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Recap: WebVideoCon 2016

Nachdem die WebVideoCon im vergangenen Jahr ihre erfolgreiche Premiere feierte, luden die IHK und die Online-Marketing-Agentur netspirits erneut ein, um sich zum Thema Videomarketing auszutauschen. Ergänzend zur WebVideoCon 2015, in der es um die Potentiale des Videomarketings ging, stand in diesem Jahr das Thema Strategie im Vordergrund. Dabei ging es primär darum, wie man sich als Marke auf YouTube etabliert und den gekonnten Spagat zwischen SEO und Videomarketing schafft.

Nach einer kurzen Begrüßung des Geschäftsführers der IHK Köln, Ulf Reichhardt, startete auch schon die erste Speakerin.

Caitlin Bigelow, Marketing Director bei der Rokenbok Toy Company in San Diego, erläuterte in ihrem Vortrag, wie ein hochwertiger Nischen-Spielwarenhersteller es mithilfe von YouTube geschafft hat, sich in ein Online-Unternehmen zu verwandeln. Mithilfe von ansprechenden Videos für Kinder als auch erklärenden Videos zum Produkt für die Eltern schaffte es das Unternehmen YouTube zum Traffic-Lieferanten Nr. 1 zu machen.

Dabei wurde deutlich, dass man heutzutage nicht immer das hochwertigste und teuerste Equipment benötigt, um anständige Videos inhouse zu produzieren.

Jedoch betonte sie auch, dass ein weiterer Baustein für den Erfolg das Auswerten der Daten mithilfe der Webanalyse oder YouTube Analytics ist. Grundlage dafür sind selbstverständlich die vorher festgelegten KPIs. Nur wer seine Zielgruppe und deren Verhalten kennt, kann die Videos den Nutzerbedürfnissen entsprechend erstellen und präsentieren.

Um das Gesamtkonzept eines erfolgreichen YouTube-Channels abzurunden, gab es zudem noch den Tipp, SEO-Keywords im Titel zu verwenden und die Videos über die verschiedensten Kanäle, wie z.B. Social Media, Blog oder Newsletter zu teilen.

Auch Christian Tembrink, Geschäftsführer von netspirits, gab den Zuhörern einen Eindruck, wie man seine Botschaft und seine Zielgruppe via YouTube bestmöglich ansprechen kann und welche Stellschrauben es auf dem Weg dorthin zu optimieren gilt. In diesem Zusammenhang nannte er die Thumbnails als eine der wichtigsten Faktoren, wenn es darum geht den Nutzer zum Anschauen bzw. Anklicken des Videos zu animieren.

Dabei unterstrich er den Mehrwert von YouTube mithilfe von ansprechenden Zahlen und Fakten. So wurde beispielweise veranschaulicht, dass die Suche nach How-to-Videos jedes Jahr um 70 % wächst und 74 von 100 Nutzer YouTube Videos nutzen, um ihre Kaufentscheidung zu treffen. Ebenso sollte die Interaktion mit dem User nicht außer Acht gelassen werden. So sollte innerhalb des Videos zu verschiedenen Aktionen verlinkt werden oder der Videodarsteller dem Nutzer klare Handlungsaufforderungen geben wie z.B. Kommentieren oder den Clip zu teilen.

Mithilfe des Eyetrackings konnte weiterhin festgestellt werden, dass Videos in den SERPs um 13 % auffälliger sind als das Suchergebnis auf Platz 1. Um sein Produkt oder seine Dienstleistung via Bewegtbild an den Mann (oder die Frau) zu bringen, verwies er in diesem Zusammenhang auf das SEE-THINK-DO-Modell und wie wichtig es dabei ist, den potentiellen Kunden während des Videos durch den Entscheidungsprozess zu führen.

Eyetracking Google Suchergebnisse

 

Auch Jonathan Pawlas, Head of Digital Strategy bei Warner Bros. Entertainment, machte unter dem Titel Bewegtbild 3.0 darauf aufmerksam, wie wichtig Big Data in der heutigen Zeit ist und dass es nahezu unerlässlich ist, alles zu messen, was messbar ist und daraus die entsprechenden Handlungsempfehlungen oder KPIs zu extrahieren. Gerade weil der Markt und die Plattformen für Bewegtbilder nahezu zu explodieren drohen, gilt es, sich von der Masse abzuheben und den User mit kreativen Ideen innerhalb der ersten fünf Sekunden zu überzeugen. Allerdings verwies er auch darauf, dass wir uns momentan im Golden Age of Silent Film bewegen, da GIFs zunehmend populärer werden, u.a. auf Facebook.

via GIPHY

Nach netten Gesprächen und leckeren Snacks in der Mittagspause beantwortete Moritz Schleiffelder, Videoproduzent von HeyMo Studio, eine der wichtigsten Fragen des Tages: Was kostet eigentlich der ganze Spaß?

