morefire
MENÜ

SEO mit Erkenntnissen aus der Conversion Rate Optimization (CRO)

Diese Woche bin ich bei SEOmoz auf einen sehr interessanten Blogbeitrag namens „CRO and SEO: SEM Civil War“ gestoßen, der die beiden Themen SEO und Conversion Rate Optimization in einen direkten Zusammenhang setzt. Denn mittlerweile dürfte eines mit Sicherheit klar sein und zwar dass man Suchmaschinenoptimierung nicht mehr isoliert betrachten sollte. Um seine Ziele zu erreichen, muss man immer auch einen Schritt weiter denken und sich auch damit befassen was der Besucher, den man mit SEO auf seine Seite gelockt hat dort veranstaltet. Bevor ich auf den Zusammenhang zwischen SEO und CRO eingehe noch ein paar Grundlagen:

Conversion Rate Optimization oder CRO umfasst sämtliche Maßnahmen, die zu einer Steigerung der Conversion Rate führen. Demzufolge ist die Conversion Rate auch die Metrik, die bei den durchgeführten Optimierungsmaßnahmen im Vordergrund steht. Im Großen und Ganzen kann man CRO eigentlich als das Ergebnis bzw. das Ziel der sog. Landing Page Optimierung (LPO) sehen, denn um nichts anderes geht es dabei. Wieder ein Begriff mehr, aber was soll´s 😉

Eigentlich kennt man LPO bzw. CRO eher aus dem AdWords-Bereich. Zur Zeit wird dieser Disziplin aber meiner Meinung nach noch nicht genügend Beachtung geschenkt, mehr dazu hier. Das wird sich in Zukunft aber mit Sicherheit ändern. Die Informationen die man aus dieser Disziplin gewinnen kann sollte man als SEO deshalb keinesfalls ignorieren. Nur wie wende ich die Infos aus der Conversion Rate Optimization im SEO-Bereich am besten an?

Beispiel 1: KiTa und Kindererziehung

Man testet die verschiedenen Landing Pages der Adwords-Kampagnen gegeneinander und kommt zu dem Ergebnis, dass die Besucher bei Google zwar nach „KiTa“ suchen, jedoch an Informationen zum Thema Kindererziehung gelangen wollen. Praktisch kann man sich das so vorstellen: Man erstellt eine Landing Page, die inhaltlich auf das Thema Kita ausgerichtet ist und eine die auf Kindererziehung fokussiert ist und lässt bspw. einen  A/B-Test laufen. Nach einem gewissen Zeitraum hat man dann durch Zahlen untermauert, dass die Leute zwar nach „KiTa“ suchen, die Kindererziehungs-Inhalte aber besser performen. Ein naheliegender Grund dafür wäre, dass die Eltern ihrem Kind während des KiTa-Aufenthaltes gleichzeitig die bestmögliche Bildung mitgeben wollen.

Doch wie passe ich jetzt meine Seite die zu „KiTa“ ein Top-Ranking aufweist zusätzlich noch an das Thema Bildung an? Vereinfacht kann man kann man Onpage-Optimierung auf die Faktoren Titles, Headlines, Content und interne Verlinkung beschränken. Wird nach „KiTa“ gesucht, sollte man den Besuchern natürlich auch weiterhin geben, was sie suchen und zusätzlich auch das, was sie am meisten interessiert! Das ganze könnte dann so aussehen:

  • Title: KiTa und Kindererziehung
  • H1: Kindererziehung wird in unserer KiTa großgeschrieben!
  • Text: Unsere KiTa legt besonders großen Wert auf eine qualitativ hochwertige Kindererziehung…
  • Interne Linktexte: „KiTa“
  • Externe Linktexte: „KiTa“ + mehrere semantisch verwandte Ausdrücke

Der eindeutig anspruchsvolleste Teil der Arbeit besteht dann vor allem darin, den Text der Seite zusätzlich auf die Interessen der Besucher anzupassen.

