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SEO Sunday: SEO Performance messbar machen

Auch im Bereich der Suchmaschinenoptimierung geht es neben dem Spaß im Endeffekt ums Geldverdienen. Das bedeutet, dass eine SEO-Kampagne nachweislich erfolgreich sein muss. Die Gründe dafür sind vielfältig: Kunden wollen Erfolge sehen und oft auch nur performanceanhängige Verträge unterschreiben oder man will als Webmaster halt selbst einfach sehen, ob sich der ganze Aufwand überhaupt lohnt. Und auch nur wenn sich der Aufwand lohnt geht der Daumen bei allen Beteiligten nach oben, was dann optimalerweise so aussieht:

Um die Performance messbar zu machen müssen wir logischerweise genau die richtigen Zahlen messen. Doch welche Metriken der Webanalyse sind die richtigen, reichen Rankings allein zur Bewertung einer Kampagne aus? Ich denke nicht, da ein bloßes Ranking unter dem Strich ja keinen Return on Investment (ROI) mit sich bringt. Doch wie kann man den Erfolg von SEO-Maßnahmen messen? Obwohl Online-Marketing im Allgemeinen viel besser messbar ist als die klassischen Marketingkanäle ist es im SEO-Bereich nicht ganz so einfach die entsprechenden Zahlen zu liefern. In Anlehnung an diesen Post habe ich mir 3 Punkte überlegt die eine Messung relativ genau möglich machen sollen:

Punkt 1: Brand-Keywords herausfiltern!

Nahezu jede Website einer großen Marke ist in der Regel unter den dazugehörigen Brand-Keywords ganz oben zu finden. Ganz nebenbei ist dies auch der Grund für das gute Abschneiden von Keyworddomains im Allgemeinen. Dies würde bedeuten, dass man für den Markennahmen kein SEO machen muss. Im Umkehrschluss gilt also folgendes: Man sollte nur den organischen Traffic beobachten, der NICHT den Markennamen im Keyword enthält.

Kleiner Tipp: Man kann auch das Gegenteil machen, also den Traffic beobachten, der ausschließlich über den Brand als Keywords kommt. Das macht vor allem dann Sinn, wenn man die Wirkung bestimmter Maßnahmen messen will die NICHT über den SEO-Kanal kommen. Dies könnten alle möglichen Online- und Offlinemaßnahmensein, wie bspw. Imagewerbung durch Display-Ads, Print, TV-Spots etc.

Punkt 2: Longtail-Performance nicht vergessen!

Was in oft in Vergessenheit gerät ist die Tatsache, dass das Pushen von bestimmten Suchbegriffen zusätzlich auch einen positiven Effekt auf Longtail-Keywords haben, die genau diese Suchbegriffe bereits beinhalten. Sollte man bspw. das Keyword „Auto“ durch Linkaufbau-Maßnahmen weiter nach vorne bringen, so hat dies normalerweise auch einen positiven Effekt auf das Ranking von „günstiges Auto“ und weiteren ähnlichen Suchphrasen. Daraus folgt, dass man auch die Performance sämtlicher Keywordkombinationen messen sollte, die das eigentliche „Hauptkeyword“ beinhalten.

Exkurs: Google Analytics

Hier mal eine kurze Anleitung wie man die dauerhafte Messung dieser beiden Punkte dauerhaft in wenigen Schritten bei Google Analytics einrichtet.

  • Unter Meine Anpassungen „Erweiterte Segmente“ auswählen
  • Neues benutzerdefiniertes Segment erstellen
  • Unter Dimensionen „Zugriffsquellen“ öffnen (1)
  • Feld „Keyword“ per Drag&Drop in das Feld „Dimension oder Kennzahl“ ziehen (2)
  • Bedingung auf „Enthält nicht“ setzen (3)
  • Im Feld Wert „Markenname“ eingeben (4)
  • „and“-Anweisung hinzufügen (5)
  • Feld „Keyword“ per Drag&Drop in das Feld „Dimension oder Kennzahl“ ziehen (6)
  • Bedingung auf „Enthält“ setzen (7)
  • Im Feld Wert „Hauptkeyword“ eingeben (8)
  • Schritte 6-8 für weitere Haupkeywords ggf. wiederholen
  • Zum Schluss Segment benennen & erstellen

Punkt 3: Jahresvergleiche

Der nächste wichtige Punkt besteht nun darin die Trafficentwicklung der bereits gefilterten Keywords im Jahr-zu-Jahr-Vergleich gegenüberzustellen. Der Grund dafür ist ganz einfach: Saisonale Schwankungen. Klar bringt es auch etwas aufeinanderfolgende Monate miteinander zu vergleichen, allerdings kann man hier nur Trends und Auffälligkeiten deuten. Um eine einigermaßen genaue Messbarkeit der SEO-Performance zu gewährleisten sollte man also bestimmte Monate mit den Monaten des Vorjahres vergleichen. Bestimmte Zeiträume kann man mit Google-Analytics relativ easy miteinander vergleichen:


Fazit

Meiner Meinung nach ist die genaue Messbarkeit von SEO-Performance ein sehr komplexes Thema. Die ausschließliche Beobachtung von Rankings halte ich für nicht ausreichend bzw. nicht zielführend. Bei den beiden ersten Punkten bin ich mir sicher, dass sie einem weiterhelfen. Bei Punkt 3 im Großen und Ganzen auch. Hier könnte es allerdings schnell dazu führen, das bestimmte Werte aufgrund des langen Zeitraums nicht mehr miteinander vergleichbar sind. Dafür gibt es vielerlei Gründe: Relaunch der entsprechenden Webiste, andere Keywords rücken in den Fokus, Wirtschaftskrise etc.

