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SEO Sunday-Risiko beim Aufruf zu Linkbaits

Bevor ich konkret auf die Überschrift dieses Artikels eingehe, wollte ich noch ganz kurz und knapp anreißen was überhaupt mit dem Begriff Linkbait gemeint ist. Der Begriff Bait selbst bedeutet schlichtweg nichts anderes als Köder. Auf den SEO-Bereich übertragen passt die Linkbait-Definition von SEO-United am besten:

„Ein Linkbait ist ein speziell zur Generierung neuer Links […] konzipierter Webinhalt.“

Ein Linkbait ist dem systematischen organischen bzw. natürlichen Linkaufbau zuzuordnen und umfasst alle Aktivitäten, die dafür sorgen innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl an freiwillig gesetzten Links auf die eigene Website zu generieren. Einfache Beispiele dafür sind Gewinnspiele, Spendenaufrufe, das Bereitstellen kostenloser Tools, Downloads oder aber bspw. die Diskussion um das schönste Brötchen-Foto im Internet wie gerade bei Martins tagSeoBlog 😉 Linkbaits in regelmäßigen Abständen eignen sich besonders gut um größere Lücken an Links zur Konkurrenz zu schließen oder den Vorsprung halt eben noch weiter auszubauen.

Doch wie genau muss ich bei einem Linkbait vorgehen, um auch tatsächlich die gewünschten Links abzustauben? Irgendwie muss man dem Besucher der Website ja auch klar machen oder suggerieren, dass man gerne einen Link als Gegenleistung für den bereitgestellten Inhalt haben möchte. Man muss also gewissermaßen einen Linkaufruf im Inhalt einbauen. Doch wie genau stelle ich das jetzt wieder an?

Man weiß, dass Google es zur Zeit noch mit Bauchschmerzen akzeptiert, wenn man dabei sehr aggressiv vorgeht, bspw. nach dem Motto: „Du darfst bei meinem Gewinnsspiel nur dann teilnehmen, wenn du einen Link auf meine Website setzt!“ In Zukunft, da kann man sich sicher sein, wird auch das nicht mehr toleriert. Es gilt also das Risiko beim bei Aufruf zum Linkbait dem damit einhergehenden Erfolg in Form von Links gegenüberzustellen. Saša von Vipex hat mir dazu mal folgendes Schaubild gezeigt, die sogenannte Linkaufruf-Risiko-Matrix:

Linkaufruf-Risiko-Vipex1.jpg

Der Frontal-Angriff ist eindeutig die aggressivste und anspruchsloseste Form des Linkaufrufs. So ist die Teilnahme am Gewinnspiel oder ein Download auch nur dann möglich, wenn nachweislich ein Link gesetzt wurde. Beispiel: „Setze einen Link und du bekommst den Download bereitgestellt“ Vorteil hierbei ist natürlich die hohe Anzahl an Links während die aggressive Aufforderung gleichzeitig ein hohes Risiko mit sich bringt. Hier muss man halt entscheiden, ob man das Risiko eingeht. Links sind bei guten Inhalten dann allerdings so gut wie sicher.

Die Wahl-Strategie zwingt den User nicht einen Link zu setzen, fordert ihn aber direkt dazu auf. Beispiel: „…im Gegenzug dazu setzt du einfach einen Link auf unsere Website!“ Auch diese Strategie ist nicht besonders sensibel. Das Risiko ist hierbei genauso hoch wie beim Frontalangriff, allerdings sind Links hier keineswegs garantiert. Insgesamt also die am wenigstens sinnvolle Strategie.

Laissez-Faire bedeutet so viel wie „mal sehn“ oder „einfach machen lassen“. Die User werden dabei in keiner Weise direkt dazu aufgefordert einen Link zu setzen. Vielmehr geht es hier darum den User so geschickt zu umgarnen, dass dieser nach dem Download bzw. der Teilnahme am Gewinnspiel freiwillig einen Link setzt. Beispiel: „Könnte diese Seite auch deinen Freunden gefallen? Dann empfehle uns doch einfach weiter!“  Das Risiko ist gering, allerdings müssen die Inhalte dabei auch so gut sein, dass die User selbst auf die Idee kommen müssen, einen Link zu setzen.