Beispiel 2: Flash vs. SEO

So furchterregend ärgerlich das für jeden SEO auch klingen mag: Die Tests zur Conversion Rate Optimization bzw. Landing Page Optimization haben ergeben, dass die Flash-Version der Seite zu höheren Konversionsraten führt. Die Konsequenz daraus ist, dass die Geschäftsleitung entschieden hat die Seite nun flashbasiert umzubauen, basta 😉

Doch man sollte jetzt nicht den „Sand in den Kopf stecken“, wie ein sehr berühmter Sportler zu sagen pflegte. Man muss als SEO aber unbedingt auf folgende Punkte achten:

  • Um seine guten Rankings beizubehalten muss man sicherstellen, dass die statischen Seiten auf jeden Fall erhalten bleiben. Es ist längst nicht mehr erforderlich eine komplette Website aus einem einzigen großen Flash-File zu bauen.
  • Der Title-Tag bleibt bestehen, das Flash-Element wird oben platziert, Headlines und Content einfach darunter eingebunden. Hier muss man natürlich den optimalen Kompromiss aus Flash und statischem HTML finden. Man kann die Seite sogar so bauen, dass der Flash-Part den kompletten sichtbaren Teil der Seite ausfüllt, während der HTML-Teil erst beim scrollen sichtbar wird. Allerdings sollte auch der HTML-Teil hübsch aussehen, da nicht alles User Flash installiert haben.
  • Der Linkaufbau geht weiter wie bisher!

Fazit

Gerade weil Disziplinen wie SEM/SEA, SEO, CRO, LPO und wie sie alle heißen immer mehr ineinander verschmelzen bzw. sich gegenseitig beeinflussen wird eine ganzheitliche Betrachtung der verschiedenen Online-Marketing-Disziplinen immer wichtiger. Es bleibt einem somit nichts anderes übrig als einen Blick über den SEO-Tellerrand zu werfen und Nutzen aus den anderen Möglichkeiten zu ziehen.

Marcel Becker

Geschäftsführer, Inbound Marketing-Freak und King of Tablesoccer – Blogger @morefire

5 / 5 (1 votes)

9 Kommentare

wilcat schrieb am 9. April, 2010 @ 9:33

Guter Artikel – wie in Beispiel 1 beschrieben kann man oft auch Vorgaben, wie sie z.B. aus Corporate Communication Guidelines kommen, mit guter Usability zusammenbringen. Nutzer suchen oft nach Begriffen, für die die Unternehmen nicht optimieren möchten oder andersrum. Oder hast du für solche Fälle noch andere Tipps?

Michael schrieb am 9. April, 2010 @ 20:53

Ein wirklich spannendes Thema. Bis jetzt wurde es weniger besprochen, mal sehen ob es in Zukunft noch wissenschaftliche Ansätze hierzu geben wird. Die Thematik sollte auf keinen Fall vergessen werden.

Marcel Becker

Marcel Becker schrieb am 12. April, 2010 @ 8:15

Morgen zusammen,

@Michael: Seh ich ganz genauso, aber irgendwier scheint das Thema keinen so richtig zu interessieren. Das dürfte sich aber in naher Zukunft mit Sicherheit ändern.

ingo schrieb am 20. April, 2010 @ 20:41

Hi Marcel,
hast Du eine Quelle zu der Aussage „Die Tests zur Conversion Rate Optimization bzw. Landing Page Optimization haben ergeben, dass die Flash-Version der Seite zu höheren Konversionsraten führt.“ oder ist das nur ein internes Ergebnis?
Geht wahrscheinlich einher mit LPO mit Video und ohne schätzer ich. Die Frage ist, was im Flashinhalt gezeigt wird.

Marcel Becker

Marcel Becker schrieb am 21. April, 2010 @ 8:44

Moin Ingo,
die Vostellung war rein fiktiv. Insgesamt ist die Variante, das Flash-Seitenn höhere CVRs haben aber nicht ungewöhlich, da man damit optisch schönere Sachen machen kann als mit einfachem HTML. Insgesamt besteht die Kunst aber darin einen Kompromiss aus Design und SEO zu finden. BTW: Mit css kann man mittlerweile auch wunderschöne Sachen anstellen 😉

Trackbacks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.