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SEO-Sunday: Fragen zum Linkaufbau

Nachdem ich meinen hochverdienten Urlaub an der Algarve hinter mir lassen musste, die dmexco hinter mich gebracht und die anschließende u.a. von rankingCHECK gesponserte OMClub-Party überlebt habe, konnte ich endlich mal die Zeit finden einen Blogpost zu schreiben der mir schon seit Wochen im Hinterkopf herumschwirrt. Inspiriert hat mich dazu ein Artikel aus dem SEJ über dessen Aussagen ich auch mal ein paar Takte zum besten geben wollte. Im Grunde genommen geht es darum mit welchen Fragen  man sich oft auseinandersetzen muss wenn man mit dem Thema Linkaufbau zu tun hat. Ich bin mir sicher, dass viele von euch die folgenden Szenarien ganz gut kennen dürften 😉

Round 1: Wie viele Links brauche ich nochmal um bei Google endlich ganz nach vorne zu kommen?

Es kann sein dass wir nur einen Link brauchen, zehn oder sogar 1000. Was auch immer. Auf Anhieb kann das niemand so genau sagen. Man muss für jede Situation und somit jede einzelne Seite und jedes Keyword genau analysieren welcher Bedarf an Quantität und vor allem an Qualität notwendig ist. Bei manchen Seiten wie bspw. Keyworddomains ist es oft mit wenigen Links möglich sehr gute Rankings zu erreichen während es für andere nur mit einem enorm großen Aufwand möglich ist. Hier gilt für die erste Antwort also leider nur typisches Marketinggebrabbel wie: „Es kommt natürlich immer drauf an…“. Telefon-Armee-Vertriebler-Antworten wie „Mit einer 400€ Flatrate plus Erfolgsprämie jeden Monat bringen wir sie ganz nach vorne. Und wenn Sie noch einen Link von uns auf Ihre Startseite einbauen gibt´s sogar ordentlich Rabatt!“ sind einfach unseriös, funktionieren aber leider noch immer. Es müssen einfach zu viele Faktoren beleuchtet werden wie z.B. aktuelles Ranking, Stand der Onpage-Optimierung, eigene Link-/Domainpopularität und das Ganze dann auch noch einmal mit dem Wettbewerb verglichen werden. Zudem ist Link natürlich auch nicht gleich Link, denn was bringen einem 1.000 Links mit null Qualität im Gegensatz zu einem Link mit hohem Trust. Hier kann man es nachlesen. Daher: Ohne eine exakte Ist-Analyse kann man bei der oben genannten Fragestellung kein Pricing für eine SEO-Dienstleistung festlegen. Und noch viel wichtiger: Qualität sollte immer vor Quantität stehen! Daher sollte die Frage auch nicht einfach lauten „wie viele“ sondern vor allem „was für Links“!

Round 2: Können wir die Onpage Optimierung nicht einfach weglassen und nur Linkaufbau machen?

Baut man ein Haus mitten im Sumpf? Wenn ja würde jeder Stein den man setzt ganz einfach versinken. Und das gleiche kann auch mit Links passieren. Links brauchen einen soliden Unterbau. Hier mal ein kleines Beispiel aus der Praxis: Eine Seite mit wirklich respektabler Linkpower, man braucht an dieser Stelle wirklich nicht nachzuhelfen. Diese Website war für den von der Geschäftsführung gewünschten generischen Begriff (ca. 25.000.000 Mio. Suchanfragen monatlich) allerdings so gut wie überhaupt nicht sichtbar, da der Begriff auf der Website ganz einfach nicht existierte. Es war ein verdammt harter Kampf dass nur der Title der Startseite geändert und ein kleiner Text eingebaut wurde und das Ergebnis kann man hier sehen:

Daher: Saubere Onpage-SEO ist absolut basic doch weiterhin ein extrem mächtiger Hebel. Klar geht es in stark umkämpften Bereichen dann irgendwann nur noch um Links, allerdings sollte man zuerst seine Hausaufgaben machen. Das Problem ist dabei nur, dass es viele Firmen gibt in denen man sich erst einmal durch die verschiedensten Abteilungen kämpfen muss nur um bspw. den Title zu ändern. So muss ein erfolgreicher Inhouse-SEO also entweder einen Chef haben der SEO-Fan ist oder er muss neben seinen SEO-Skills gleichzeitig noch ein perfekter Projektmanager sein 😉

Round 3: Wieviele Links brauche ich um endlich meinen Pagerank auf 5 zu verbessern?

Ganz einfach, guckst du hier:

Ich will jetzt hier auf gar keinen Fall wieder über die Bedeutung des Pageranks diskutieren. Was man jedoch immer Hinterkopf haben sollte: Was sind die Ziele meiner Website? Gute Rankings, mehr Traffic, mehr Conversions? Höchstwahrscheinlich. Ich kenne aber auch Websites mit dem Ziel einen höheren Pagerank als die Konkurrenz zu erreichen. Es gibt in den Weiten des www nämlich nichts was es nicht gibt. Daher: Immer erst die Ziele abstecken, und in 99% der Fälle ist ein höherer Pagerank eben nicht das erklärte Ziel.

Round 4: Wann sind wir denn endlich mit dem Linkaufbau fertig?

Wahrscheinlich nie. Wenn man den Stellenwert erreicht hat und mit seiner Seite eine Autorität geschaffen hat kann man seine Linkaufbau-Aktivitäten evtl. ein wenig herunterschrauben. Wie lange es allerdings dauert diesen Status zu erreichen, kann man schlecht sagen. In der Regel mehrere Jahre. Und es gibt nichts un-organischeres als von einem Tag auf den anderen massiv Linkaufbau zu betreiben und diesen dann nach einer bestimmten Vertragslaufzeit Periode genauso schnell wieder einzustellen. Da gehen doch sofort die Alarmglocken an. Daher: Ich kann die Quelle leider nicht mehr finden aber irgendwo habe ich letztens gelesen: „Linkaufbau ist wie gegen den Strom schwimmen. Wenn man damit aufhört wird man einfach weggespült“

Round 5: Wie viele Links kann ich für 1000€ eigentlich erwarten?

Vielleicht 1000 Links die bestenfalls gar keine Auswirkung auf das Ranking haben. Vielleicht aber auch nur einen einzigen Link, der dafür aber voll einschlägt. Auch hier geht es in erster Linie wieder darum Qualität vor Quantität zu stellen. Oft kommt man mit dieser Argumentation aber nicht weit. Kann man ja auch irgendwie verstehen, was soll man seinem Vorgesetzten erzählen? Etwa dass das Budget aufgebraucht ist und man dafür gerade mal einen Link bekommen hat? Schwierige Sache, denn viele Entscheider setzen fälschlicherweise eine hohe Anzahl Links mit einem hohem ROI gleich. Eine Liste mit 100 Links sieht halt einfach hübscher aus als ein einziger Link. Doch genau hier dreht sich das Ganze wieder im Kreis: Man muss zuallererst seine Ziele klar definieren, dann ist es doch wohl völlig egal mit wie vielen Links man diese erreicht. Sollte das Ziel einfach nur sein für so wenig Aufwand wie möglich so viele Links wie möglich zu bekommen, muss man auch das akzeptieren.

Fazit

Als erstes immer die Ziele einer Website genau definieren. In 99% aller Fälle werden die Ziele Rankings, Traffic oder Conversions sein. In anderen Fällen halt Pagerank oder einfach die Erhöhung der Anzahl der Links. Das soll aber jeder so entscheiden wie er es für richtig hält.