Die Charme-Taktik ist um einiges anspruchsvoller und stellt den optimalen Mix aus Risiko und zu erwartenden Links dar. Wie gesagt, hier muss man seinen Charme spielen lassen und den User ganz nett um einen Link bitten sowie darauf hinweisen die Inhalte seinen Freunden zu zeigen. Beispiel: „Wir würden uns sehr freuen, wenn du in einem Forum einen netten Kommentar über uns schreibst und unsere Website weiterempfehlen würdest.“ Diese Taktik birgt  ein geringes bis mittleres Risiko, bei guten Inhalten sind allerdings einige Links vor allem auch durch den viralen Effekt der Weiterempfehlung zu erwarten. Eigentlich die beste Methode.

Als Fazit kann man also sagen, dass man etwas besonderes bereitstellen muss, auf dass dann freiwillig verlinkt wird und das dann auch noch freiwillig weiterempfohlen wird. Die eigentliche Kunst ist hier also besonders kreativ und innovativ zu sein. Denn gegen einen freiwillig gesetzten Link kann niemand etwas sagen und wenn man dabei noch nicht mal ein besonders großes Risiko eingehen muss, umso besser.

Marcel Becker

Geschäftsführer, Inbound Marketing-Freak und King of Tablesoccer – Blogger @morefire

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13 Kommentare

devno schrieb am 31. Januar, 2010 @ 17:31

Das Problem bei einem Gewinnspiel beispielsweise ist, dass freiwilig fast keiner einen Link setzt, wenn er auch mit einem Kommentar teilnehmen kann. Bin schon gespannt, wie sich das mit den Gewinnspielen entwickelt und wie dann so eines in ein paar Jahren aussehen wird.

Bernd schrieb am 31. Januar, 2010 @ 19:54

Der Beitrag fixiert sich zu sehr auf das Gewinnspiel. Das ist meiner Meinung nach Linkbaiting aus der untersten Schublade. Beim Linkbaiting bittet man nicht darum einen Link gesetzt zu bekommen. Die ganze Sache muss ohne Aufforderung ins rollen kommen. Das geschieht nur wenn man Themen aufgreift die Gefühle beim Menschen erzeugen. Man muss also Artikel, Bilder oder auch Videos veröffentlichen die einfach einmalig sind. Der Rest erledigt sich dann schon von ganz alleine. Die Informationen müssen entweder witzig, sehr interessant oder schockierend sein. Wenn das der Fall ist und sehr große Gefühle erzeugt wurden, dann werden die Links ganz schnell von alleine kommen. Siehe den Beitrag nicht als Kritik. Ich finde deinen Artikel gut und du hast dir mühe gegeben, aber ich wollte das einfach gesagt haben 😉 liebe grüße bernd

Marcel Becker

Marcel Becker schrieb am 1. Februar, 2010 @ 9:32

@Bernd: Das Thema Gewinnspiele sollte eigentlich nur eins von vielen Beispielen sein. Wollte den Artikel nicht in die Richtung lenken, dass man Linkbait mit Gewinnspielen gleichsetzt oder die nächste Definition von Linkbaits liefern. Im Wesentlichen wollte ich auf etwas ganz anderes hinaus. Fast alle Internetuser wissen doch gar nichts von Links, sie sehen den Inhalt und denken: toll! und das wars auch schon wieder. Ich finde schon, dass man die User ganz latent darauf hinweisen sollte die eigene Website weiterzuempfehlen, nur um den letzten Anstoss zu geben. Welches Risiko man dabei eingeht, bleibt einem, wie immer, selbst überlassen…

Josef schrieb am 3. Februar, 2010 @ 19:14

Verlinkt wird man fast ausschließlich nur dann, wenn der darin auch einen Nutzen sieht. Ob man dann gewinnt oder anderweitig profitiert ist die nächste Frage

Tarik schrieb am 22. Juni, 2010 @ 2:38

Du schreibst bei der von dir genannten „Charme-Taktik“, dass das Risiko gering bis mittel ist.

Wenn ich an all die Retweet- etc.-Buttons denke, die sieht doch auch so gut wie keiner als Risiko oder aufdringlich.
Insofern ist es für mich allerhöchstens eine Idee.
Wenn ich keine Lust habe, einen Link zu setzen, werde ich eine Aktion nicht als schlecht betrachten, nur weil dort steht „Wenn dir unsere Aktion gefällt, würden wir uns freuen, wenn du uns per Twitter oder in deinem eigenen Blog weiterempfiehlst.“.

Basti schrieb am 20. September, 2010 @ 17:45

Finde es einen guten Beitrag der mir das Thema Linkbait nicht hätte besser erklären können. Danke dafür!!

Haiko schrieb am 9. März, 2013 @ 15:51

Herzlichen Dank für den Artikel. SEO wird ja immer psychologischer 😛

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