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Searchlove London 2013: User, Stories und eine Minibrise SEO [Recap]

Nachdem Christian ja letztes Jahr schon hier war hat es mich dieses Jahr auch nach London zur Searchlove London von Distilled gezogen. Einerseits weil wir einfach mal was anderes sehen wollten als die üblichen deutschen Onlinemarketing Events, andererseits natürlich um zu sehen wo die Reise so hingeht in den nächsten Jahren. Eins vorweg: Es wird sich einiges ändern!

Inhaltsverzeichnis Searchlove London 2013 Recap

Zusammenfassung Sessions Tag 1
Zusammenfassung Sessions Tag 2
Learnings Searchlove 2013
Extra: Tipps für deutsche SEO/ Onlinemarketing-Veranstalter
Fazit

Zusammenfassung Sessions Tag 1

Nachdem Duncan, seines Zeichen CEO bei Distilled ein paar einleitende Worte zum Besten gegeben hat ging es eigentlich auch schon Vollgas mit dem ersten Speaker Marco Montemagno los. Im Endeffekt ging es bei seiner Session darum wie man mit keinem bis wenig Budget etwas neues auf die Straße bringt und zwar online.

Danach ging es um erfolgreiche A/B-Test während der Election Campaign im US Wahlkampf letztes Jahr. Erst in der dritten Session ging es bei Simon Penson von zazzle zum ersten Mal um das Buzzthema des Jahres Contentmarketing oder wie es viele im englischen nennen „Contentpromotion“. BTW: Macht mindestens genausoviel Sinn dieser Begriff.

Von SEO also immer noch nichts zu hören bis zu Aleyda Solis – ehemals SEER Interactive, jetzt woorank –Session über internationales SEO und worauf man dabei achten sollte.
Das nächste Thema war dann „Google approved paid Links“ von Will Reynolds, SEER Interactive. Hier ging es um „indirekt“ gekaufte Links im Sinne von bezahlter Contentpromotion auf verschiedenen Netzwerken wie Twitter, Stumbleupon & Co.

Nach der guten Session über Informationsarchitektur von Abby kam dann eines meiner Highlights, und zwar „You don´t need more traffic“ von Craig Bradford, Distilled. Hört sich im ersten Moment komisch an, macht aber zu 100% Sinn. Wenn man 10000 Besucher hat und davon gerade mal 6 konvertieren, was sollte man da machen? Nein, nicht noch einmal 10000 Besucher auf die Website bringen sondern eher dafür sorgen dass mehr als 6 von 10000 Leuten konvertieren. Und noch viel wichtiger: Keine Sessions mehr tracken, sondern Menschen!
Nach dem obligatorischen englischen Teatime ging es dann mit handfesten Tipps zur Generierung von Brandsignals von Stacey Cavanagh weiter. Guter Tipp: Eine Wordle-Tag Cloud erstellen, diese in die Reverse Imagesearch bei Google ziehen und den Leuten „richtige“ Bilder mit dem eigenen Link im copyright anbieten. Denn 99% der Leute die Wordle-Bilder benutzen haben kein passendes Bild gefunden, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen 😉
Zum Abschluss des Tages wurde es dann ein wenig philosophisch beim Thema „The future for Search“ von Will Critchlow, ebenfalls von distilled. Früher war ein Suchergebnis rein Keywordbasiert, in der Zukunft wird das Keyword nur noch einen geringen Anteil am Suchergebnis haben. Der Kontext des Users wie bspw. Ort, Device, Uhrzeit, Suchverlauf etc. wird einen immer größeren Stellenwert einnehmen, logisch!

Über die letzte Session des Tages „Let´s get real“ darf ich nix sagen, no tweet policy, kennt man ja…
Abends ging es dann in eine stylische Kellerbar, es wurde genetworked und Bier getrunken, ein wenig gesnackt etc. kennt man ja auch alles aus Deutschland. Nur in England wird halt um Mitternacht Schluss gemacht, gut um fit zu sein am nächsten Morgen.

