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Virtual Reality Anwendungen für Unternehmen

Im November hat Google Google Earth VR veröffentlicht und zeigt damit, wie gute kostenlose Programme (die keine Spiele sind) in VR noch besser werden. Es gibt aber noch mehr Ansätze und Möglichkeiten, wie man VR nutzen und damit als Unternehmen seinen Kunden eine einzigartige User Experience bieten kann.

Google Earth VR

Google Earth

 

Da wir bei uns zu Hause seit 5 Monaten eine Vive unser Eigen nennen, habe ich natürlich auch direkt Google Earth VR ausprobiert. Dass es die beste App ist, die momentan für VR verfügbar ist, würde ich nicht sagen, aber die technische Umsetzung ist gut gelungen und für Nicht-Gamer ist sie ein gutes VR-Demonstrationsobjekt. Die Erde wird in 3D dargestellt mit allen Gebäuden, Bergen und Gewässern, als hätte man eine riesige Spielzeugwelt vor Augen. Man kann wie bei Google Earth non-VR überall hinein- und wieder herauszoomen und sich an jeden Ort der Welt teleportieren lassen, zum Beispiel über die Dächer von Köln.

Der Dom

 

Google Earth ist nicht Google’s erster Ausflug in die VR-Welt. Auch schon das mit Erscheinen der Vive verfügbare Malprogramm “Tilt Brush” stammt aus dem Hause Google und ist ebenso gut umgesetzt.

Vorweg will ich erwähnen, dass die Screenshots leider nicht ansatzweise wiedergeben können, wie es aussieht, wenn man die VR-Brille auf dem Kopf hat. Außerdem ist die Ansicht der Screenshots vom jeweiligen Programm abhängig. Google Earth stellt auf dem Monitor und im Screenshot genau die Ansicht der zwei Linsen dar, während andere Programme das Bild eines Auges im gewohnten rechteckigen Format darstellen.

Es sei auch angemerkt, dass ich von keinem der genannten Unternehmen für diesen Blogbeitrag bezahlt werde. Ich möchte sie aber dennoch erwähnen, weil sie in meinen Augen den richtigen Weg gehen.

IKEA VR

Ikea Küche

 

IKEA ist eines der ersten Unternehmen, die ausprobieren, wie sie VR für sich nutzen können in einer kleinen Techdemo. Hier kann man eine IKEA Küche genauer betrachten, die Farbe der Fronten ändern oder Schubladen und Schränke öffnen. Außerdem ist es möglich verschiedene Perspektiven einzunehmen. Man kann dabei zwischen der Sicht eines Kindes, einer Katze oder einer 2-Meter-Person wählen. IKEA Bleistifte und Köttbullar, die man sogar auf der Herdplatte rösten kann, dürfen auch nicht fehlen.

Koettbullar-grillen.jpg

Ideen für die Zukunft

Wenn diese Idee weiterverfolgt wird, kann man sich vorstellen, dass man seine im 3D-Küchenplaner erstellte Küche dann in VR betrachten kann. Aber nicht nur für die Planung der Küche hätte so ein Tool Vorteile. Fast jeder, der schon mal umgezogen ist, kennt das: Man plant schon mal auf dem Papier, wie man welches Möbelstück hinstellen will, um dann später, wenn die Möbel stehen, doch noch mal alles umzustellen, weil es anders besser aussieht. Mit einem VR-Planungstool könnte man sich vorher anschauen, wie alles in echt aussehen würde. Der Vorteil gegenüber dem PC-Bildschirm ist, dass man direkt merken würde, ob es sich gemütlich und heimisch ‘anfühlt’.

In dem Punkt spielt die VR-Brille ihre großen Stärken aus: Während man zu den Dingen, die auf dem PC-Bildschirm passieren, immer noch eine gewisse Distanz hat, findet mit VR-Brille eine wesentlich stärkere Immersion statt. Wir fühlen uns mitten im Geschehen. Wenn in VR ein riesiger Ork auf mich zugerannt kommt, will ich erstmal schreiend wegrennen – auf dem PC Bildschirm beeindruckt mich das weniger.

