanalyse dient Dir als strategisches Werkzeug für Deine Maßnahmenplanung; Sie zeigt Dir die Schwächen und Stärken Deiner aktuellen Online-Marketing-Strategie im Vergleich zum Wettbewerb. 

Wichtig ist, dass Du Deinen Wettbewerb im Blick behältst. Dabei können Dir zum Beispiel individuelle Dashboards helfen. Und wiederhole die Wettbewerbsanalyse in regelmäßigen Abständen (zum Beispiel jährlich), um Deine Marktposition mithilfe von Online Marketing langfristig auszubauen.

 

Sabrina Nicodem

Sabrina ist als Senior Consultant Paid Media tätig und beschäftigt sich am liebsten mit den Themen SEA und Webanalyse. Wenn sie mal nicht vor ihrem PC rumlungert findet man sie auf Konzerten, in Italien oder im OFF Broadway Kino auf der Zülpicher.

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