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Zusammenfassung Sessions Tag 2

Da es ja auf der Aftershowparty nicht so wild war wie ich es von den deutschen Veranstaltungen gewohnt war haben wir uns natürlich am zweiten Tag hintereinander die Keynote angesehen, reokordverdächtig … Naja, lLos ging es mit „Telling Stories“ von Danny Scheinmann, das Thema war Storytelling, clever 😉 Auch das hatte wieder nicht im geringsten was mit Search zu tun war aber sehr inspirierend. Ein kleines Beispiel: In einem Shop wurde eine Plastikbanane für ein paar Cent gekauft. Dann wurde ein Texter beauftragt eine Geschichte über diese Plastikbanane zu schreiben und mit dieser Story als Artikelbeschreibung ging die Banane bei ebay für mehr als 60 Pfund über die Theke, denkt mal drüber nach. Mit der Story wurde Geld verdient, nicht mit dem Produkt an sich!

In der nächsten Session „Culturability“ ging es um psychologische Blickwinkel auf Websites, vorgetragen von Nathalie Nahai. Auch sehr interessant, aber eher aus einem abstrackten Blickwinkel weil mir das viel zu weit davon weg war umgesetzt werden zu können.

Jetzt kam auch mal wieder das Thema Search auf und zwar ging es um die Graph-Theorie, hierzu unbedingt die Videos von Patrick JMT ansehen. Sehr interessant auch der letzte Satz von Kelvin (übrigens Organisator der Brighton-SEO-Konferenz): „Don´t optimise your Website for Search Engines, optimise your Business for Search Engines.“ Auch mal drüber nachdenken.
Der nächste Vortag über „mobile friendly websites“ von Bridget Randolph hatte für mich einen extrem wichtigen Satz, nämlich: „Mobile ist kein Kanal, sondern eine Technologie“. Um ein gutes Beispiel für eine App zu zeigen wurde dann auf die IKEA Augumented Reality App verwiesen, sehr geile Idee!

Nachdem es bei Mark Borkowskis Vortrag mal wieder um Storytelling, Liebe zum Produkt und PR ging, hat uns Chris Bennett von 97th Floor ein paar praktische Contentmarketing Tipps gegeben u.a. wie man seinen Content „McGyvert“ 😉 Auch bei ihm stand die Story im Mittelpunkt und aus dieser Story werden dann verschiedene Contentarten wie Blogartikel, Apps, Infografiken etc. abgeleitet. So langsam wird das mit diesem Storytelling immer greifbarer.
So, nach 1,5 Tagen Vorträgen ging es zum ersten mal so richtig um klassisches SEO. Paul Madden von Linkrisk hat uns von seinem Werdegang vom Spammer hin zum Linkverkäufer und mittlerweile Linkentferner erzählt. Eine Erfahrung von über 100 erfolgreichen Reconsideration Requests dürften wohl nur wenige Leute haben. So braucht man im Schnitt 4-5 Versuche um aus dem Penalty entlassen zu werden, man kann es aber auch schon beim ersten Versuch schaffen.
Danach ging es bei Peep Lajas Vortrag „5 Steps to persuasive Webdesign“ um das Thema Conversionoptimierung und Landingpages bevor Will Crichtow den Tag mit seine Session über sehr erfolgreiche kleine Unternehmen beendet hat. Im Mittelpunkt sollte bei kleinen Unternehmen immer ein gutes Produkt stehen, dann kann man im Bereich Search auch mit geringem Budget bei den großen mithalten. So siehts aus, eigentlich total banal, aber auch darüber sollten mal einige nachdenken…

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Learnings Searchlove 2013

Damit ihr auch alle was inhaltiches mitnehmen könnt teile ich an dieser Stelle mal meine Eindrücke, Gedanken und Learnings mit euch in Stichpunkten:

  • Energie in Form von geistiger und körperlicher Fitness hilft dabei erfolgreich zu sein. Also immer weiterlernen, probieren, scheitern, aufstehen, weitermachen. Gesund ernähren und Sport machen helfen einem die Energie dafür aufzubringen.
  • Immer die Wettbewerber im Blick haben: Newsletter abonnieren, Blogfeeds abonnieren, Website beobachten, Social Kanäle abonieren etc.
  • Majestic Search Explorer ausprobieren.
  • Leute mit denen man sich vernetzen will bspw. auf Netvibes stalken, so hat man immer einen Aufhänger wenn man Kontakt aufnimmt.
  • Facebook Opengraph Metatags und Twittercards nutzen um zu bestimmen wie die Posts aussehen die in den Social Kanälen geteilt werden.
  • Href-Lang Tool nutzen um zu checken ob die Implementierung richtig funktioniert hat. Klar sagen die Google Webmaster Tools einem jetzt Bescheid, allerdings kann man so vorher schon auf Nummer Sicher gehen. Empfehlung: Mediaflow und flang von dejanseo.
  • Für internationale Projekte: International SEO Checklist auf dem MOZ-Blog.
  • Viel mehr Followerwonk nutzen, BEFEHL!
  • 40 Tools für Internationales SEO auf dem MOZ-Blog
  • Statt nur Sales/Leads immer mehr dazu hingehen auch Microconversions wie Verweildauer, Newsletter Registrierungen, Downloads, Social Mentions, Read next Article etc. tracken.
  • „Build stuff that has value even after the contract is over“ Da gibt’s wohl nichts hinzuzufügen
  • Nicht mehr bloße Sessions tracken, sondern Menschen und deren Wege. Beispiel: Ich gehe zuerst mit meinem iPhone auf die Website, dann mit dem iPad, am nächsten Tag auf der Arbeit mit dem Rechner und dann gehe ich in den Laden und kaufe. Wenn ich jetzt jedes als einzelne Session getrackt hätte wären es Online 3 Besuche gewesen und keine Conversion. In „echt“ habe ich aber eine Journey mit einer 100% Conversionrate gemacht, logisch oder. Mit Universal Analytics ist das alles möglich, sogar den Abschluss im Ladengeschäft kann man messen!
  • „Es geht nicht darum einen Kunden zu gewinnen damit er einen Sale macht, sondern einen Sale soll dafür sorgen einen Kunden zu gewinnen“.
  • In Google Analytics unbedingt Kohortenanalyse und demografische Daten anschauen, saugeil was Google einem da mittlerweile alles mitteilt.
  • Ergo: Unbedingt eure Analytics Accounts auf Universal Analytics upgraden!
  • Wenn man einen Gastartikel schreibt und nur einen Link dabei abstaubt sollte man enttäuscht sein. Es kommt an auf Links, Social Mentions, Traffic und Reputation. Darauf kann man dann stolz sein.
  • Einfach mal mit Crowdsourcing-Diensten eine Umfrage stellen und die Ergebnisse unter die Leute bringen.
  • MOZ fresh alerts nutzen.
  • Title Split Test Plugin für WordPress nutzen.
  • Adwords für non-commercial-Traffic nutzen, ist noch echt billig.
  • Wer Wordle-Bilder in seinen Blogartikeln/Publikationen nutzt hat in der Regel kein „richtiges“ Bild gefunden. Also echtes Bild zur Verfügung stellen und sich als Dank verlinken lassen. Um Artikel mit Wordle-Bildern zu finden einfach selbst ein Wordle-Bild erstellen und in die Google Bildersuche ziehen, Reverse Image Search quasi.
  • Suchergebnisse haben nicht mehr viel mit dem reinen Keyword das gesucht wird zu tun. Der Suchkontext wird immer wichtiger. Und wer nicht weiß was Kontext in diesem Zusammenhang heißt: Wo bin ich? Welche Uhrzeit? Was habe ich vorher gesucht? Was haben meine Freunde gesucht? Mit welchem Gerät suche ich gerade? Und so weiter, auch alles sehr logisch. Hummingbird machts möglich.
  • Google versucht richtige Fragen zu beantworten ohne das man eine Frage gestellt hat. Also: Optimiert eure Webseite für die Fragen die sich die User stellen würden!
  • NOCH spielt Social keine soooo große Rolle in der Suche weil die Mehrheit aller Website schlicht und ergreifend keine Social Signals hat, aber das kommt noch alles 😉
  • Heute werden täglich mehr Social Signals als Links erzeugt.
  • „Alles was man heute macht betrifft die Website in 3 Jahren“ aka. Pinguin lässt grüßen. Und Google vergisst nichts!
  • Patrick JMT´s Videos über die Graph-Theorie ansehen.
  • Unbedingt bei Bodean´s BBQ Pulled Pork essen gehen, check!
  • „Don´t optimise your Website for Searchengines, optimise your Business for Searchengines“
  • „Mobile is not a marketing channel, it´s a technology”
  • Einfach nur „Responsive Webdesign“ macht keinen Sinn. Oft werden dadurch die Call-to-Actions ganz nach unten verschoben. Beispiel Starbucks….
  • Basis von allem ist die Story der Podukts/der Marke, daraus werden dann verschiedene Contentarten abgeleitet.
  • Infografiken so zerschneiden dass man sie zusätzlich noch auf Slideshare hochladen und natürlich auf seiner Website einbetten kann.
  • Gutes Beispiel für Contentmarketing: http://www.pixartheory.com/
  • Bei Linkanalysen im Rahmen eines Penalties immer zuerst die Linquellen auf Rootdomainlevel checken, erstpart einiges an Arbeit
  • Durchschnittlich braucht man 4-5 Versuche um aus dem Penalty zu kommen, man kann aber auch beim ersten Versuch nach einer Woche rausgelassen werden
  • Genausoviel in gute Fotos und Grafiken investieren wie in Texte