Deswegen könnte VR auch noch für andere Branchen einen enormen Vorteil bringen. Ich frage mich schon seit langem, wer eigentlich noch Reisen in einem der doch noch immer sehr zahlreich vorhandenen Reisebüros bucht. Das kann eigentlich nur die (weitestgehend) internetlose Zielgruppe der Ü70-jährigen sein. Wenn nun aber ein großer Reiseveranstalter seine Top-Hotels abfilmen und VR-isieren lassen würde und man im Reisebüro schon mal seinen Urlaubsort in VR anschauen könnte, würde das auch wieder vermehrt junge Leute in die Reisebüros locken. Vor allem dann, wenn die Reise wirklich perfekt sein soll, wie z.B. die Hochzeitsreise. Man könnte sich davon überzeugen, dass das Hotel wirklich nur 200 m vom Strand entfernt ist und nicht etwa ein Zaun dazwischen ist. Sind die nächsten Bars und Restaurants wirklich fußläufig erreichbar? Einfach mal hinlaufen und schauen.

Der Kunde wäre direkt im Urlaubs-Feeling und würde wahrscheinlich auch eher dieses Hotel buchen, auch wenn es teurer ist, weil man ihn bereits auf emotionaler Ebene überzeugt hat.

Destinations

Valve bietet mit „Destinations“ auch gleich das passende Workshop Tool an, um VR-Inhalte zu erstellen. Damit kann man nicht nur Kameraaufnahmen einer realen Umgebung in eine VR-Umgebung umwandeln, sondern auch VR-Inhalte frei erstellen. Als Beispiel kann man sich hier das Headquarter von Valve in Bellevue, Washington anschauen. Übrigens unterstützt das OpenVR SDK von Valve (SteamVR) automatisch Vive, Oculus Rift und seit neuestem auch OSVR, ein Open Source VR SDK.

Valve-HQ.jpg

Auch kleinste Details sind zu erkennen, wie das Modell der Maus, eine G400. Mit rauen Oberflächen hingegen scheint die 3D-Kamera noch einige Probleme zu haben.

Destinations ermöglicht es einem nicht nur, einen Blick auf das Valve HQ zu werfen, sondern auch auf den Mars.

Mars.jpg

Es finden sich auch an einigen Stellen Erläuterungen wie hier:

Glitches

Die Aufnahmen vom Mars wurden aus über 1000 Einzelaufnahmen von den Kameras des C Mars Rovers Curiosity zusammengesetzt. An einigen Stellen fehlen Daten, weswegen das Terrain verschwommen wirkt.

Fazit

Nicht umsonst wird VR überall gehypt, an vielen Stellen auch subventioniert und durch viele Open Source Anwendungen unterstützt, die es möglichst vielen Unternehmen ermöglichen, am VR-Markt mitzumischen. VR bietet fantastische Möglichkeiten nicht nur fürs Gaming, sondern auch für Unternehmen, die ihren Kunden einen besonderen Mehrwert bieten wollen.

Thomas Watson, Vorsitzender von IBM sagte 1943: „I think there is a world market for maybe five computers“.  Zum jetzigen Zeitpunkt mag der Markt für VR-Anwendungen noch überschaubar sein, aber ich gehe davon aus, dass VR irgendwann zum Leben dazugehören wird wie der Computer oder das Handy. Je früher Unternehmen diesen Trend erkennen, desto relevanter werden sie für jüngere Generationen. Wie viele Unternehmen sind schon in Konkurs gegangen, weil sie einfach Trends verschlafen haben?

Geschrieben von

Sara hat Linguistik (M.A.) studiert und ist bei morefire für die Optimierung der Produktfeeds für Google Shopping zuständig. In ihrer Freizeit zockt sie am liebsten am PC oder der Vive und interessiert generell für allerlei technischen Schnickschnack.

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