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SEO: Nichts bleibt für die Ewigkeit

Gerade hat ein neues Jahr begonnen und es ist die Zeit der Jahresrückblicke und der Prophezeiungen für das neue Jahr. Auf jedem SEO-Blog wird man bombardiert mit Zusammenfassungen der letzten 365 Tage und weisen Ausblicken auf die nächsten 12 Monate. Jeder Newsfeed ist überflutet mit Überschriften, die austauschbare Jahreszahlen beinhalten.

Die Rückblicke sind in der SEO-Branche jedes Mal faszinierend. Es ist doch erstaunlich, wie viel in einem Jahr passieren kann. Mobilegeddon? Ist das wirklich erst ein Dreivierteljahr her? Unsere Branche ist extrem schnelllebig und wer als SEO arbeitet, gewöhnt sich schnell daran, seine Strategien und Prozesse immer wieder komplett auf den Kopf zu stellen. Auch wenn es langweilig klingt, ich lese die Jahresrückblicke jedes Jahr gerne, um kurz innezuhalten und das Geschehene Revue passieren zu lassen.

Bei den Prognosen fürs neue Jahr hat man hingegen immer wieder das Gefühl, dass man jedes Jahr dasselbe liest. Mobile, mobile, mobile. Und ein bisschen Semantik. Und Usability, Social und Content und so. Ist ja auch klar, denn ohne den SEO-Kristall ist es unmöglich, die Zukunft zuverlässig vorherzusagen. Was man vorhersagen kann, ist eine Weiterentwicklung von dem, was schon lange begonnen hat, und das machen die meisten Propheten dann auch jedes Jahr aufs Neue.

Hat irgendwer das Ende der Google+-unterstützten Authorship in seinem Ausblick auf 2014 vorhergesagt? Wer wusste 2010 schon, dass Google aufhören würde, Suchanfragedaten im Referrer zu übergeben? Die (not provided)-Problematik ist genau so überraschend über die SEO-Branche hereingebrochen wie das Panda-Update oder der Produktionsstopp des SEO-Kristalls.

Die gravierendsten Änderungen der vergangenen Jahre standen in keiner Jahresvorschau, doch eines ist in der Suchmaschinenoptimierung sicher:

Nichts bleibt für die Ewigkeit

Es gibt nur wenige Dinge, die wir vor 5 Jahren schon gemacht haben, die wir auch heute noch fortführen. Mir fällt da spontan die Optimierung von Title Tags und Meta Descriptions ein, aber auch das wird eines Tages ein Ende haben. Die Auslieferung von Suchergebnissen wird sich so radikal ändern, dass es Snippets und SERPs, so wie wir sie heute und seit Jahren kennen, einfach nicht mehr geben wird.

Und viele der Dinge, die für uns jetzt gerade sehr wichtig und noch relativ neu sind, werden bald auch einfach wieder weg sein. In ein paar Jahren wird niemand mehr über hreflang-Auszeichnungen sprechen, auch wenn das Thema gerade so wichtig ist, dass es eine ganze Session auf einer Online-Marketing-Konferenz füllen kann. Suchmaschinen werden bessere Wege finden, Nutzern in aller Welt die passenden Inhalte in der passenden Sprache auszuliefern.

Auch die Buzzwords werden sich hoffentlich bald wieder ändern, damit etwas Bewegung in die alljährlichen Jahresausblicke kommt. Ich kann Mobile nicht mehr hören. Mein erstes Smartphone habe ich mir, wenn ich mich richtig erinnere, von meinem ersten Vollzeit-Gehalt gekauft. Oder vielleicht auch ein paar Monate später, weil ich erstmal einen Kühlschrank brauchte. Ich war spät dran, zu dieser Zeit liefen alle schon mit tollen iPhones rum und das mobile Internet war schon voll da und absoluter Alltag. Müssen wir wirklich weiterhin jedes Jahr prophezeien, dass Mobile jetzt aber wirklich wichtig wird?

Ich freue mich 2016 jedenfalls am meisten auf die Änderungen, mit denen heute noch keiner rechnet (und ich am allerwenigsten, da ich der schlechteste Prophet von allen bin). Die Dinger, die uns so richtig den Boden unter den Füßen wegziehen und das Ende einer Ära einläuten, wie es zum Beispiel bei der Zerstörung der Linkbuilding-Industrie geschehen ist. Ich bin gespannt!

Eoghan war bis 2016 als Consultant bei uns tätig. An unseren Standorten in Brüssel und Pontevedra betreute er internationale und mehrsprachige Online-Marketing-Projekte. Heute arbeitet er als Mitgründer von searchVIU, einem Tool für fortgeschrittene Suchmaschinenoptimierung. Aufgepasst! „Eoghan“ ist irisch und wird wie der englische Vorname „Owen“ ausgesprochen. Mehr Lesestoff von Eoghan gibt’s auf www.rebelytics.com.

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Ein Kommentar

Valon Asani schrieb am 15. Februar, 2016 @ 1:42

Guter Beitrag, lese immer wieder mal gerne bei euch.

Ich denke was für die „Ewigkeit bleibt“ ist ganz einfach guter Content, der Mehrwert bietet, irgendwo und irgendwie muss Google schlussendlich eine Webseite bewerten und Content ist nach wie vor sehr wichtig.

Was nun als guter Content bewertet wird ist hingegen wieder eine andere Frage, aber hier geht’s schlussendlich auch wieder ums gleiche: Social Signals + Links.

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