morefire
MENÜ

Leitfaden zur AdWords Accountübernahme

Bereits bestehende AdWords Accounts zu übernehmen kann eine Herausforderung sein. Die Struktur ist manchmal unübersichtlich, worunter auch die Performance leidet. Der große Vorteil bei der Übernahme eines bestehenden Google AdWords Accounts ist allerdings, dass man schon Performance-Daten im Konto hat. Diese sind eine große Hilfe bei der Bewertung der bisherigen Leistung und aufschlussreich für die Optimierung. Einige Tipps, was bei einer Kontoübernahme alles beachtet werden sollte, gibt es in diesem Artikel.

Kommunikation ist das A und O: Zuerst sollten mit dem Kunden die genauen Zielvorgaben abgesprochen werden. Welche KPIs sind wichtig? Sind diese auch realistisch? Wichtig ist auch das Erwartungsmanagement. Manche Entwicklungen sind für einen Account Manager schon ein großer Erfolg, während der Kunde gar nicht so beeindruckt ist. Um das zu verhindern, ist es sinnvoll den Kunden darüber aufzuklären, was er in den nächsten Wochen und Monaten voraussichtlich an Veränderungen/Verbesserungen erwarten kann.

Ist der administrative Teil erledigt (wobei dieser natürlich eine fortlaufende Aufgabe bleibt), kann man sich einen Überblick über das Konto verschaffen.

Folgende Einstellungen sollten jeweils überprüft werden…

…auf Kampagnenebene:

  • Kampagnentyp: Es hat sich bewährt, Kampagnen entweder auf das Such- oder das Displaynetzwerk auszurichten, um aussagekräftige Daten über die einzelne Performance zu bekommen.
  • Standorte: Sind die Zielregionen sinnvoll gewählt? Durch granulare Ausrichtung auf die richtigen Städte/Regionen/Bundesländer/Länder können unnötige Klicks – und damit Budget – gespart werden.
  • Sprachen: Google berücksichtigt bei der Entscheidung, welche Anzeigen ausgespielt werden, auch die Spracheinstellungen des Browsers. Neben Deutsch ist es in Deutschland also oft auch sinnvoll Englisch mit einzustellen, falls ein Nutzer Google.com nutzt.
  • Gebotsstrategie: Oft ist es sinnvoll, die Entscheidungen über Gebote selbst zu treffen und nicht Google zu überlassen. Das ist allerdings auch abhängig von der Größe des Kontos. Grundsätzlich gilt natürlich: Nie den Kopf ausschalten! Auch automatische Gebote sollten ab und zu auf Sinnigkeit überprüft werden.
  • Budget: Eine Kampagne sollte nie mit eingeschränktem Budget laufen, da dann nicht gewährleistet ist, dass die Anzeigen auch immer ausgespielt werden. Also entweder (1) CPCs verringern, (2) schlechte Keywords/Anzeigengruppen ausschalten oder (3) Budget erhöhen.
  • Werbezeitplan: Müssen die Anzeigen auch am Wochenende und nachts laufen? Auch mit dieser Einstellung lässt sich evtl. Budget sparen.
  • Anzeigeschaltung: Sinnvoll ist es, die Anzeigen leistungsunabhängig zu schalten. So kann man testen und auswerten, welche Anzeigen besonders gut oder schlecht laufen und wenn nötig eingreifen.
  • Geräteanpassung: Je nachdem, welches Produkt beworben wird und ob die Seite mobile-optimiert ist, sollte eine Gebotsanpassung eingestellt werden. Evtl. liegen ja auch schon Daten zur Performance auf Mobilgeräten vor, an denen man sich orientieren kann.

…auf Anzeigengruppenebene:

  • Anzeigen: Wie viele Anzeigen laufen? Wie ist die Qualität der Anzeigen? Gibt es abgelehnte Anzeigen? Performance-Daten überprüfen und schlechte Anzeigen austauschen. A/B-Tests starten und auswerten.
  • Anzeigenerweiterungen: Auch hier Performance überprüfen, falls überhaupt vorhanden. Gegebenenfalls Erweiterungen auf Kampagnenebene berücksichtigen.

…auf Keywordebene:

  • Positionen überprüfen
  • Qualitätsfaktoren checken
  • Gebote prüfen
  • Matchtypes überprüfen
  • Suchanfragebericht durchführen
  • Ausschließende Keywords checken bzw. unbedingt hinzufügen, falls nicht vorhanden

Sehr wichtig ist es auch, das Tracking zu überprüfen. Dabei sollte nicht nur gecheckt werden, ob dieses funktioniert, sondern auch ob überhaupt das Richtige getrackt wird. Denken Sie auch an die Ziele, die mit dem Kunden abgesprochen wurden und ob das Konto relevante Daten zu diesen Zielen liefert (dabei Telefon-Tracking nicht vergessen). Wenn nicht, sollte das Tracking entweder über Google AdWords oder Analytics angepasst werden.

Da jeder Account-Manager ein bisschen anders arbeitet, ist es sinnvoll, die Struktur an die eigene Arbeitsweise anzupassen. Zögern Sie nicht, das Konto umzustellen. Auf lange Sicht wird es Zeit sparen, wenn das Konto sinnig und übersichtlich strukturiert ist. Keine Angst vorm Löschen! Die Daten gehen nicht verloren, aber das Konto ist aufgeräumter. Besonders Kampagnen die nicht wieder aktiviert werden und schon längere Zeit nicht mehr laufen, können aussortiert werden. Das erleichtert auch die Arbeit mit dem AdWords Editor, da die „toten Kampagnen“ nicht mehr heruntergeladen und angezeigt  werden. Dadurch geht es schneller und wird übersichtlicher.

Nicht zuletzt sollte man darauf achten, nicht alles auf einmal zu ändern. Besser ist es, nacheinander kleine Änderungen am Konto vorzunehmen, damit man auch sieht, welche zu Erfolg führen und bei welchen sich keine Verbesserung zeigt. Schritt für Schritt kann dann analysiert werden, welche Maßnahme als nächstes sinnvoll ist.

Verschiedene Accounts müssen natürlich individuell analysiert werden und manchmal ist der eine Aspekt auch wichtiger als der andere. Dieser Artikel soll nur eine Übersicht über relevante Punkte bieten. Selbstverständlich gibt es je nach Konto immer noch etwas anderes zu tun.

Viel Erfolg bei Ihrer nächsten AdWords Account-Übernahme!

Lisa-Marie ist Account Director bei morefire. Außerhalb des Büros ist sie ambitionierte Läuferin, klampft gerne auf der Gitarre, zockt am Tischkicker oder dreht eine Runde auf dem Motorrad.

5 / 5 (2 votes)

Schreibe einen Kommentar

Loading Facebook Comments ...

3 Kommentare

andre schrieb am 23. Juli, 2014 @ 16:49

Hallo Lisa-Marie,

ganz wichtig ist noch die Sitelinks Überprüfung. Die werden gerne mal übersehen und nicht aktualisiert wenn sich eine URL ändert.

Lisa-Marie Rockenhäuser schrieb am 23. Juli, 2014 @ 17:00

Hallo Andre,
vielen Dank für deinen Kommentar. Die Sitelinks sind ja auch Anzeigenerweiterungen (siehe unter „…Anzeigengruppenebene“) und waren von mir u.a. auch gemeint 🙂 Trotzdem gut, dass Du sie noch einmal erwähnst, die sollte man wirklich nicht vergessen!
Viele Grüße

Trackbacks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Loading Disqus Comments ...