Je nachdem was man erreichen will bieten sich im Grund genommen drei verschiedene Modelle der Produktion an: die große professionelle, die semi-professionelle und die Selfmade-Variante.

Entscheidet man sich für die große Variante wird schnell deutlich, dass man sich im Vorfeld gut überlegen sollte, was man am Ende haben will, denn je nach Aufwand und Professionalität ist man am Ende des Tages gerne ein paar Tausend Euro los. Und dabei sollte man berücksichtigen, welche Dinge für einen kompletten Videodreh ebenfalls Geld kosten wie z.B. Animationen, Musik, 3D-Effekte oder Luftaufnahmen via Drohne.

Im Vortrag von Dennis Müller von TubeOne bekamen die Zuhörer einen Einblick, wie wichtig die Zusammenarbeit mit Influencern sein kann und wie man verschiedene Social-Media-Plattformen miteinander verbindet und den Nutzer so zum gewünschten Ziel führt. So kann es beispielsweise empfehlenswert sein, über sogenannte Short-Form-Channels wie Instagram und Snapchat Inhalte anzuteasern und den User dazu bewegen, den vollständigen Inhalt bzw. das Video auf Long-Form-Channels wie Facebook oder YouTube zu genießen.

Short Form und Long Form Plattformen

 

Natürlich durfte beim Thema Bewegtbild und Videomarketing auch nicht der Bereich Virtual Reality fehlen. Tobias Schwenk von UFA Lab stellte dabei einige vergangene Konzepte wie beispielsweise Bild 360 Grad vor. Dabei wurden Reporter z.B. in Krisengebieten im 360 Grad Blickwinkel gefilmt, sodass der Nutzer Teil des Erlebnisses werden konnte.

Als neues Best-Practice-Beispiel im Bereich Videomarketing stellte er außerdem die verschiedenen YouTube Channel für bestimmt Zielgruppen vor. Der YouTube Channel unlocked beispielsweise lässt die stereotypischen Zocker nicht nur in der digitalen Welt, sondern auch im real life gegeneinander antreten. Um das Ganze mit entsprechender Reichweite zu verknüpfen, nutzte man auch hier bekannte Influencer der YouTube Szene. Mithilfe von Drohnen, GoPro-Kameras und VR-Brillen ist der Nutzer stets mittendrin statt nur dabei.

Selbstverständlich wird dabei auch die diesjährige Fußball-EM in Frankreich nicht außer Acht gelassen:

Last but not least stellte Sabine Georg, Creative Agency Manager bei Google/YouTube die zukünftigen Trends und Einsatzmöglichkeiten im Bereich Virtual Reality vor. Durch die damit erschaffene immersive Erfahrung bekommt der Nutzer zunehmend das Gefühl wirklich Teil des Erlebten zu sein. Die Anwendungsbeispiele reichen dabei vom Fußballspiel aus der Sicht eines Fußballers bis hin zum Virtual Reality Thriller Gone, in dem der Nutzer aktiv in das Geschehen eingreifen und dieses beeinflussen kann.

Da es seit dem vergangenen Jahr auch möglich ist 360 Grad Videos auf YouTube zu erstellen und hochzuladen, ist es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit bis diese Technologie Bestandteil unseres Alltags wird.

Doch auch ohne kostspielige VR-Brille ist es möglich einen Einblick in die virtuelle Realität zu bekommen. Mit Google Cardboard und einem Smartphone lassen sich animierte Welten oder Google StreetView Aufnahmen im 360 Grad Modus erkunden.

Google Cardboard

 

Fazit

Die diesjährige WebVideoCon war mit zahlreichen namenhaften Speakern und interessanten Vorträgen gespickt. Das Thema Videomarketing gewinnt zunehmend an Bedeutung und Unternehmen sollten sich frühzeitig entscheiden diesen Weg mitzugehen. In diesem Zusammenhang darf das Thema Auswertung und Webanalyse nie vernachlässigt werden, da das Video ansonsten in der Masse untergeht. Beachtet man die wichtigsten Aspekte und bereitet sich bestmöglich vor, so kann der Aufwand zu entsprechendem Erfolg führen.

Nichtsdestotrotz darf am Ende der Spaß an der ganzen Sache nicht fehlen. 🙂

In diesem Sinne auch noch einmal Herzlichen Dank an die IHK Köln und netspirits für die spannende Veranstaltung. Man sieht sich mit Sicherheit im nächsten Jahr wieder.

Marcel Mebus ist Team Lead bei morefire. In seiner Freizeit feuert er den FC bei seinen Heimspielen an oder erkundet die Natur aus der Luft mit seiner Drohne.

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