Marcel Becker

Geschäftsführer, Inbound Marketing-Freak und King of Tablesoccer – Blogger @morefire

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20 Kommentare

Markus schrieb am 19. September, 2010 @ 15:41

Schöne Überschriften bzw. Kundenfragen, die kommen mir bekannt vor. Ich stimme dem Fazit auch zu. Die genauere Wirkungsweise des Linkaufbaus ist für den allgemeinen Kunden nur schwer zu erfassen, daher ist das ergebnisorientierte Arbeiten nach vereinbartem und leicht verständlichem Ziel auch eine optimale Möglichkeit Missverständnisse zu vermeiden.

Eric schrieb am 19. September, 2010 @ 20:54

Das mit dem „Linkaufbau ist wie gegen den Strom schwimmen“ ist ein super Zitat. Ein Bild das trifft.

Grüße aus dem Süden!
eric

Felix Buller schrieb am 19. September, 2010 @ 21:24

Hi Marcel,

stimme Eric zu. Die Definition ist eine schöne Verbildlichung.

Zu den Zielen: Was soll eine Website guten Rankings bewirken? – nichts! Das ist doch kein ordentliches Ziel eines Geschäftsmannes. Es ist das (Zwischen)Ziel des SEO´s, da er hier den Fortschritt seiner Arbeit sieht.

Das Ziel der Website eines Geschäftsmannes sollte einzig und allein sein die Anzahl der Kontakte, Verkäufe etc. zu steigern. Durch diese Perspektive und Zielsetzung übergibt man der Webagentur / dem SEO mehr Verantwortung und der komplette Prozess läuft in vielen Fällen suaberer und „zielgereichteter“ ab. Verbunden mit langfristigen Verträgen ist das ein Modell, welches ich aus beiden Perspektiven nur empfehlen kann.

Äußerungen wie „Ich möchte in einem Jahr einen PR5 haben“ finde ich witzig 😉

Grüße und welcome back
Felix

fiacyberz schrieb am 20. September, 2010 @ 8:13

„Baut man ein Haus mitten im Sumpf?“
Traumhaft 🙂

Dirk schrieb am 20. September, 2010 @ 10:28

„Saubere Onpage-SEO ist absolut basic doch weiterhin ein extrem mächtiger Hebel“

Das mit den Onpage Faktoren kann ich nur bestätigen und sehr viele Leute achten heutzutage doch zu sehr auf den PR, vor allem die Chefs die keine / geringe Ahnung von SEO haben 😉

XAVA schrieb am 20. September, 2010 @ 10:37

Vielen Dank für diesen aufschlussreichen Text. Musste beim lesen sogar ein paar Mal lächeln. Von der Sache her würde ich hier alles so unterschreiben. Natürlich macht Linkaufbau ohne eine professionelle Onpage-Optimierung wenig Sinn. Jeder Aufwand verpufft ohne eine solide gestaltete Webseite.

Sebastian aus Köln schrieb am 20. September, 2010 @ 11:53

Hallo Marcel,
das kann ich so nur dick und fett unterstreichen. Und ich bin gespannt auf nächsten Sonntag, wenn es dann heißt: „Und so bringe ich dem Kunden das auch bei“. 🙂

Grüße!
-sebastian

fabian schrieb am 20. September, 2010 @ 12:36

Hi Marcel,
der Spruch mit dem Sumpf gefällt mir, aber wann schaust Du denn mal beim nächsten seostammtisch vorbei?

fabian

Marcel Becker

Marcel Becker schrieb am 20. September, 2010 @ 14:20

@Markus: Genau da liegt das Problem: Den Kunden ist das schwierig klarzumachen, verständlicherweise natürlich.

@Eric: Ich kann die Quelle immer noch nicht finden, hab ich mir auf jeden Fall nicht selbst ausgedacht, leider! Finde den Vergleich auch sehr gut!

@Felix: Sehe ich ganz genauso, allein mit guten Rankings kann eine Website keine Kohle verdienen. Sollte man sich allerdings Conversions als Ziel setzen, so spielen noch viele andere Faktoren eine Rolle wie Usabiltyoptimierung, LPO, CRO etc.