Was haltet ihr davon? Hab ihr Kritik oder weitere Vorschläge wie man die Messbarkeit im SEO-Bereich erhöhen könnte bzw. wie messt Ihr eure SEO-Maßnahmen?

Marcel Becker

Geschäftsführer, Inbound Marketing-Freak und King of Tablesoccer – Blogger @morefire

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13 Kommentare

Jakob Zogalla schrieb am 18. Juli, 2010 @ 13:18

Spaß als wichtigster SEO-Faktor… Find ich gut. Mal wieder ein klasse Beitrag. Wir sollten mehr von der Sorte schreiben 😉

Patrick schrieb am 18. Juli, 2010 @ 14:37

Wäre nicht schlecht, wenn man diese Thematik so angeht. Die Einen machen SEO zum Spaß, die Anderen verdienen damit unheimlich viel Geld. Zu welcher Gruppe man sich zählt, bleibt zum Glück jedem selbst überlassen. Ich versuche das Ganze so sehen, wie es dieser Beitrag eigentlich schön deutlich macht.

Habe einen neuen Lieblingsblog gefunden. Finde die Farbe rot echt super 😉 Natürlich wegen eurer Artikel.

Liebe Grüße
Patrick

Marcel Becker

Marcel Becker schrieb am 19. Juli, 2010 @ 2:50

Morgen Patrick,
freut mich dass dir unsere Farben so gut gefallen 😉

Hauke Karliczek schrieb am 19. Juli, 2010 @ 4:20

Sehr gute Hinweise. Habe die Erweiterung bei Google Analytics gerade eingerichtet und bin gespannt auf die Ergebnisse – danach lässt sich vielleicht mehr sagen.

BG! Hauke

Marco von SEO Küche schrieb am 19. Juli, 2010 @ 7:16

Hallo Marcel,

ich hatte erst einen Fall in dem eine Kundin explizit Wert auf ein Single-Keyword legte. In den Statistiken sah man, das durch die Optimierung, zahlreiche Besucher aus dem Longtailbereich kamen und sogar ABSCHLÜSSE gesteigert wurden!

Statt in diesem Bereich evtl. weiter anzusetzen, wurde die SEO Arbeit leider nur anhand des Single-Key`s gemessen und „abgestempelt“. Es gibt, meiner Meinung, Kunden mit denen man sprechen kann und die das dann verstehen, aber auch welche die es nicht verstehen wollen….

Übrigens, am Rande, der Link „Suchmaschinenoptimierung“ ist leider falsch gesetzt.

Ansonsten muss ich sagen, lese ich hier gerne mit.

LG Marco

Marcel Becker

Marcel Becker schrieb am 19. Juli, 2010 @ 8:33

@Marco: Danke für den Hinweis mit dem Link, hab ich direkt gefixed. Das mit den Kunden kann man so unterschreiben, wie du es gesagt hast, manche wollen einfach nicht 😉

Bernhard schrieb am 19. Juli, 2010 @ 11:17

Die Messbarkeit ist ein wichtiges Thema – das kennen ja auch die Kunden, die klassisch von Print kommen.

Was mir aber auffällt ist, dass viele SEO-Agenturen in ihren Reportings (und ihrer Kommunikation) oft auf die hier erwähnte Longtail-Performance vergessen. Unverständlich eigentlich, weil wichtig. Da gibt es zahlreiche SEO-Dienstleister die sich nur auf 1-2 Keywords versteifen, und so dem Kunden nicht zeigen, wie erfolgreich er wirklich ist.
Damit beschneiden sie auch ihre eigene Leistung.

Aber natürlich liegts auch oft an der Kundenseite – wie Marco schon sagt. Da hilft es auch nicht, wenn man den organischen Suchvorgang an sich erklärt.
So unterschiedlich wie die Projekte sind halt auch die Kunden!

Gretus schrieb am 19. Juli, 2010 @ 13:57

Hallo,

in Bezug auf Messbarkeit ist mir gestern ein womögliches nützliches Feature für SEO Tools eingefallen. Eine Anzeige, wie viele Backlinks man theoretisch noch braucht für Position XY. Müsste sich doch anhand der BL-Daten anderer Seiten errechnen lassen…

Grüße

Gretus

Jakob Zogalla schrieb am 19. Juli, 2010 @ 23:23

Hallo Gretus,

das ist leider nicht ganz so einfach. Denn dafür muss nicht nur die Anzahl der Backlinks sondern auch deren Qualität bewertet werden. Du schaust Dir also letztlich die Backlinks der Backlinks der Backlinks an. Inklusive semantischer bezüge zwischen den Seiten, deren PageRanks und andere Faktoren wie beispielsweise die Titeloptimierung. Hierzu ist vielleicht auch mein letzter SEO-Sunday-Beitrag hilfreich: Das Leben der fehlenden SEO-Tools. Verrats keinem, aber es wird bereits daran gearbeitet 😉

Alex schrieb am 20. Juli, 2010 @ 4:01

Danke für den Beittrag!
Habe sofort ausprobiert und viele Hinweise erhalten. Das macht viele aufwendig erstellen Excellisten von SEO-Agentur sofort unbrauchbar.

Gruss
Alex

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