morefire
MENÜ

Google geht gegen deutsche Linknetzwerke vor

Matt Cutts, Head of Search Spam bei Google, verkündete am Mittwoch via Twitter, dass Maßnahmen gegen das französische Linknetzwerk Buzzea unternommen wurden. Nun ist das generelle Vorgehen gegen Linknetzwerke seitens Google nichts Neues. Interessant war allerdings im Zuge dieser Nachricht, dass Deutschland als Nächstes unter die Lupe genommen wird und sich die entsprechenden Anbieter auf eine Abstrafung einstellen müssen.

Welche deutschen Linknetzwerke nun konkret betroffen sein werden, ließ Matt Cutts bis dato allerdings offen. Hier kann man vor Google mal wieder nur den Hut ziehen. Zum einen ist dies natürlich hervorragende Eigen-PR in Bezug auf die stetige Verbesserung der Suchergebnisse, zum anderen dürften die schwammigen Aussagen dazu führen, dass noch einmal Bewegung bei den „Selbstanzeigen“ von betroffenen Linkkäufern kommt. Der Hoeneß-Effekt lässt grüßen. 😉

Matt Cutts Tweets zu Buzzea und deutsche Linknetzwerke

Was tun, wenn man selbst betroffen ist?

Julian Dziki hat bereits am Freitag in seinem lesenswerten Artikel Matt Cutts: „Germany soon“ – Linknetztwerke vor dem Aus? darauf hingewiesen, dass es im Prinzip keine Rolle spielt, welche Netzwerke derzeit in Angriff genommen werden. Über kurz oder lang dürfte Google genug Daten beisammen haben, um auch kleinere Netzwerke aufzudecken.

„Ein Matt Cutts sie zu knechten,
sie alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben
und ewig zu binden.“

Wer sich schon einmal mit Reverse Link-Engineering beschäftigt hat, kann die bereits vorhandenen Möglichkeiten von Google erahnen. Auch die oben genannten „Selbstanzeigen“ in Form von Reconsideration Requests tragen dazu bei Linknetzwerk-Strukturen besser zu analysieren.

Es ist daher also eher abzuraten einfach die Füße stillzuhalten und darauf zu hoffen, nicht erwischt zu werden. Google zieht die Stellschrauben an und das recht erfolgreich. Wer in der Vergangenheit Backlinks über Linknetzwerke bezogen hat, sollte sich spätestens jetzt aktiv darum bemühen, diese wieder abzubauen.

Nicht das Ende der Welt

Bereits betroffene Webseiten, die über die Google Webmaster Tools einen „Blauen Brief“ erhalten haben, müssen allerdings nicht den Kopf in den Sand stecken. Es gibt genügend Beispiele, in denen ein gut geplanter und umfassender Reconsideration Request zum Erfolg führen kann (teilweise sogar erfolgreicher, als vor der Abstrafung):

Sichtbarkeitindex nach erfolgreichem Reconsideration Request

Hierbei muss allerdings noch einmal betont werden, dass man die Hosen komplett runterlassen muss der Recon so ausführlich und ehrlich wie möglich durchgeführt werden muss. Bei einem Antrag auf erneute Überprüfung der eigenen Webseite sollte daher eine detaillierte Zusammenfassung vorgelegt werden:

  1. Ein Anschreiben, in dem glaubhaft versicht wird, dass die Google Guidelines zukünftig nicht mehr verletzt werden.
  2. Erklären, wie es zu dem Verstoß kam und Offenlegung der eingeleiteten Maßnahmen (Liste der bereits abgebauten Backlinks, Screenshots des Email- Verkehrs, etc.)
  3. Liste der Backlinks, die nicht abgebaut werden konnten (Nutzung des Google Disavow-Tools)

Die Listen von entfernten Links oder kontaktierten Webmastern sollten in einem Google Doc oder Google Spreadsheet vermerkt und in dem Anschreiben aufgelistet werden. Für gewöhnlich dauert es einigen Wochen bis der Antrag bearbeitet wird. Alleine aus diesem Grund macht es Sinn sich vorzeitig um die Bereinigung seines Linkprofils zu kümmern.

Fazit

In den nächsten Wochen und Monaten dürfte die nächste Abstrafungswelle durch das deutsche Web rauschen und nicht allzu wenige Webseiten in den Abgrund ziehen. Dies führt fast unweigerlich zu schmerzhaften Traffic-Einbrüchen. Wer also in der Vergangenheit Links über Netzwerke bezogen hat, sollte bereits jetzt handeln und entsprechende Maßnahmen einleiten.

Ben Garboniak ist Consultant Online Marketing bei morefire und schreibt über Themen rund um die SEO und Social Media Marketing.

4.33 / 5 (12 votes)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.