@Sebastian aus Köln: Das wird dann wohl der anspruchsvollste Blogartikel aller Zeiten für mich. Gut dass ich kein Vertriebler bin 😉

@Fabian: Zum nächsten komm ich versprochen. War letztes Mal im Urlaub 😉

R. Böhme von Cash1x1.de schrieb am 21. September, 2010 @ 8:39

Ich glaube das Problem mit dem Ziel, einen besseren PR als die Konkurrenz zu bekommen ist nicht tot zu kriegen. Das ist einfach etwas, an dem sich Leute die davon keine Ahnung haben, orientieren können.
Genauso wie die Frage, wann der Linkaufbau denn endlich fertig ist. Manche Leute meinen, da geht jetzt irgendwo ein grünes Licht an (vielleicht eben in Form von einem bestimmten PR) und dann kann ich damit aufhören.
In diesem Sinne vielen Dank für das „Schwimm-Zitat“ … ich denke das verstehen auch Ahnungslose 😉

bet365 schrieb am 21. September, 2010 @ 10:29

Zu der Frage, wann ist man mit Linkaufbau fertig kann ich auch nur sagen – nie – wenn man damit aufhört ist es auf jeden fall die Konkurrenz die weitermacht und einen von der erarbeiteten Position weg drückt.

Domi schrieb am 21. September, 2010 @ 12:52

Sehr schöner Artikel, kann in allen Punkten nur zustimmen. Außerdem, wenn auch nicht von dir, sehr schöne Bildbeispiele 🙂

Trendings schrieb am 22. September, 2010 @ 10:50

Ein immer wiederkehrendes Thema mit Hilfe von bildhafter Sprache gut erläutert. Der Mythos PR wird so lange weiter leben bis Google seine Toolbar einstellt…

Helmut schrieb am 23. September, 2010 @ 23:26

Checkt denn eigentlich überhaupt jemand das Pagerankverfahren. Also der Google Link ist für mich ohne spezielles Studium nicht verständlich. Eigentlich komisch dass es noch immer Webmaster gibt die eine grauenhafte onpage Optimierung machen.

Alexander Flittner schrieb am 24. September, 2010 @ 8:34

Diesen Artikelzu lesen war mal wieder absolut köstlich. Wie sagt mein Suchmaschinenoptimierer immer…

Ohne Heu kann auch das beste Pferd nicht pfurzen

Alex schrieb am 24. September, 2010 @ 10:32

Mit dem PR ist das wie mit einem Röhrchen Schlaftabletten, zum Schlafen reicht oft eine, wer nie wieder Schlaftabletten kaufen will muß nur ein paar mehr nehmen.
Also ein guterLink reicht aus. Wer sich mit Links zupflastert läuft Gefahr ganz aus dem Index von Google zu fliegen.

Alex schrieb am 28. September, 2010 @ 11:07

Ich finde auch, bevor man sein Geld für Link-Kauf ausgibt, sollte man erst einmal Zeit und Geld in eine ordentliche Onpage-Optimierung und vor allem – in eine vernünftige Site-Struktur und Inhalte verschwenden. Wenn das erledigt ist, dann kann man auch Links tauschen / kaufen…

Daniel schrieb am 26. September, 2012 @ 14:25

Der Pagerank wird für Google noch eine Relevanz haben, oder warum sollte dieser Konzern sonst jedes Jahr Lizenzen für die Nutzung zahlen?

Selbstverständlich wird Google nie genau offen legen, welche Indikatoren welchen Stellenwert darstellen.

Ute Hamburg schrieb am 9. Februar, 2013 @ 16:04

Danke für den Beitrag!

Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Tool wo man seine Keywords eingibt und das einem dann ausspuckt was man machen muss… Aber das ist wohl wunschdenken 🙂

Gruß
Ute

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