Extra: Tipps für deutsche SEO/ Onlinemarketing-Veranstalter

Eins vorweg: Es soll absolut keine Kritik an den deutschen Veranstaltungen geben, ich fand es gab auf der Searchlove ein paar Kleinigkeiten die das Ganze so liebenswürdig gemacht haben. So gab es 2 Tage vorher noch mal eine Art Mini-Ebook mit allen wichtigen Infos im PDF Format, perfekt für Smartphones optimiert. Dann gab es die Agenda auf dem Conference-Batch, fand ich auch saupraktisch. Und mein persönliches Highlight, die kleinen Notizbüchlein von Fieldnotesbrand, die in jede Hosentasche passen. Meistens habe ich nämlich keine Lust die Konferenztasche mit den viel zu großen Blöcken den ganzen Tag mit rumzuschleppen, oder verliere sie einfach 😉
Und ganz nebenbei: Inhaltlich braucht sich keine unserer Veranstaltungen vor der Searchlove zu verstecken!

Fazit

Super professionelle Orga, tolle Speaker, tolle Location und eine Menge sehr herzlicher Kleinigkeiten. Wer mal seinen Horizont erweitern will sollte nächstes Jahr unbedingt die Reise nach London zur Searchlove 2014 antreten. Und wie ihr es in meinem Artikel vielleicht schon bemerkt habt: Inhaltlich dreht sich so gut wie nichts mehr um die besten Tipps und Tricks um bei Google oben zu stehen sondern darum wie man den User glücklich macht. Und das ist genau das was bei Google obenstehen soll, zumindest theoretisch. See you next year!

Marcel Becker

Geschäftsführer, Inbound Marketing-Freak und King of Tablesoccer – Blogger @morefire

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2 Kommentare

Peter Berg schrieb am 20. November, 2013 @ 9:59

Oh man, wenn ich das lese geht mir das Herz auf und ich werde tieftraurig das ich nicht dabei sein konnte. Du gibst aber alleine schon durch Deine Zusammenfassung jede Menge Ideen und Inhalt weiter. Nächstes Jahr werde ich auch mal dabei sein und das Event geniessen.

Lena Lavenzo schrieb am 21. November, 2013 @ 4:40

Danke für den Überblick. Ich hätte das echt gern live erlebt, aber deine Berichterstattung ist schon eine tolle Entschädigung dafür, dass man nicht dabei sein konnte. Die Denkanstösse von dir und der Inhalt deines Artikels geben ein verdammt gutes Bild wieder.

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